Mittwoch, 30. Juli 2014

I.Q. - LIEBE IST RELATIV (I.Q. 1994 Fred Schepisi)


Ein Automechaniker verliebt sich in die Nichte von Albert Einstein. Da diese nur auf den Intellekt eines Mannes achtet, laut ihrem Onkel aber mehr Freude im Leben gebrauchen könnte, hilft Einstein dem jungen Mann das Herz der Mathematikerin zu erobern...


Das Berechenbare der Liebe...

Tim Robbins ist ein großartiger Schauspieler, den ich aufgrund so einiger großer Darbietungen („Human Nature“, „High Fidelity“, „Code 46“...) regelrecht bewundere. Meg Ryan hat in Filmen wie „French Kiss“ schon des öfteren bewiesen, dass sie eine treffsichere Besetzung für den Bereich der romantischen Komödien ist. Und Regisseur Fred Schepisi hat mit Hilfe von Steve Martins Drehbuch seinerzeit in „Roxanne“ bewiesen, dass auch er dieses Fach beherrscht.

Doch trotz all dieser theoretisch so gut klingenden Chemie funktioniert „I.Q.“ (Originaltitel) nur halbwegs aufgrund der im Film aufflammenden Liebe. Eigentlich ist es nur ein Mann mit dem diese Komödie steht und fällt, und das ist Walter Matthau in der Rolle des Albert Einstein, allein wegen seines Aussehens schon die Idealbesetzung für diese Rolle, durch die schrulligen Vorgaben des Drehbuchs jedoch endgültig als Einstein glänzend.

Dieser wunderbare Charakter wird nun in eine ziemlich unfaire Geschichte gepackt, in welcher der Verlobte der Angebeteten extremst negativ gezeichnet wird, damit man ihn auch bloß nicht mag. Mir tat er dennoch leid, auch wenn seine Negativseiten wirklich humoristisch gut herausgearbeitet wurden. Nicht leid genug um nicht zum Automechaniker zu halten, aber warum Einsteins Nichte sich nun wirklich in diesen verliebt bleibt mit Abstand betrachtet fraglich, kennt sie doch fast nur die Lüge die er lebt. Die sensible Seite des Mannes ist echt, aber könnte sich eine Frau nach Aufdeckung der Lüge darauf verlassen?

Nun gut, eine Rom-Com sollte man nie mit zu viel Abstand betrachten und sich einfach der Magie hingeben, aber die will nur teilweise funktionieren, wird doch etwas zu viel auf das niedliche Aussehen Meg Ryans gesetzt, und diese niedlich lächelnd in Großaufnahme allein reicht nicht um sie sympathisch zu finden. Und da es ihr an wahrer Herzlichkeit im Wesen fehlt, kommt einem das Verliebtsein des Mechanikers eher wie ein kurzes infantiles Schwärmen vor.

Dank eines wirklich gelungenen Drehbuchs und der gut aufgelegten Stars funktioniert „I.Q. - Liebe ist relativ“ glücklicher Weise trotzdem. Die Schrulligkeiten von Einstein und seinen Wissenschaftsfreunden, die Verkettungen die aus einer so simpel klingenden Lüge entstehen und die Schadenfreude mit der aus der Enttäuschung eines anderen etwas Wunderbares für zwei für einander bestimmte Seelen wächst, weiß zu überzeugen. Letzteres aber auch nur weil das Drehbuch nie Zweifel an der Richtigkeit der Mission aufkommen lässt. Wie erwähnt: leid tat mir der Verlobte trotzdem.

„I.Q.“ fehlt die Größe von „Harry und Sally“, „Während Du schliefst“ und „E-Mail für Dich“, aber er schaut sich trotzdem noch immer über Durchschnitt, wenn auch eher wegen der amüsanten Wissenschaftler und dem leidenden Verlobten. Wirklich romantisch wird die Komödie nur selten, einmal jedoch im wichtigsten Moment. Wie die Rolle der Ryan erkennt, dass sie den Mechaniker tatsächlich liebt ist schön herausgearbeitet und wirkt psychologisch gesehen sogar recht glaubwürdig. Aber auch diese Szene funktioniert nicht komplett ohne Matthaus herrlich lustigen Zutuns.


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Kommentare:

  1. Ich hab auch immer das Gefühl, das Walter Matthau ungemein viel Spaß an dieser Rolle hatte. Der trägt den Film ja fast allein. :)

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    1. Aber auch nur weil das Drehbuch Robbins total unterfordert. Der kann so viel mehr! Es wäre schon gewesen ihn gleichrangig neben Matthau spielen zu sehen.

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