Freitag, 8. November 2013

ATTACK OF THE GIANT LEECHES (1960 Bernard L. Kowalski)


Auf Menschengröße mutierte Blutegel töten Menschen...


Kondom des Grauens...

Ich habe mich sehr auf diesen Film gefreut, bin ich doch für Monsterfilme immer wieder gern zu haben und brachten doch die 50er und 60er Jahre jede Menge Trash ins Lichtspielhaus, ob nun freiwilligen oder unfreiwillig komischen. Welcher Freund von Tier-Horror und Monsterfilmen würde sich nicht über eine solch groteske Idee freuen, dass es diesmal mutierte Blutegel sein dürfen, welche die Menschheit bedrohen. Die Suche nach besonders bekloppten Gebieten dieses Sub-Genres begannen erst mit dem Aufkommen der schlecht computeranimierten Billigfilmchen, wie sie zuhauf auf Tele 5 laufen. Dort weiß man, dass man nichts zu erwarten hat. Das schlechte Ergebnis einer 60er Jahre-Produktion ist auch nicht zwingend unmöglich, aber die Wahrscheinlichkeit etwas gelungenes sichten zu dürfen war relativ hoch.

Wie das so mit Wahrscheinlichkeiten ist, müssen sie in der Vermutung nicht stimmen. „Attack Of The Giant Leeches" ist alles andere als ein sympathischer Vertreter seiner Nische geworden. Zwar ist der Film mit 60 Minuten ziemlich kurz geraten, langatmig ist er dennoch. Ewiges Hinhalten steht auf dem Programm, und selbst für einen Streifen seiner Zeit sind die Blutegel viel zu selten zu sehen. Meist wirken sie wie Menschen, die sich einen leicht überarbeiteten Müllbeutel über den ganzen Körper gezogen haben. In einer der wenigen Nahaufnahmen und einer der wenig geglückten Szenen sieht man dann herrlich schlecht getrickst, wie die Blutegel sich einen Menschenimbiss gönnen. Mehr solcher Szenen und ich wäre happy gewesen, zumal die Darsteller für eine solche Billigproduktion positiv überraschen, ohne gleich kleine DeNiros zu sein. Zumindest stapfen sie nicht wie Vollidioten durchs Bild.

Auch die Musik gehört zu den positiven Seiten des Films. Nostalgisches Trash-Flair kommt hierbei auf, es ist ein Spaß für die Ohren. Und passend zu einigen Unsinnigkeiten ist dies auch die richtige Vertonung für einen solchen Film. So sieht man beispielsweise bei einigen Unterwasseraufnahmen die dreckige Scheibe des Aquariums in welchem gedreht wurde. Trotz solcher Momente wird Kowalskis Schund nicht zu jener Kategorie, die Partylaune verursacht, dafür ziehen sich die 60 Minuten viel zu sehr, zäh wie Kaugummi, sich anfühlend wie die doppelte Laufzeit.

Schade, aber zumindest hat man nur eine Stunde seines Lebens vergeudet. Als ich gelesen habe, dass dieser Film 2008 eine Neuverfilmung beschert bekommen hat, hat mich das zunächst aufhorchen lassen. Ein näherer Blick auf der OFDb den Regisseur betreffend, ließ jedoch wieder Ernüchterung folgen, ist doch der selbe Mann für das Remake verantwortlich, der den unterirdischen „Jurassic Shark“ umsetzte. Also wird es wohl noch immer keine gelungene Alternative zum hier besprochenen Film geben, schade! Trash-Fans können ja mal im Netz die Stelle suchen, in welcher sich die Kondom-artigen Killermüllbeutel um ihre Opfer kümmern, dann hat man den einzig schönen Moment des Streifens gesichtet. Den Rest sollte man sich sparen.

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