Sonntag, 20. Juli 2014

SLUGS (Slugs, muerte viscosa 1988 Juan Piquer Simón)


Eine aggressive und tödliche Art von Nacktschnecken wird zur Plage in einer Kleinstadt der USA...


Tödliche Schleimer...

„Slugs“ ist ein Tier-Horror der blutigen Art mit ziemlich fiesen Ideen. Leute mit zartem Gemüt sollten ihn meiden. Horror-Fans die es gerne einmal etwas härter mögen sollten wegen dieser Szenen einschalten, sie sollten aber auch gewarnt sein. Aufgrund seines recht skurrilen Humors und Designs wird dieser Schneckenfilm sicherlich nicht jedermans Ding sein. Die Charaktere sind mitunter sehr merkwürdig gezeichnet, Situationen grotesk inszeniert. Wen das nicht stört, oder wer solche Art der Erzählung gar mag, wird solide unterhalten. Der Film erfindet storytechnisch das Genre nicht neu, ist aber kurzweilig und intensiv in seiner Wirkung.

Die Musik ist sehr reißerisch komponiert. Ob auch dies humorvoll gemeint ist, ist schwer zu beurteilen, da sich der Film von seiner Grunderzählung her eigentlich nicht so humorvoll gibt wie man nach meinen ersten Zeilen nun glauben könnte. Ein Jahr vorher wurde der Sound bereits in "Amazonen auf dem Mond" verwendet. Da dort u.a. Science Fiction-Filme der 50er Jahre parodiert werden, die für ihre reißerische Musik bekannt waren, macht dies wohl deutlich, dass ich nicht übertreibe.

Zu den Highlights des Streifens zählt mitunter das blutige Szenario eines sich liebenden jungen Paares, welches feststellen muss, dass das Bett der einzig Schnecken-freie Bereich des Zimmers geworden ist und jene Szene, in welcher wir einen Mann bei einem Restaurantbesuch begleiten dürfen, der am Tag zuvor einen Salat verspeiste in welchem versehentlich eine der Killerschnecken mit zubereitet wurde. Es dürfte wohl keinen überraschen dass bei letztgenannter Szene der Ekel bevor etwas passiert schon fast größer zu nennen ist, als wenn es dann passiert.

„Slugs" muss auf solche Szenen setzen, denn der Spannungsgehalt ist routiniert, ebenso die Qualität der Schauspielkunst der Beteiligten. Das Drehbuch ist solider Durchschnitt, dies aber immerhin zu dem mutigen Versuch den Tier-Horrorbereich mit eher ungruseligen Schnecken zu bereichern. Ob sich dieser Mut gelohnt hat weiß ich nicht, ein großer Kinoerfolg wird Simóns Regiearbeit wohl kaum geworden sein. Aber im Gegensatz zu "Rabbits" zeigen uns die Verantwortlichen, dass ein an sich harmloses Tier sehr wohl im Horrorfilm für Schrecken sorgen kann. Dies liegt mitunter auch an den wenigen Szenen in denen sehr wirksame Schneckenpuppen zum Einsatz kamen. Wie eines der Viecher im ersten Drittel des Films nach unserem Filmhelden schnappt, sieht schon sehr toll aus und macht um ein weiteres deutlich, dass handgemachte Spezialeffekte denen aus dem Computer weit voraus sind.

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