Mittwoch, 1. Januar 2014

BALDUIN, DER TROCKENSCHWIMMER (Le petit baigneur 1968 Robert Dhéry)


Fourchaume feuert voreilig einen Schiffskonstrukteur, erfährt der windige Chef doch erst nach begangener Tat, dass dessen letztes Boot einen Preis abgesahnt hat, so dass allerlei Kunden nun an dem Produkt interessiert sind. Fourchaume setzt alles dran seinen ehemaligen Angestellten zurückzugewinnen. Doch andere Leute sind ebenfalls an dem guten Mann interessiert...


Ein kleines Boot und viele schräge Ideen...

Die Geschichte gewinnt nicht gerade einen Innovationspreis und klingt, wie so oft bei Funès, nach ewigem Stillstand. Davon kann sich „Balduin, der Trockenschwimmer“ zwar auch nicht freisprechen, aber es dauert recht lang bis der Zuschauer ungeduldig wird und dem Ende entgegenfiebert. Dank eines verspielten Charakters weiß man nie wie naiv oder trickreich der von Balduin entlassene Angestellte tatsächlich ist, den der Chef zurückerobern möchte. Und ein windiger Gegenspieler Funès gibt der ollen Geschichte ebenso den nötigen Zunder wie der Mut zu irrsinnigen Ideen. 

Können anfangs Funès ständige Wutattacken in ihrer völligen Übertreibung maximal ein müdes Lächeln ernten, so wissen schräge Ideen wie ein dämlicher Kanuanzug, ein versehentlich in die Länge gezogenes Auto, ein an den Kräften zerrender Aufstieg an die Spitze eines Leuchtturms, oder eine lang zelebrierte Fahrt mit einem selbstständig gewordenen Traktor zu gefallen, so dass „Der kleine Sausewind“ (Alternativtitel) zu einem der angenehmeren Beiträgen der Balduin-Filme wird. 

Aber auch der kann nicht gänzlich überzeugen, wünscht man sich am Ende doch Land in Sicht und freut sich dann doch, wenn das muntere Treiben längst überfällig sein Ende findet. Dennoch: Louis‘ überzogenes Spiel war selten so sehr Trumpf wie hier.


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