Freitag, 23. Januar 2015

THE INVISIBLE MAN (2000 Breck Eisner u.a.)


Ein Dieb bekommt die Wahl statt seine Haftstrafe auszusitzen an einem Experiment teilzunehmen. Er stimmt zu und bekommt eine Drüse ins Hirn gepflanzt mit welcher er unsichtbar werden kann. Als aufgrund eines Terroraktes die Wissenschaftler des Experiments umgebracht werden, nimmt sich die Agency des Mannes an und bildet ihn mit ihren knappen Mitteln zum Agenten aus...


Drüsenüberfunktion führt zum Wahnsinn...

Die Thematik des Unsichtbarseins hat die Filmwelt damals wesentlich häufiger beschäftigt als heutzutage, was ich sehr schade finde, gehört sie doch zu meinen liebsten Themengebieten der Science Fiction. In den 30er Jahren ging es mit der Roman-Verfilmung „Der Unsichtbare“ und dessen Fortsetzungen los. Eine lustige Variante namens „Die unsichtbare Frau“ folgte in den 40er Jahren, das Fernsehen nahm sich der Thematik danach in Serienform bereits 1958 an. Da erschien erstmals eine Serie namens „Der Unsichtbare“. Die Serie „Der Unsichtbare“, die in den 70er Jahre folgen sollte, hatte mit H.G. Wells Roman nichts mehr am Hut. Und „The Invisible Man“, die 2000 startete und es auf zwei Staffeln schaffte (von denen in Deutschland lediglich Staffel 1 auf DVD erschien) ebenfalls nicht.

Im Pilotfilm, der als Doppelfolge aufgesplittet wurde, hängt als Verweis zwar in einer Szene ein Poster des 30er Jahre Universal-Klassikers im Hintergrund, und der Vorspann beginnt ebenfalls mit Bildern aus besagtem Schwarz/weiß-Film, aber das ist nur die Verbeugung vor dem Ideengeber, inhaltlich gibt es keinerlei Parallelen, da ist „The Invisible Man“ schon eher mit der 70er Jahre-Serie vergleichbar, immerhin lösen beide Helden pro Folge Kriminalfälle. Der Covertext der DVD hingegen lügt wie gedruckt, erzählt was von einer Jagd auf die Terroristen, die das Experiment zerstörten. Aber diese Geschichte ist bereits mit dem Piloten beendet. Da hat der Autor wohl etwas ungeguckt missverstanden.

Der ehemalige Verbrecher wird Agenten-Lehrling für die Agency, und auch wenn die Serie nicht gerade über ein angenehmes Mittelmaß herausragt, so muss man es den Autoren doch zugestehen, dass sie die frühe Phase der Serie für Möglichkeiten nutzen, die später nicht mehr möglich wären. So misstraut der Unsichtbare der Agency, für die er unfreiwillig arbeitet, gehörig. Er spioniert Kollegen hinterher, rutscht auch mal in sein altes Verbrechermuster ab, und das gegenseitige Vertrauen wird hart erarbeitet und bröckelt nach etwa 10 Folgen noch immer recht deutlich. Für diese Entwicklungsphase lässt man sich Zeit, und das tut der Serie gut, macht es sie doch vielschichtiger als wenn der gute Mann lediglich stumpf seine Aufträge als Agent erfüllen würde.

Die sind nicht sonderlich aufregend zu nennen, gehen als okay durch, aber letztendlich nimmt sich die Serie trotz leichter Ausflüge in die Komik viel zu ernst, als dass man sie als Zuschauer ernst nehmen könnte. Sie macht Spaß, ist also in etwa das was die TV-Serie „Krieg der Welten“ für die 80er Jahre war, aber auch mit Freude an der Sache erkennt man doch wie billig das alles zusammengeschustert ist und einem ausgeleierten Konzept folgt, das schon zu Zeiten von „Ein Colt für alle Fälle“ nichts neues mehr war. Die „Der Unsichtbare“-Serie aus den 70er Jahren scheiterte daran, hatte aber auch nur öde Unsichtbaren-Tricks auf Lager und bot einen Helden der unsympathischer nicht hätte sein können.

Die 00er Jahre-Serie, die keinen Bezug zur 70er Jahre-Serie besitzt, ist zumindest brauchbar umgesetzt und geht recht verspielt mit ihren eigentlich doch eindimensionalen Charakteren um. Nach einiger Zeit ist nicht alles so eingefahren wie es zunächst wirkt, Figuren ebenso wenig. Andererseits wird „The Invisible Man“ nie entspannt und individuell genug um den starren Serienregeln zu entfliehen. Im Gegenteil: man klammert sich an das seit Jahrzehnten zelebrierte Muster solcher Serien, modernisiert es lediglich ein wenig, hangelt sich aber absichtlich in der klassischen Figurenkonstellation von Abenteuer zu Abenteuer.

Das ist schon schade, mehr wäre möglich gewesen, auch mit der eher durchschnittlich bis mau agierenden Darstellerriege. Aber wie bereits erwähnt: es reicht um anspruchslos unterhalten zu werden. „The Invisible Man“ ist Trivialunterhaltung ohne individuellen Erkennungswert, als Serie für zwischendurch aber durchaus brauchbar. Ich finde es schade, dass die zweite Staffel bislang keine Veröffentlichung erhalten hat. Damit ist „The Invisible Man“ nach „Lexx“ bereits die zweite Serie die ich nicht auf deutsch zu Ende gucken kann. So etwas finde ich immer sehr enttäuschend.


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