Donnerstag, 12. Dezember 2013

CRITTERS 2 (Critters 2: The Main Course 1988 Mick Garris)


Brad kommt zwei Jahre nach der schrecklichen Critters-Plage in den Osterferien heim, um seine Oma zu besuchen. Wie es der Zufall will schlüpfen genau jetzt die Critterseier der Vorgeneration. Doch die Kopfgeldjäger aus dem All sind bereits unterwegs um zu helfen...


Critters mögen es nicht, wenn man ihre Eier bemalt...

Als die „Gremlins“ 1984 zum großen Erfolgs-Hit wurden, da ließen es sich allerhand andere fleißige Filmemacher nicht nehmen ähnliche Produkte auf den Markt zu schmeißen. Der Erfolg der „Ghoulies“, „Munchies“, „Little Devils“, „Hobgoblins“ und wie sie alle hießen fiel eher bescheiden aus. Aber ein Konkurrenzprodukt erschloss sich schnell eines ähnlich größeren Fan-Kreises wie die „Gremlins“, und das waren die „Critters“, welche die Chiodo-Brüder kreierten, die später mit „Killer Klowns From Outer Space“ einen eigenen Kultfilm fertig stellen sollten. „Critters“ war nicht ganz das nachgereichte Schnellprodukt eines großen Vorbildes wie die vielen Vergleichsfilme, versuchte der Autor der „Critters“ doch schon länger Geldgeber für sein Projekt um gefräßige, kleine Weltraummonster zu finden, und nach dem großen „Gremlins“-Erfolg und einigen kleinen Änderungen konnte er sein Projekt endlich an den Mann bringen.

Schon der Schluss von „Critters“ kündigte die Möglichkeit einer Fortsetzung an, und die rückte nach kurzen zwei Jahren flink nach. Damals habe ich sie nicht gemocht, konnten die Critters im Gegensatz zum Erstling doch nun sprechen, und das hiefte das charmante Niveau auf jenes vom Kindergarten, eine ärgerliche Sache. Doch ein Artikel auf Intergalaktische Filmreisen brachte mir viele Jahre später eine Information ans Tageslicht, die mir bislang verborgen blieb. Die Critters brabbelten lediglich in der Deutschfassung pausenlos herum. In der Originalfassung sollte es keinen Unterschied diesbezüglich zu Teil 1 geben.

Das machte mich neugierig, zumal die Sichtung so viele Jahre zurück lag, dass fast jegliche Erinnerung an den Streifen verdrängt war. Scheiterte der Film damals wirklich einzig an dem Umstand, dass die Viecher reden konnten? Oder war auch sonst der Wurm drin? Dank einer DVD-Sichtung im Original-Ton mit deutschem Untertitel habe ich mir diese Frage nun endlich beantworten können. Die Antwort lautet: ja, dies war der einzige Wurm, vorausgesetzt man begnügt sich mit einer simplen „böse Monster“-Geschichte, wie sie geradezu üblich für den Videomarkt der 80er Jahre war. Dann gibt es wirklich nichts zu meckern.

Auch wenn die Ausgangslage etwas unglaubwürdig klingt (warum sollten die Farmer aus Teil 1 weggezogen sein?), so begeistert doch allein ein Blick auf den Cast, konnte man doch so einige Gesichter aus dem Vorgänger wieder für die Fortsetzung an Land ziehen. Neben Don Keith Opper, welcher der kompletten vierteiligen Reihe treu bleiben sollte, war die wichtigste Rolle die des Brad, gespielt von Scott Grimes, der ein Jahr später auch in der tollen Zombie-Komödie „Night Life“ mitspielen sollte bevor es still um ihn wurde.

Die Regie wiederum wurde ausgetauscht. Es übernahm Mick Garris das Ruder, für den “Critters 2“ der zweite Langfilm sein sollte und der später nach seiner interessanten Arbeit mit „Psycho 4“ sich hauptsächlich auf Stephen King-Projekte konzentrierte („Schlafwandler“, „Riding The Bullet“, „Desperation“, ...). Garris inszenierte „Critters 2“ mit leichter Hand, relativ routiniert, jedoch auf die angenehme Art. Er vertraute dem schlichten Stoff, und da auch mehr Geld floss, reichten allein die besseren Spezialeffekte aus, um dem Zuschauer genügend Freude zu bereiten. Die Critters sind endlich mal lang genug im Bild, um ihre helle Freude mit ihnen zu haben, und freilich werden sie wieder in “Gremlins“-ähnliche Situationen gesteckt, auch wenn die eigentliche Handlung diesem Vorbild gar nicht so nah ist (so war es bereits im Vorgänger).

Zudem ließ man die Kopfgeldjäger zum Einklang in die Geschichte auf einem fremden Planeten wüten, zauberte dafür einen herrlich bescheuerten außerirdischen Feind, und auch ein Bonus gegen Ende, in welchem sich viele, viele Critters zu einem gigantischen rollenden Ball zusammen tun, ist von den Effekten her für seine Zeit nicht zu verachten. Einzig der Auftraggeber der Kopfgeldjäger wurde verschlimmbessert. Da hätte man besser wieder zum von einem Schauspieler verkörperten, schlichteren Original greifen sollen, anstatt zur komplett künstlichen Alternative, welcher der Reiz fehlt.

Aber sie kommt ohnehin kaum vor, also ist es nur schimpfen der Komplettheit wegen. Ansonsten hat der B-Film-Fan seine Freude mit dieser unsinnigen Geschichte, die sich keinen Moment lang darum schert, dass sie unsinnig ist. Konsequent wird der Quatsch durchgezogen, dabei niemals zu ernst umgesetzt, als dass es peinlich werden könnte und niemals zu witzig, als dass es zu albern werden könnte. Garris hat wie erwähnt den Stoff im Griff, und wer seinen Spaß mit Teil 1 hatte, der dürfte kaum ernsthafte Probleme mit dem ähnlich geglückten Teil 2 haben. „Critters“1 und 2 ist Unterhaltungskino für zwischendurch, ohne hohen Anspruch, aber darauf wert legend für einen B-Movie ein ordentliches Ergebnis abzuliefern. Ach hätten die Verantwortlichen der Teile 3 und 4 dies doch ebenso beherzigt!

Kommentare:

  1. Interglaktische Fernreisen ist ja auch prima! :D
    Zuletzt wars bei Marco grad Unendliche Filmreisen. Ich sollte mal ein paar Patente anmelden. xD

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    1. Lach, wie ist denn das passiert? Wird freilich sofort korrigiert. Aber lustig ists allemale. Wie war noch gleich der echte Name der Seite? Untergalaktische Filmreisen? Intergalaktische Filmpreise?

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