Sonntag, 6. Dezember 2015

DER UNSICHTBARE AGENT (Invisible Agent 1942 Edwin L. Marin)


Der Enkel des Mannes, der das Unsichtbarkeitsserum erfand, erklärt sich bereit als amerikanischer Spion in Nazi-Deutschland unsichtbar tätig zu sein...


Der unsichtbare Patriot...

So wie die Kurzfilm-Disney-Cartoons und die Basil Rathbone Sherlock Holmes-Reihe, so wurde auch die Universal Unsichtbaren-Reihe für Anti-Nazi-Propagandafilme zu Zeiten des Krieges missbraucht. Um sich an „Der Unsichtbare“ und „Der Unsichtbare kehrt zurück“ anzulehnen, darf nun der Enkel des ursprünglichen Erfinders des Serums herhalten, ein direkter Bezug der auf die Schnelle in der höchst naiv umgesetzten Vorgerschichte durchgezogen wird, um hinterher mit den Vorgängern der Reihe nicht mehr wirklich etwas zu tun zu haben.

Über den eigentlichen Reiz der Vorgänger, dass das Unsichtbarsein in den Wahnsinn treibt, wird kein Wort mehr verloren. Und auch die Genre-Ausrichtung hat sich stark verändert. Wo die Filme einst zum Bereich des Science Fiction-Horrors gehörten, da wird mit „Der unsichtbare Agent“ nun ein Agenten-Thriller präsentiert, der ähnlich wie der zwei Jahre zuvor entstandene, aber nicht zur Reihe gehörende, „Die unsichtbare Frau“ humoristisch ausgelegt wurde. Besagter Vergleichsfilm ist eine waschechte Komödie, die wunderbar verspielt und leichtfüßig daher kommt. „Invisible Agent“ (Originaltitel) hingegen ist lediglich humoristisch untermalt, was sich in einem übertrieben patriotischen, verlogenen Propagandafilm als unangenehmes Stilmittel entpuppt.

Nicht nur dass der unsichtbare Mann nie unauffällig agiert (was man noch großzügig damit erklären könnte, dass er kein ausgebildeter Agent ist), er erlaubt sich auch so allerhand Späßchen, freilich mit den Nazis. Späßchen, die seine Geheimidentität auffliegen lassen und derart infantil ausfallen, dass Fremdschämen anstatt Lachen die Folge ist, so dass man den dritten Beitrag der Reihe keineswegs als gelungen betrachten kann. Zumindest weiß er aber in den ernsteren Passagen seiner Erzählung zu gefallen. Und mögen sich die Spezialeffekte seit des ersten Teils auch nicht maßgeblich verbessert haben, so sind sie doch noch immer ein Augenschmaus und die Hauptattraktion des Filmes.

Es ist nicht leicht, aber wer über die peinliche Kriegs-Propaganda hinwegschauen kann, in der ausnahmsweise einmal die Japaner noch schlechter weg kommen als die Deutschen, und dem humorvollen Teil im Gegensatz zu mir etwas abgewinnen kann, der kann durchaus Freude mit diesem 75-Minüter haben. Für mich war es eher anstrengende Kost, wenn auch nicht so unterirdisch ausgefallen, wie ich es nach der ersten viertel Stunde vermutet hatte. Wer die übersteht wird zumindest halbwegs angenehm unterhalten.


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