Samstag, 28. November 2015

ZOMBIE ISLAND MASSACRE (1984 John N. Carter)


Eine Gruppe Touristen nimmt auf einer Insel an einem Voodoo-Ritual teil. Den Heimweg können sie nach besagter Show nicht antreten, da der Bus nicht startet. Und als ihr Reiseleiter von seinem Gang zur nächsten Telefonzelle nicht mehr zurück kommt und zudem noch ein Pärchen vermisst wird, bricht die Gruppe auf zu einem Haus in der Nähe, welches ihnen mehr Schutz bieten soll als der Bus. Auf dem Weg dorthin werden die ersten getötet. Nun ist es sicher: irgendwer trachtet den Touristen nach ihrem Leben...


Koksnasen-Zombies...

Der einzige Film des Regisseurs John N. Carter spielt viel im Dunkeln. Und dies so sehr, dass es eigentlich egal ist ob der Angreifer ein Mensch oder ein übernatürliches Wesen ist. Man kann ohnehin kaum etwas erkennen. Sicher ist nur, dass die Person mit Gräsern getarnt ist und damit aussieht wie ein rennender Busch. Unwillkürlich musste ich schmunzelnd an Monty Python denken. So stellen die sich also einen Buschmann vor. Ich hatte keine Ahnung, dass man dieses Wort auch so nutzen kann.

Es bleibt nicht allein bei diesem Beispiel, dass man „Zombie Island Massacre“ nicht ernst nehmen kann. Allein die Idee nach kurzer Wartezeit, noch fern jeglichen Gefühls echter Bedrohung, den Bus verlassen zu wollen, um ein auf dem Hinweg gesichtetes Haus in der Nähe aufzusuchen, ist purer Unsinn, selbst dann wenn bereits Gefahr drohen würde. Und die Gründe warum sich die Gruppe immer wieder trennt sind teilweise sogar noch dämlicher zu nennen. Hier war wahrlich kein Könner des Genres am Drehbuch beteiligt.

Anfangs funktioniert der Streifen auf schundige Art trotzdem noch halbwegs. Da erleben wir die Gruppe üblicher Figurenabziehbilder während einer herrlich unsinnig wirkenden Touristenattraktion, von welcher die naivsten Mitglieder der Gruppe glauben wahren Zauber miterlebt zu haben. Die ersten Attacken gehen trotz der Dunkelheit in der sie spielen ebenso als okay durch, allein schon deshalb weil nun im gruselig gemeinten Teil der Story die Urlaubsmusik ausgetauscht wird gegen die Hintergrundmusik, die man sich aus der „Freitag der 13.“-Reihe entliehen hat. An „Insel des Terrors“ (Alternativtitel) kann man erkennen wie viel ein guter Soundtrack retten kann, zumindest bis die Katastrophe komplett über das Geschehen hereinbricht.

Und dies ist irgendwann der Fall. Dann wird der Film so unangenehm schlecht, dass er sich auch als sympathischer Schund nicht mehr schön reden lässt. In der wesentlich schlechteren Hälfte des Streifens gibt es zwar den ein oder anderen ansehnlichen Mord zu sichten, inklusive einer nett getricksten Köpfungssequenz, insgesamt wird der Streifen aber zu geschwätzig und dies ausgerechnet immer dann wenn er dringendst Tempo benötigt. Im Finale wird schließlich auch noch die Horrorthematik gegen eine Gaunergeschichte ausgetauscht, wenn sich die Hintergründe alles Erlebten mit einem geplanten Drogendeal erklären lassen, das schießt den Vogel endgültig ab.

Im letzten Drittel verliert „The Last Picnic“ (Alternativtitel) nun den letzten Reiz den gutmütigste Filmfreunde noch immer empfunden haben dürften und wird endgültig zum uninteressantem Stück hingerotztem Horror-Abenteuerfilm-Mix, der seine Defizite mit keinerlei Charme oder Talent abzuschwächen weiß. Der von Troma aufgekaufte Film ist pure Zeitverschwendung. Er versprüht lediglich in jenem Bereich Sympathie, den er sich aus besagtem berühmteren Werk entliehen hat: den Soundtrack. Und das ist ja mal eine besonders schwache Leistung!


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