Samstag, 13. Juni 2015

DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN (Virus 1980 Bruno Mattei u.a.)


Nach einem Unglück in einem Forschungslabor in Neuguinea verbreitet sich ein Virus der Tote wiedererweckt und zu blutrünstigen Bestien macht...


Mit Goblin wird alles etwas besser...

Nein, Bruno Mattei ist wahrlich kein Romero oder Fulci. Das beweist sein „Die Hölle der lebenden Toten“ bestens, der zwar auf seine reißerische Art halbwegs zu unterhalten weiß, wahre Qualitäten aber nie aufblitzen lässt. Dreist wird die Story aus „Zombie“ und „Woodoo“ wirr zusammengemixt und mit der Musik aus der europäischen Version von erstgenannter Konkurrenz untermalt, was dem Film zumindest ab und an eine gewisse Atmosphäre zu bescheren weiß.

Letztendlich ist das Grundflair des Streifens jedoch viel zu idiotisch ausgefallen, als dass man „Virus“ (Originaltitel) wirklich ernst nehmen könnte. Der Trupp Helden wirkt wie eine Billigvariante aus Romeros zweitem Zombie-Streich, der sogar fast noch mehr an die Crew aus „Raumschiff Enterprise“ erinnert, spätestens weil der Anführer eine gewisse Ähnlichkeit mit William Shattner besitzt. Die Dialoge in der Deutschfassung sind zumindest recht selbstkritisch ausgefallen. Es war einem also bewusst welch widersprüchliches Werk man hier vertont. Das weiß zu gefallen.

Die simplen Spezialeffekte sind leicht zu durchschauen und wissen nicht wirklich zu schocken. Und dass man wie eingangs erwähnt die Regie nicht wirklich gut heißen kann, beweist die Art wie der Film geschnitten wurde. Immer wieder werden Tieraufnahmen oder (ebenfalls von „Zombie“ “inspirierte“) Momente in denen Politiker und Medien-Fuzzies sich streiten dafür genutzt die Geschichte zu unterbrechen, um nach besagter Pause das Hauptszenario an völlig anderer Stelle fortzuführen. So darf man sich manchmal fragen wie die Soldaten und ihr Anhang aus einer gewissen Situation herauskamen oder warum manches Fehlverhalten der Truppe eine Szene weiter schon vergessen ist.

Letztendlich braucht man trotzdem nicht all zu streng mit „Night of the Zombies“ (Alternativtitel) zu sein. Sicher ist er bei weitem nicht so geglückt wie „Invasion der Zombies“, und als unfreiwillig komischer Film besitzt er nicht das Kaliber von „Die Rückkehr der reitenden Leichen“ und „Die Rückkehr der Zombies“. Aber er lässt sich mit weit heruntergeschraubten Erwartungen zumindest schauen, womit er Rohrkrepierern wie „Oase der Zombies“ und „Die Nacht der Zombies“ etwas voraus hat. Vom Unterhaltungswert her würde ich ihn noch am ehesten mit „Großangriff der Zombies“ vergleichen, obwohl man den ernster nehmen kann als Matteis „Zombi 4“ (Alternativtitel).

Fans der ersten Zombiewelle werden ihn ohnehin schon gesichtet haben. Und wem anders muss man „Zombie 5 - Ultimate Nightmare“ (Alternativtitel) wahrlich nicht empfehlen. Die Gesellschaftskritik in Form einer Öko-Botschaft wirkt aufgesetzt wie in „Der Mörder-Alligator“, die emotionalen Momente ebenso. Der Tiefpunkt in Sachen Dramatik bietet die Schuldzuweisung eines Familienvaters aufgrund der Erkrankung seines Sohnes. Aber immerhin wird man dafür mit einer ungeschönten Zombiekind-Attacke belohnt, die so früh in dieser harten Art auch nur aus Italien kommen konnte. Schauspielerisch braucht man freilich nicht wirklich Können von dem Knaben erwarten. Spaß macht die Szene trotzdem.

Also, Allesgucker zum Thema Zombie können zugreifen, werden aber kein wirkliches Highlight oder einen wahrlich genießbaren Zwischendurchverzehr erfahren. Letztendlich ist „Zombie Inferno“ (Alternativtitel) ähnlich plump ausgefallen wie Matteis Spätwerk „Zombies - The Beginning“, nur dass Mattei in der Zombiewelle der 00er und 10er Jahre bei „Aliens - Die Rückkehr“ geklaut hat anstatt bei den Zombie-Größen. Dass im direkten Vergleich jedoch eher der Retro-Charme eines „Virus - Die Hölle der lebenden Toten“ (Alternativtitel) siegt als eine Schnellschuss-Produktion der zweiten Welle dürfte jedem Schund-Fan mit dem Herz am rechten Fleck klar sein.


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Kommentare:

  1. Na das ging ja flott. Deckt sich aber ja auch großteils mit dem, was ich dir sagte. Wenn du ihn noch zwei-drei Mal am Stück schaust, wirst du sicher auch die politische Botschaft ernster nehmen. :D

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    1. Nach zwei-drei Mal am Stück schauen gebe ich mein Gehirn an der Gaderobe ab! Danke, ich verzichte! *g

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    2. Ich habe ja nun inzwischen auch Zombie Lake und Oase der Zombies mehrfach gesehen, ich spreche aus Erfahrung. :D

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