Samstag, 17. Oktober 2015

ANNABELLE (2014 John R. Leonetti)


Nach dem ein junges Ehepaar von einer Gruppe Okkultisten überfallen wird und diesen Angriff überlebt hat, steckt etwas Böses in einer der Puppen, welche die bald werdende Mutter sammelt. Ein Umzug soll vom erlebten Schrecken ablenken, aber solange die Puppe Annabelle im Haus ist, ist die ahnungslose Familie nicht sicher...


Chuckys Schnarchtante...

Mit Puppen verhält es sich im Horrorfilm ähnlich wie mit Clowns: sie wirken quasi von selbst bedrohlich, was die Arbeit mit ihnen als Aggressor ungemein vereinfacht. Wenn man bedenkt wie viele Beiträge allein Vielfilmer Charles Band in billigst zusammengeschusterter Art auf die Menschheit losgelassen hat ohne diesen Effekt zu verfehlen, darf es ungemein verwundern, dass ausgerechnet eine professionelle Produktion es nicht hinbekommt die Puppe im Zentrum ihres Filmes bedrohlich wirken zu lassen. Erst recht wenn man bedenkt, dass der Film die Vorgeschichte des Erfolgs-Gruslers „Conjuring - Die Heimsuchung“ erzählt.

Schon der hat mir nicht wirklich gefallen, was jedoch mit allerhand Fehlentscheidungen im letzten Drittel zu tun hatte. Spannende Momente hatte Teil 1 durchaus vorzuweisen. Deswegen habe ich mich trotz des mittelmäßigen Ergebnisses auch auf „Annabelle“ eingelassen, dachte ich mir doch wenn es ein Film schafft trotz vieler Fehler eine unheimliche Stimmung zu entfachen, dann schafft man das mit einer Puppe im Zentrum erst recht. Doch Regisseur Leonetti schafft es nicht eine einzige Szene lang mit Hilfe des Sammlerstücks Unbehagen beim Zuschauer zu erzeugen. Und katastrophaler Weise schafft er es auch nicht mit irgendwelchen anderen Begebenheiten von denen der Film erzählt.

Wie soll er dies auch schaffen, so ungelenk wie der Film in seiner mit Unnötigkeiten vollgestopften Art doch erzählt ist? Er ist kein sonderlich begabter Regisseur, was seine Arbeit „Butterfly Effect 2“ deutlich zeigt. Ein solcher Mann kann aus einem schwachen Drehbuch nichts ernten, und so unglaublich schlecht wie die Geschichte ausgefallen ist hätten dies auch nur die wenigsten begabten Leute gleichen Fachs hinbekommen.

„Annabelle“ entfacht keine unheimliche Atmosphäre, nicht einmal ansatzweise einen leichten Spannungsbogen, geschweige denn auf irgendeine andere Art so etwas wie einen Unterhaltungswert. „Annabelle“ schaut sich zunächst arg nervig, und wird im Laufe der Zeit immer langweiliger, bis man schließlich endgültig aufgibt an so etwas wie einen plötzlichen Umschwung zu glauben, der wenigsten den Rest halbwegs zu retten weiß. Finger weg, der Film ist gerade heraus gesagt einfach nur Scheiße, wenn man einmal bedenkt welche Möglichkeiten Filmemacher bei einem Budget von Fortsetzungen erfolgreicher Kinofilme haben.


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1 Kommentar:

  1. Du schreibst mir aus der Seele...Retorten-Grusel vom Allerfeinsten.

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