Samstag, 28. September 2013

THE SHRINE (2010 Jon Knautz)


Eine Reporterin macht sich mit einem Fotografen und einer Praktikantin auf nach Polen, da ihren Recherchen nach in der anvisierten Gegend immer wieder Touristen verschwinden. In dem Dorf, in welchem der zuletzt Vermisste zuletzt verweilte, stoßen sie auf Ablehnung. Erst als die Amerikaner auf einen ominösen Nebel im Wald stoßen, werden sie für die Einwohner interessant. Nun sind sie hinter ihnen her...


Nebel des Grauens...

„The Shrine“ ist nichts Großes im unübersichtlichen Dschungel der Horrorfilm-Veröffentlichungen, aber er unterhält auf schlichte Art, und da nerven auch nur bedingt die schwachsinnigen Verhaltensweisen der Hauptfiguren, da die meisten zu den (eher unsympathischen) Charakterzeichnungen passen. Um Sympathie geht es ohnehin nicht, auch wenn Hauptdarsteller Aaron Ashmore wie ein Klon des vom Frauenvolk so sehr verehrten „Dexter“ aussieht. Es geht um eine an sich schlichte Horrorgeschichte, die, abgesehen von ihrem Blutgehalt, so auch bereits in den 80er Jahren hätte gedreht werden können.

Das ist keinesfalls so negativ gemeint wie es für manch einen klingen mag, und auch wenn die Story um Ritualmorde von Hinterwäldlern alles andere als interessant klingt: der Film ist es durchaus, ist er doch mit ruhiger Hand inszeniert, sorgt zunächst einmal für eine gewisse Atmosphäre, und für die sorgt spätestens der Nebel, der trotz unübersehbarer CGI-Herkunft zu wirken weiß. Nun ist man mittendrin im Geschehen, und eine unheimliche Szene mit einer ominösen Statue sorgt für den ersten wirksamen Schrecken. Von nun an darf man ruhigen Gewissens mehr erwarten als vermutet.

Nach einigen unsinnigen Taten unserer Helden, geht reichlich die Post ab. Und so sehr es besonders aufmerksame Zuschauer auch vorhersehen können, die Wendung in der Geschichte ist nicht von schlechten Eltern, und straft jeden voreiligen Besserwisser, der dachte „The Shrine“ würde bezüglich des Ost-Europa-Mobbing auf den Zug von „Hostel“ und „Train“ aufspringen. Das Gegenteil ist der Fall. Hintergründig, wenn auch in einem an sich recht flachen Streifen versteckt, geht es um den Respekt vor anderen Kulturen. Es geht darum nicht voreilig zu kritisieren, und es geht um das Hinterfragen vorgefasster Meinungen.

Dass sich auch der Zuschauer in Polen stets wie ein Fremder fühlt, wird durch die richtige und leider viel zu selten verwendete Idee gefördert, dass die Polen untereinander freilich polnisch sprechen und das ohne deutschen Untertitel. Damit verstehen wir von deren Gebrabbel so viel wie die Amerikaner, und manchen Inhalt kann man sogar ohne Kenntnis der Sprache heraushören. Die Polen reden recht viel. Und das macht diese vom „Jack Brooks“-Regisseur Jon Knautz so konsequent angegangene Idee so reizvoll.

Die Monstereffekte in „The Shrine“ sind charmant ausgefallen, auch wenn man die Kreaturen immer nur kurz sichten darf. Die Grundstimmung ist atmosphärisch ausgefallen, und im Finale geht ordentlich die Post ab. Ein finaler Dialog wirft ein kleines Licht über das erlebte Mysterium, ohne dabei zu viel zu verraten. Auch dies finde ich eine gute Entscheidung. Wer also mal wieder Lust auf einen kleinen Horrorfilm hat, der vollständig auf Komik und nervige Teenager verzichtet und stattdessen eine geradezu klassische Geschichte in relativ blutigen Bildern erzählt und dabei immer wieder munter ein paar geradezu klassische Klischees zelebriert, ohne diese zu kritisieren oder ohne mit ihnen ironisch umzugehen, der ist bei „The Shrine“ für den kleinen Zwischendurchverzehr genau richtig.

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