Freitag, 13. Dezember 2013

GHOST MOVIE (A Hounted House 2013 Michael Tiddes)


Kaum ist Malcolms Freundin bei ihm eingezogen, beginnen merkwürdige Ereignisse in seinem Haus. Gut dass er gerade überall Kameras installiert hat und ein Bekannter ihn mit einem Medium bekannt gemacht hat, um dem Spuk auf den Grund zu gehen...


Geistfrei...

Es gab manche Leute, die empfanden bereits „Scary Movie 2“ als den Bodensatz des Genres Komödie. Der war sicherlich nicht das Gelbe vom Ei, aber von einigen Szenen des Fremdschämens einmal abgesehen ging er eigentlich noch in Ordnung. Folgefilme im Rahmen der Movie-Komödien gerieten da schon wesentlich übler und fanden ihren König im Desaster „Disaster Movie“. Mit dem hatten die Wayans-Brüder jedoch nichts zu tun, welche die Schöpfer der „Scary Movie“-Reihe waren und nach Teil 2 dort ausstiegen. Marlon Wayans hat mit „Ghost Movie“ nun eine Film-Parodie umgesetzt ohne die Hilfe seiner Brüder, die Regie überließ er Langfilm-Neuling Michael Tiddes. Und was soll man sagen? Vom „Scary Movie“-Feeling fehlt jede Spur.

Das liegt u.a. daran, dass auch von talentierten Mimen jede Spur fehlt. Aber wer würde auch bei einem Engagement zusagen, das lediglich von Sex- und Fäkalwitzchen lebt, denen selbst innerhalb ihrer eigenen Gattung so etwas wie Einfallsreichtum fehlt. Nicht falsch verstehen! Würde der Film solche Witzchen zwischendurch einstreuen könnte ich durchaus damit leben, selbst Steve Martin war nicht frei von dieser Komik und hat mit seinem extremsten Beitrag diesbezüglich („Der Mann mit zwei Gehirnen“) sogar sein bestes Werk abgeliefert. „Ghost Movie“ besteht jedoch einzig aus billigen Kaka- und Pipi-Gags, so dass sich die Frage erübrigt, ob der Streifen die cineastischen Vorlagen aufs Korn nimmt oder sie nur als Aufhänger nutzt.

Keiner, aber wirklich keiner der infantilen Gags ist auch nur annähernd einfallsreich zu nennen. Im Gegensatz zu „Scary Movie 2“ sind diese Witzchen nicht einmal situationsorientiert eingebracht. Man könnte sie zu jederzeit einfach irgendwo auftauchen lassen (was Wayans ja auch tut), was mitunter deshalb möglich ist weil ein roter Faden sowieso nicht vorhanden ist. Was wäre das, gerade mit Blick auf das Found Footage-Verfahren, für eine willkommene Einladung für humoristische Improvisationskünstler um sich mal ordentlich vor der Kamera austoben zu dürfen? Wayans ruht sich lediglich auf Ideen aus, die jeder geistlose Fünfklässler in seiner verdorbenen Kalauerphase ebenso hinbekäme. Und darin liegt die eigentliche Gemeinheit des Filmes: das Zielpublikum ist mit etwa 9 - 12 Jahren deutlich unter der erlaubten FSK 16. Andererseits würden die auch nichts entdecken, worüber sie nicht schon selbst geblödelt hätten. Am besten sollten Zeugen Jehovas und andere zu wohlbehütete Kinder besagter Alterstufe zugreifen. Für die wird dieses Produkt reinster Ideenarmut zur Party.


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