Freitag, 13. März 2015

7 ZWERGE - MÄNNER ALLEIN IM WALD (2004 Sven Unterwaldt Jr.)


Schneewittchen landet auf der Flucht vor der bösen Königin in der Wohngemeinschaft von sieben abseits der Zivilisation lebenden Zwergen und bringt deren bislang frauenbefreites Leben durcheinander. Als sie von einem Untergebenen der Königin entführt wird, eilen die Wunderlinge ihr zu Hilfe...


Ottos sechs Helferlein...

Nach allem was man über „7 Zwerge - Männer allein im Wald“ zu lesen bekam war es ein echtes Wunder, dass ich mit dem Film halbwegs sympathisiere. Ich hatte mich auf das schlimmste eingestellt, immerhin war Waalkes Vorgänger-Werk "Otto - Der Katastrophenfilm" Humor aus  der untersten Schublade und damit noch weitaus nerviger als ein Otto-Film in der Regel ohnehin schon ist. Und dass der Rest mit TV-Comedians besetzt wurde, neben dem Zirkusclown wohl die schlechteste Art Komiker, klang auch ziemlich übel.

Zwar ist "7 Zwerge" keine gelungene Komödie, aber mit geringen Erwartungen weiß er doch halbwegs zu unterhalten. Das wundert in so fern als dass man nicht umhin kommt zu sagen, dass der Großteil des Films aus kindlichsten Peinlichkeiten besteht. Da aber alles provokativ naiv, primitiv und dämlich erzählt ist, funktioniert das sogar halbwegs. Otto nervt nicht halb so viel wie vermutet, und der schon immer völlig unwitzige Ralf Schmitz blieb zwar unwitzig wie gewohnt, aber das schien den Verantwortlichen des Streifens bewusst zu sein, so dass er stets nie all zu auffällige Auftritte beschert bekam und nur eingesetzt wurde um mit seiner Prominenz  Menschen ins Kino zu locken.

Ausnahme-Komiker Mirco, der mit seinem Talent mehr hätte erreichen können als in einer solch infantilen Komödie zu landen, verkauft sich unter Preis, zeigt aber auch anhand eines Szenarios rund um einen Rammbock wie kindische Komik humorwirksam umgesetzt werden kann. Szenen wie jene mit dem mit Scheiße gefülltem Katapult hätte man sich widerum sparen können, die stehen für das Gegenteil und sind leider viel zu häufig vorhanden.

Nina Hagen überrascht mit einer überzeugenden Darbietung der Königinnenrolle, ihre Tochter wirkt dank ihres niedlichem Aussehens, und die Produzenten überraschten gleich mit drei Dingen: 1. dass sie Helge dazu gekriegt haben bei einem solchen Film mitzuwirken (dessen Szene dann auch wahrlich witzig ist), 2. dass sie den Gastauftritt von Harald Schmidt mittels einer unwitzigen Szene völlig verschenkt haben und 3. damit, dass Atze Schröder eine so große Rolle beschert bekommen hat. Wenn es jemanden gibt, der mich vor dem Erscheinen Mario Barths in der Comedyszene nicht ein Mal zum Lachen kriegen konnte, dann war es Atze. Ich habe mich schon immer gefragt wie wohl sein Publikum aussehen mag, da ich bis heute niemanden kenne, der von ihm begeistert ist.

Was an „7 Zwerge" unglaublich nervt ist das ständig vorgetragene Zwergenlied, das bereits beim ersten Hören tierisch auf den Senkel geht. Insgesamt ist es aber ohnehin schwierig zu erklären woran die einen Witze scheitern und warum die anderen Witze ziehen, wo sie sich doch scheinbar kaum voneinander unterscheiden. Bei vielen Menschen wird sich dieser Unterschied nicht auftun. Die lachen entweder über jegliche Albernheit oder scheuen sich davor.

Ich, der irgendwie dazwischen steht, gestehe aber ein dass "7 Zwerge" wahrlich Unterhaltung auf niedrigstem Niveau ist und es geradezu erstaunlich ist, dass inmitten dieses infantilen Meers doch noch einiges zu funktionieren weiß. Vielleicht liegt es an dem Hauch Restwürde, den Personen wie der Darsteller des Chefzwerges mit an Bord bringen. Vielleicht liegt es aber auch ganz im Gegenteil am hemmungslosem Umgang jegliches Niveau zu untergraben. Ich weiß es nicht. Ich würde mich aber auch nur dann näher mit dieser Frage beschäftigen, wenn der Streifen einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Und das ist bei dieser mittelmäßigen Komödie nicht der Fall.


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