Sonntag, 7. September 2014

THE AMAZING SPIDER-MAN 2 - RISE OF ELECTRO (The Amazing Spider-Man 2 2014 Marc Webb)


An seinem Geburtstag verwandelt sich Max, der Elektriker von Oscorp, in eine elektronische Bestie, die sich von Spider-Man verraten fühlt und auf Rache sinnt. Zwar kann Electro, wie sich der verwirrte Mann nennt, gefangen und eingesperrt werden, aber mit Hilfe des tod-kranken und frisch entmachteten Harry Osbourne, Peter Parkers ältestem Freund, der sich von Spider-Man um eine Heilmethode verraten fühlt, gelingt ihm die Flucht. Während Max das Stromnetz der Stadt anzapft und dabei immer mehr Kraft erhält, erfährt Harrys Körper durch einen medizinischen Selbstversuch eine ganz andere wunderliche Wandlung...


Nicht jeder Elektro-Müll lässt sich leicht entsorgen...

Als 2012 mit „The Amazing Spider-Man“ nur wenige Jahre nach Sam Raimis Trilogie um den arachniden Superhelden erneut die Entstehung Peter Parkers zu Spider-Man erzählt wurde, durfte man sich schon wundern, dass dieser Film auf recht eigene Art zu punkten wusste, setzte er doch andere Schwerpunkte als der 10 Jahre zuvor entstandene „Spider-Man“ und hatte man mit Andrew Garfield doch einen aus dem Dramen-Bereich talentierten Mimen an Bord, der in der Rolle Parkers zwar nicht ganz so gut zu wirken wusste wie Tobey Maguire, aber noch immer eine gute Wahl für die Besetzung war.

Was den heruntergeschraubten Humorpegel und die damit etwas ernstere Umsetzung von Teil 1 betrifft, so hält sich auch die Fortsetzung an dieses Rezept. So charmant ausgefallen wie sein Vorgänger ist „The Amazing Spider-Man 2 - Rise Of Electro“ dann leider aber doch nicht, ist dieser doch selbst für einen Superhelden-Film aus viel zu kindlichst naiver Sicht erzählt. Der Gegner wirkt in seinem Verhalten wie aus einer Zeichentrickserie entlaufen, die Dramaturgie des Streifens wird zu plastisch mit hohlen Phrasen heruntergeleiert, die Glaubwürdigkeit von Randfiguren für reißerische Elemente geopfert (z.B. in jener Szene, in welcher Peter die Wahrheit über seinen Vater erfährt), und die Action wird für einen Blockbuster derart hochgeschraubt, dass es nicht mehr um die Action der Geschichte geht, sondern um das Angeben mit neuesten Spezialeffekten.

Zwar weiß auch Teil 2 Szenen-weise noch gelegentlich zu gefallen, meist wenn es humoristisch wird, und das Ableben einer gemochten Figur wird doch noch als einzig halbwegs funktionierender dramatischer Moment eingefangen, insgesamt ist „The Amazing Spider-Man 2“ mental aber endgültig im Bereich des Kinderfilmes angekommen. Ernst nehmen kann man ihn, selbst für Superhelden-Verhältnisse, nicht mehr. Schade! Nach dem geglückten Teil 1 war ich sehr optimistisch, dass es nach Sam Raimis tollen Filmen mit Spider-Man positiv weiter geht. Hoffentlich bleibt Teil 2, der etwas hektisch von einem Erzählschwerpunkt zum nächsten springt, die Ausnahme. Aber so oder so: an einen Teil 3 werde ich sehr kritisch herangehen.

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