Samstag, 14. Dezember 2013

GACY (2003 Clive Saunders)


Der Bauunternehmer und Freizeitclown Gacy ist in Wirklichkeit ein psychopathischer Serienkiller. Verdacht kommt erst auf, als es unter dem Haus des Irren unangenehm zu riechen beginnt, jener Ort, wo Gacy sich der meisten seiner Opfer entledigte...


Wo der Spaß aufhört...

„Gacy“ ist ein zusammengestückeltes Werk, das muss man leider so streng formulieren. Der Stil ist nicht gewöhnungsbedürftig, sondern sonderlich. Gewöhnen konnte ich mich daran nicht. Dem Zuschauer werden ständig Informations-Häppchen zugeworfen, dabei wird manch wichtiges kurz angedeutet, manches übersprungen und erst später deutlich, anderes wird niemals deutlich. Das könnte jetzt auch nach einem anspruchsvollen Film klingen, der den Zuschauer fordern soll. Man merkt aber schnell an der billig heruntergekurbelten Art, dass dies nicht der Fall ist. Von Schwächen im Drehbuch soll dies ablenken, vielleicht sogar von schauspielerische Schwächen.

Der Darsteller des Gacy spielt überzeugend, an dem gibt es nicht wirklich etwas zu meckern. An sich ist die Geschichte von Gacy ja auch eine recht interessante. Leider weiß man bei dieser Biographie allerdings nie was Lug und Trug ist und was sich wirklich so zugetragen hat. Ähnlich wie im besseren "Ed Gein", in dem es ebenfalls um einen Serienkiller geht der tatsächlich gelebt hat, wundert es etwas, dass der Mythos Massenmörder nicht zur Sensationsgier verkommt. Das ist ein durchaus lobenswerter Ansatz mit dem man eher nicht rechnet wenn man bedenkt wie viele Menschen diese Verbrecher kultig verehren.

Während man in "Ed Gein" versuchte den Mann hinter den Morden auszuleuchten und nebenbei auf sensible Art Spannung erzeugte, trumpft "Gacy" bloß durch Zurückhaltung, um den Effekt zu umgehen sich eigentlich einer reißerischen Thematik zu bedienen. Was nutzt das, wenn diese Zurückhaltung dazu führt, dass Beweggründe unbekannt sind und weitere Hintergründe für Nichtwissende der realen Ereignisse ebenso, so dass sich der fertige Streifen eher wie ein unkomplettes Filmpuzzle guckt, jedoch ohne dabei jenen Reiz auszuüben, den auf diese Art noch „Blair Witch 2“ zu versprühen wusste.

Etwas mehr hatte ich schon erwartet, eben weil ich über Gacy nicht wirklich etwas wusste. Andererseits ist es schön zu wissen, dass hier nicht unnötig mit Blut rumgespritzt wurde für die nimmersatten Horrorfreaks, die selbst vor wahren Begebenheiten und Mumpitz wie "Gesichter des Todes" keinen Halt machen. Diese werden sicherlich genug über "Gacy" zu maulen wissen.


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