Sonntag, 5. Oktober 2014

ZOMBIE NIGHT (2003 David J. Francis)


Gerade eben war noch alles normal und nur kurz darauf ist die Welt bevölkert von Zombies. Eine kleine Gruppe Menschen schließt sich ein und hofft auf Rettung. Dort auf Teamwork angewiesen sorgt nicht nur ein unerträglicher Zeitgenosse für Ärger, auch die Zombies lassen sich nicht so leicht abwimmeln...


Die Nacht der gähnenden Toten...

Der kanadische „Zombie Night“ ist nur etwas für Fans des Zombie-Subgenres. Was sich wie eine Empfehlung für Stammgäste dieser Art Film liest, ist jedoch von mir anders gemeint. Der Grund warum man den ein oder anderen Zombiefilm schon gesehen haben sollte ist jener, dass Vorkenntnisse scheinbar von den Verantwortlichen der Geschichte erwartet werden. Das Werk ackert jeglichen Storyaspekt im Schnellverfahren durch. Urplötzlich sind die Zombies da, die Gruppe Überlebender findet sich viel zu schnell zusammen. Selbst Locations werden arg flott gewechselt. Das Woher und das Wie-töten wird in Rekordschnelle erkannt.

Nun könnte man meinen „Zombie Night“ wäre aus diesen Gründen ein flotter Vertreter seiner den Videomarkt überflutenden Gattung, aber weit gefehlt. Er guckt sich langatmig. Außerdem irritiert er mit seinen dämlichen Zeitsprüngen, die zwar gerne mal nur wenige Stunden betragen, aber reichen um ein mangelndes Feingefühl David J. Francis‘ deutlich zu machen. Dem Zuschauer fällt es damit schwer sich in die ohnehin lahm charakterisierten Gruppenmitglieder einzufühlen, wenn beispielsweise eine Person der Gruppe Überlebender das scheinbar sichere Versteck verlassen will, nur um nach einem schlecht gesetzten Zeitsprung sofort wieder rein zu wollen. Der Zeitunterschied ist kaum erkennbar.

Zudem will der Film eine Geschichte wie Romeros "Zombie" erzählen, nur dass ihm dafür das nötige Kleingeld fehlt. Was beim Zombie-Make-Up nicht viel ausmacht (billig umgesetzt, aber halbwegs effektiv ausgefallen) wirkt jedoch äußerst schädigend wenn man sich zu wenig Statisten leisten kann. Wie will man eine weltweite Zombiebedrohung darstellen, wenn immer nur ein paar Leutchen als die untote Bedrohung durchs Bild huschen?

Dass die Darsteller der größeren Rollen arg mau spielen wird wohl kaum noch wen nach der Aufzählung der bisherigen Negativpunkte überraschen. Die Charaktere die sie spielen wirken sprunghaft wie vieles andere im Film. Sie bestehen aus groben Charaktereigenschaften, formelhaft jegliche Individualität vermissen lassend, und die Auseinandersetzungen die sie untereinander austragen wirken unnötig und aufgesetzt, deshalb eingebracht weil dies zu einer solchen Geschichte dazuzugehören hat. Als wäre das alles nicht schon unvorteilhaft genug, sehen sich alle Protagonisten auch noch viel zu ähnlich, mit Ausnahme des Quotenschwarzen versteht sich, der als Klischee nicht fehlen darf.

Ein guter Drehbuchautor muss sich nicht nur in Figuren und Situationen hinein denken können, er muss auch gut planen können. Und so sind Filme dieser Art oft deshalb gut erzählt, weil es in obligatorischen Gruppen die sich in diesen thematisch ähnlichen Stoffen bilden auch immer einen Organisator gibt, jemanden der den Überblick behält und trotz der Gefahrensituation möglichst rational denkt. Das fängt bei dem Schaffen von Grundlagen wie Schutz, Nahrungsmittelorganisation, Lebensmitteleinteilung, dem Einteilen von Wachschichten und ähnlichen Dingen an. Sollte es ein Zufall sein, dass wir bei „Zombie Night“ ein mieses Drehbuch vorliegen haben und die Gruppe gleichzeitig eine solche Planungsfigur vermissen lässt?

Dass man bei all den Negativpunkten zu keinem positiven Ergebnis gelangt, ist klar. Zurück bleibt ein verärgerter Zuschauer, dessen Laune sich sicherlich nicht durch die Dreistigkeit bessert, dass Sonnenauf- und Untergang getrickst werden, in dem man das vorhandene Bildmaterial einfach auf- bzw. abdunkelt. Endlich gibt es kein Drumherumreden mehr. Der Zuschauer wird verarscht, dies offensichtlich, aber zumindest sorgt solch eine Sequenz endlich einmal zum lachen, nachdem „Zombie Night" ansonsten unfreiwillige Komik vermissen lässt und sich lediglich staubtrocken und todlangweilig guckt, da er sich trauriger Weise bierernst nimmt und sich selbst die Darsteller scheinbar für irre gute Mimen halten, so ernst und selbstsicher wie sie dilettantisch spielen.

Also, Finger weg von dieser Billig-Produktion, die wirklich gar nichts zu bieten hat, nicht einmal bedrohliche Zombieszenen. Die hier auftauchenden Untoten warten nämlich gerne mal das Ende eines Dialoges ab, bevor sie nach langem Nichtstun und Herumstehen lahm agierend angreifen.


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