Samstag, 5. April 2014

CLOWNHOUSE (1988 Victor Salva)


An Halloween morden drei aus der Irrenanstalt Ausgebrochene in Clownskostümen fleißig vor sich hin, bis sie schließlich in das Haus des kleinen Casey gelangen, der sich schon immer vor Clowns gefürchtet hat...


Red Nose Day...

„Clownhouse“ krankt an schlechter Regie. Das verwundert schon etwas, da mir "Jeepers Creepers", der ebenfalls von Victor Salva inszeniert wurde, eigentlich ganz gut gefallen hat. „Clownhouse“ besitzt meiner Meinung nach einen grundlegenden Fehler: er befolgt die Regeln eines Slashers, ist aber keiner. Das sorgt für Längen und mangelnde Spannung und lässt die Unlogiken, die man sonst gut und gerne auch mal ignorieren kann, unangenehm erscheinen.

Zunächst einmal haben wir drei Täter, das sind  zwei zu viel. Der Täter kann nicht unheimlich sein und mystisch wirken, wenn jeder andere Psycho so wie er ist. Wo Absprache herrscht, da ist noch mindestens ein Funken Konversationsmöglichkeit vorhanden, also eine soziale Fähigkeit. Nicht nur, dass unsere Clowns trotzdem schweigen, wie man es von Jason und Myers gelernt hat, was bereits keinen Sinn ergibt, Salvas suchte sich ausgerechnet den ungruseligsten der drei als Hauptclown aus, als den Clown, der bis zum Schluss am längsten durch hält. Dieser versucht dann auch die ganze Zeit gaaaaanz böse zu gucken, aber so richtig wirken will das nicht, und das obwohl ich Clowns in Horrorfilmen sonst immer sehr gruselig finde. Vielleicht mag sein Treiben bei Teens wirken, aber mit erwachsenen Augen wirkte er nur wie ein Wochenend-Rocker, der seine Lederjacke überzieht um mal ganz cool zu sein. Die anderen beiden Clowns waren in Sachen Gruselwirkung auch nicht das Gelbe vom Ei, aber sie besaßen zumindest mehr Wirkung als er.

Das würde bereits reichen um einen Film stark zu schädigen, aber mit all dem nicht genug: da man sich an die großen Slashervorbilder hielt, musste die Geschichte auch deren Regeln befolgen, egal wie unlogisch dies sein mag. Deshalb vergeht auch endlose Zeit bis die Clowns im Haus sind. Warum sie immer wieder auftauchen, den Jungen verfolgen, es dann doch wieder sein lassen, und warum sie erst so spät das Haus aufsuchen, sich wann wie verstecken und wann welche Art von Attacke überleben ergibt alles keinen Sinn. Zwar sterben die Clowns sehr flott und unspektakulär, was durch ihre Menschlichkeit schließlich Sinn ergibt, vieles andere Gezeigte würde jedoch nur Sinn ergeben wenn sie übermenschlich wären wie Jason, Myers und Freddy.

Außerdem will Salvas ständig zwanghaft kleine Schauermomente einbauen, bis auf zwei gelungener Szenen diesbezüglich hält er aber oft zu kurz drauf, dann wieder zu lang, dann stimmt die Kameraposition wieder nicht oder der Zusammenhang ist einfach witzlos. Es ist schon faszinierend an diesem Film, dass man als Zuschauer stets sieht was der Typ wollte und dann doch nicht schaffte.

Interessanter Weise sind die ersten zwei Drittel des Streifens, die sich mit den Jungs im Haus befassen wesentlich unterhaltsamer als der Horrorpart mit den Clowns. Dies auch nur im direkten Vergleich, ist das Drehbuch doch recht mau ausgefallen. Sätze und Situationen wiederholen sich ins Endlose. Da darf man froh sein, dass die Kids für einen kleinen B-Film zumindest brauchbar besetzt sind.

In diesem unblutigen Werk steckt einfach der Wurm drin. Das ganze erinnert an "Kevin - Allein zu Haus" nur ohne die Fallen. Und eben von diesem Kinderfilm gibt es bereits eine hervorragende Horrorverfilmung. Sie heißt "Deadly Games" und handelt von einem bösen Weihnachtsmann. Dieser französische Film ist trotz konstruierterem Plot wesentlich besser ausgefallen als "Clownhouse", der zu Recht mit der Zeit in Vergessenheit geriet und auch durch den Erfolg von „Jeepers Creepers“ und „Jeepers Creepers 2“ nicht aus der Versenkung wieder aufgetaucht ist.


Weitere Reviews zum Film:

1 Kommentar:

  1. Den kenne ich auch noch von ganz früher. Gab ja ein paar dieser Clown-Horrorstreifen. Hatte ich zumindest als ganz spaßig in Erinnerung. Ist aber wirklich schon lange her...

    AntwortenLöschen