Mittwoch, 9. Juli 2014

PIRANHACONDA (2011 Jim Wynorski)


Eine Kreatur - halb Anaconda und halb Piranha - macht Jagd auf Menschen...


Hauptgericht: Rippchen...

Ein Monsterfilm von Produzent Roger Corman und Regisseur Jim Wynorski, das ganze handelnd von einem Wesen halb Anaconda und halb Piranha, trashig betitelt als „Piranhaconda“ - das klingt alles so als wäre es ein Fest-Happening für Trash-Freunde, eine Party für Fans unterster Schubladen-Filme monströser Schlechtigkeit. Dass in Zeiten billigster Computeranimations-Streifen The Asylum im Vergleich zur Corman-Schmiede die Nase vorn hat, beweisen Werke wie „Sharknado“ und „Mega Piranha“. Trotz solch herrlicher Tierkreationen wie der des hier besprochenen Streifens oder anderer Corman-Produktionen wie „Sharktopus“ und „Scorpius Gigantus“ und oft besserer Finanzierung als im untersten Bereich der Asylum-Schmiede, fallen neuere Produktionen des gefeierten B-Movie-Papstes oft zu routiniert aus.

Nicht dass unterhaltsame Werke dieser Sparte Film wie Rays „Supershark“ oder „Sand Sharks“ überdurchschnittlich zur Sache gingen, sie verpackten die Routine jedoch auf unterhaltsame Art, mal humoristisch, mal mit schrägen Gymmicks versehen, in der Not auch mal von Charakteren handelnd, die andere Nichtigkeiten erlebten als Vergleichsfiguren anderer Streifen dieser Art. Es ist nicht immer einfach deutlich zu machen woran die eine C-Produktion Monsterfilm scheitert und eine ähnliche nicht. Wie auch immer: „Piranhaconda“ gehört leider zu den scheiternden, was mitunter auch daran liegt, dass die so plump originell klingende Titelkreatur gar nicht so interessant ausgefallen ist, wie sie zunächst klingt. Okay, das Vieh hat Zähne, ansonsten unterscheidet das Biest jedoch nichts von anderen Riesenschlangen aus Filmen wie „Python“, „New Alcatraz“, „Island Of Beasts“ oder „Killer Kobra“.

Hätte man dem Wesen einen wissenschaftlichen Hintergrund a la Genmanipulation beschert, so wie seinerzeit in Dantes „Piranhas“, hätte man die Story noch ein wenig aufpeppen können. Aber Menschen an einem exotischen Ort nach und nach einer natürlich mutierten Kreatur ins Fressmaul laufen zu lassen ödet auf die Dauer an. Erst recht wenn Figuren erst kurz vor ihrem Verzehr eingeführt werden und begonnene Alternativ-Twists nicht mit der Hauptgeschichte verbunden werden. Lustig ist zumindest für den Trash-Fan, dass das Vieh fast immer nur dürre Schönheiten zu fressen kriegt. Das ist wie Rippchen-Essen auf Diät-Basis und macht garantiert nicht satt. Endlich bekommt eine Dauerfressorgie in solchen Streifen mal halbwegs Sinn.

Während in den meisten der von mir genannten Vergleichsfilme mit Riesenschlangen die Opfer in der Regel nur mit einem Happs verzehrt werden, was animationstechnisch die leichteste Lösung ist, spielt das Mutantenvieh aus „Piranhaconda“ wenigstens ein bisschen mit seinem Essen. Wynorski genießt es ein Opfer auch ruhig erst einmal ein Bein verlieren zu lassen, bevor das Ungetüm sich den Rest von Blondchen holt. Aber er belässt es bei ein paar Beispielen und lässt die Kreatur sich ihre Nahrung ansonsten auf die gewohnte Art zu holen. Jagdgeist muss sie dabei fast nie beweisen. Die meisten Menschen bleiben vor Panik stehen, ducken sich und warten bis sie Vergangenheit sind.

Auch in der Hauptgeschichte geht es nicht interessanter zur Sache. Die Charaktere sind austauschbarer als man es sich wünschen würde, die Darsteller schlecht bis halbwegs akzeptabel, und nicht einmal das Spiel mit den Klischees aus den „Freitag der 13.“-Filmen, das durch die Geschichte eines Horrorfilm-Drehs Einzug in „Piranhaconda“ hält, weiß zu gefallen, auch wenn vereinzelt geglückte Gags vorhanden sind. „Piranhaconda“ ist langweilig, und mir ist bis heute schleierhaft warum „Island Of Beasts“ es bei gleicher Rezeptur nicht war. Der war ebenfalls von Wynorski inszeniert, der in der Regel unterhaltsamen Trash auf die Beine stellt seit er in den 80er Jahren mit „Shopping“ und „Der Vampir aus dem All“ begonnen hat popligen Horrorschund zu drehen.

Nennenswert an „Piranhaconda“ ist lediglich die angenehme Erscheinung, dass der Vorspann hierzulande deutschsprachig eingebracht wurde, ein Zustand der in den 70er Jahren Standard war und im Zuge der Massenproduktionen und Einsparungen schon recht früh in den 80er Jahren eingestellt wurde. Schön dass es die gern geschundenen C-Filmchen sind, die in solchen ungeahnten Bereichen plötzlich Pluspunkte sammeln können. Schade dass es davon in Wynorskis Piranhaschlangen-Film nicht mehr gab. Ein derartig enttäuschendes Ergebnis bin ich von ihm einfach nicht gewohnt.

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