Samstag, 11. April 2015

SCREAM 2 (1997 Wes Craven)


Die Geschehnisse von einst laufen gerade erst filmisch umgesetzt im Kino, da geht das Morden plötzlich auf einem College weiter. Und wieder hat es der Mörder auch auf Sidney abgesehen...


Fortsetzungen sind grundsätzlich minderwertig...

Hatte ich in meiner Review zum ersten „Scream“ noch behauptet die Fortsetzung klammere sich arg brav an die Formel des ersten Teils und sei eher mittelmäßig ausgefallen, so muss ich das nach erneuter Sichtung großteils doch revidieren. „Scream 2“ erzählt die Geschichte des ersten Teils interessant und mit anderen Schwerpunkten versehen gekonnt weiter, nimmt sich Zeit die bereits bekannten Figuren psychologisch näher zu vertiefen, vernachlässigt darüber hinaus aber neue Figuren so gut kennen zu lernen wie die alten in Teil 1. Das ist schon etwas schade, schadet dem Streifen aber nicht wirklich.

Dass die Intensivität der Eingangssequenz vom Vorgänger nicht so leicht ein weiteres Mal einzufangen ist, geschweige denn getoppt werden kann, ist klar, aber sie kann sich sehen lassen, die Eröffnungssequenz von Teil 2, die einem vernachlässigten Thema zu den Überlegungen der Gesetzmäßigkeiten eines Horrorfilms nachgeht. Auch sie ist packend inszeniert, doch das ist nichts gegenüber manch spannender Sequenz die uns im Laufe der Story noch erwartet. In Sachen Spannungsgehalt toppt Teil 2 den Vorgänger sogar, innerhalb einer Inszenierung die ebenso flüssig ohne Stolpersteine daher kommt wie Teil 1.

„Scream 2“ könnte mit all seinen neuen Ideen (alles zum Thema Fortsetzungen) und Erweiterungen alter Ideen (Cotten in die Haupthandlung einzubauen), sowie mit dem Luxus sich Zeit für ausgefallene Suspense-Momente zu nehmen (die Theater-Probe) locker mit dem Erstling mithalten, wenn... ja wenn die Auflösung nicht völlig enttäuschend ausgefallen wäre. Da wird geredet und geredet um der Begründung für die Morde einen Sinn zu geben, aber das ist vergebens, weiß das alles doch nicht wirklich zu überzeugen, zumal die Figur, soviel sei verraten, zuvor nur hin und wieder unbedeutend durchs Bild huschte und deswegen eine Zuschauerverarsche als der aufgedeckte Täter ist.

Zudem ist das Finale nach der Aufdeckung zu lang geraten, ohne mit ausgefallenen Überraschungen eine solch ausgedehnte Sequenz zu legitimieren. Hier hatte Teil 1 die Nase um Längen vorn, konnte noch einmal als individuelles Produkt trumpfen, welches den Kult-Status zurecht verdient, während das Gebrabbel in Teil 2 ziemlich viel vom eigentlich positiven Restergebnis kaputt macht. Schade, aber wenn man drauf eingestellt ist macht der Streifen trotzdem viel Spaß. Mit „Scream 4“ kann er, entgegen dem was ich zuvor behauptet habe, also doch locker mithalten.


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