Dienstag, 15. Dezember 2015

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE (Humanoids from the Deep 1980 Barbara Peeters u.a.)


Mutierte Fischmenschen bedrohen die Bewohner einer kleinen Küstenstadt...


Wiederholung der Evolution: Fische mit Füßen...

16 Jahre bevor „Das Grauen aus der Tiefe“ erschien machte „The Horror of Party Beach“ mit einer sehr ähnlichen Geschichte vor wie man besagte Idee flott und einfallsreich erzählt bekommt. Mögen die Musiksequenzen den Streifen auch zu Beginn gestreckt haben, sie sind nichts im Vergleich zu dem was an Einführungszeit genutzt wird, um das Minimum an Story schwer wie Blei im hier besprochenen Werk in die Gänge zu setzen. Charaktere die keinen interessieren, das typisch schleppend ausgefallene Zeitschinden, welches 70er Jahre-Filme durch eine dichte Atmosphäre und eben griffiger Charaktere wieder wett gemacht haben, das alles setzt einiges an Geduld bei einem Publikum voraus, welches schon x bessere Werke ähnlicher Thematik kennen dürfte.

Viel zu bieder kommt das Südstaaten-Flair daher, welches in „Mörderspinnen“ durch eine spürbare Bedrohung und in „Taranteln - Sie kommen um zu töten“ durch ein solidarisches Mitfiebern überspielt werden konnte. „Humanoids from the Deep“ (Originaltitel) hingegen, der 16 Jahre später unter dem selben Originaltitel noch einmal neuverfilmt wurde, badet mitten im überholten Denken hoch konservativer Menschen, weder die Vorteile dieser Mentalität aufzeigend noch sie kritisierend, und das muss der Zuschauer immer so lange ertragen, bis sich die beiden Regisseure zwischendurch durchringen können endlich Monstersequenzen einzubringen.

Hier besitzt „Monster“ (Alternativtitel) nun seine Stärke, denn die Viecher sind ein optischer Leckerbissen, welcher das klassisch grüne Monsterfilm-Kostüm, wie wir es seit der 50er Jahre kennen, erweitert durch ein vermodertes, zerfallenes Äußeres, wie es Jason in „Freitag der 13. 7“ und die Zombies aus den Fässern in „Return of the Living Dead“ ebenfalls besaßen. Allerdings besitzen auch die Szenen in denen die Fischmenschen auftauchen lediglich quantitative Schauwerte, wirklich vorwärts bringen sie die stillstehende Story nicht, die sich neben all ihrer Langeweile zudem noch erdreistet plumpe Weiße gegen Ureinwohner-Klischees einzubauen, um sie am Schluss in geheuchelter Solidaritätssoße wieder auszuspucken.

Wenn die Fischmutanten im Finale über die Festlichkeit des kleinen Dorfes herfallen, geht zwar ordentlich die Post ab, aber das entschädigt nur Zuschauer schlichten Gemüts, wie Gorehounds, die nun endlich die gar nicht mal so unblutige Schlachtplatte serviert bekommen. Da wird man mit Spezialeffekten zugeworfen bis der Arzt kommt, und da darf auf beiden Seiten ordentlich gemordet werden, bis selbstverständlich der Mensch über eine Spezies siegt, der er nie eine Chance gab, was freilich nie kritisch hinterfragt wird.

Sicher kann man das zähe Werk schauen, wahrlich schlecht sieht anders aus, aber es ist traurig dass ein Genre-Beitrag aus den 80er Jahren so wenig aus den Krankheiten des 50er Jahre Monsterfilms gelernt hat, während viele Konkurrenzprodukte gleicher Zeit fortschrittlicher ausgefallen sind. Aufgrund der Lustlosigkeit und der fehlenden Experimentierfreude wird „Das Grauen aus der Tiefe“, den man nicht mit dem gleichnamigen 50er Jahre-Krakenfilm verwechseln sollte, auch nie zu einer würdigen Verbeugung zu den trashigen Vorfahren seiner Gattung. Was die beiden ansonsten Horror-unerfahrenen Regisseure auf die Beine gestellt haben kann man wahrlich nur als mau bezeichnen, so dass mich der kleine Fan-Kult um diesen unbedeutenden Streifen sehr verwundert. In seiner Gesamtheit kann man den Film durchaus mit dem unbekannteren „The Being“ vergleichen.


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