Donnerstag, 8. Januar 2015

WHITE NOISE - SCHREIE AUS DEM JENSEITS (White Noise 2005 Geoffrey Sax)


Mithilfe eines Fremden kann der Architekt Jonathan Rivers Kontakt zu seiner verstorbenen Frau aufnehmen. Hierfür werden die unbesetzten TV-Kanäle benutzt, in denen man elektronische Stimmen aus dem Jenseits einfangen kann. Jonathan beginnt damit selbst in der Jenseitswelt herumzuforschen. Doch da draußen gibt es auch böswillige Gestalten...


Ein Kanal für Freigeister...

Die Idee im weiten Rauschen zwischen den Kanälen auf die Jagd nach Botschaften aus dem Jenseits zu gehen, hat schon ihren Reiz, der durchaus für gruselige Momente sorgen könnte. Um solche ist Regisseur Geoffrey Sax, der hauptsächlich fürs Fernsehen arbeitet und u.a. den 90er Jahre TV-Film zu „Doctor Who“ abdrehte, jedoch kaum bemüht. Ihn interessiert viel mehr der dramatische Aspekt der Geschichte, macht aus einer möglichen Spukgeschichte lieber eine esoterisch angehauchte und umgeht tiefgehende Randthematiken wie die der Glaubensfrage im Konflikt mit der Umwelt oder der Vertiefung der Geisterwelt und warum diese so empfänglich ist für die leerstehenden Kanäle.

Für meinen Geschmack etwas zu empfänglich! Nein, was tummeln sie sich da alle umher, diese verlorenen Seelen, die Botschaften an die Hinterbliebenen zu richten haben. Okay, so simpel ist die Geschichte dann doch nicht gestrickt, wie sich mit der Zeit herausstellt, zumal eine Zeitverzögerung für zusätzliches Interesse zu sorgen weiß. Aber eine etwas längere Suche nach Kontakten inmitten des Kampfes weiße gegen schwarze Ameisen hätte den Spannungsbogen und die Glaubwürdigkeit für eine so abgehobene Idee wesentlich steigern können, vielleicht sogar den zu kurz kommenenden Gruselfaktor fördern können.

Dass sich Sax‘s Werk jedoch nur mit der Oberfläche dessen was es über die Geisterwelt zu wissen gibt befasst, ist ein Trumpf des Streifens. Damit bleibt die Geschichte rätselhaft, und die unheimlichen Gestalten, die sich da draußen in der Parallelwelt der Geister zusätzlich aufhalten, bleiben mystisch. Manchmal weiß das Ungeklärte mehr zu wirken als ein zu bemühtes Erklären. Und wichtig ist der dämonische Hintergrund für die eigentliche Geschichte die erzählt werden soll ohnehin nicht.

Wer es im übernatürlichen Bereich mal etwas gefühlvoller mag, womit das Genre des Horrorfilms fast ausschließlich gegen den Fantasy-Bereich ausgetauscht wird, liegt mit „White Noise“ zumindest nicht daneben. Sicherlich fehlt ihm das gewisse Etwas um ihn zu etwas Besonderem werden zu lassen, als Zwischendurch-Kost geht er jedoch in Ordnung, hat er doch Michael Keaton als Pluspunkt mit an Bord, der den trauernden und neugierigen Jonathan auf eine sehr ruhige und bedachte Art zu spielen weiß, wohl der Keaten-Trumpf schlechthin.

Und die Geschichte selbst dümpelt leicht und damit leicht verdaulich vor sich hin, nie zu zahm um Desinteresse entstehen zu lassen, nie zu hart um zu wahrem Horror zu werden. Auch an Atmosphäre mangelt es nicht, einfach weil die Forschung im Zentrum steht, was selbst in einem Esoterikfilm nie von Nachteil sein kann, zumal man durch sie parallel zu den Gefühlen des Protagonisten eng an die Hauptfigur gebunden wird. Dementsprechend kann man sich „White Noise - Schreie aus dem Jenseits“, der zwei Jahre später mit „White Noise 2 - Fürchte das Licht“ fortgesetzt wurde, ruhig mal geben.


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