Sonntag, 3. Januar 2016

BIG FOOT (Bigfoot 1970 Robert F. Slatzer)


Ein Rocker-Pärchen stößt bei einem Ausflug im tiefen Wald auf die Grabstätte eines Bigfoot-Volkes. Der Mann wird von einem der Wesen niedergeschlagen, die Frau wird entführt. Gemeinsam mit seinen Rockerkollegen und einem zwielichtigen Kaufmann eilt er seiner Geliebten zur Hilfe...


Born to Be Wild...

Schon lange bevor ich „Big Foot“ gesehen habe, war mir das Postermotiv bekannt, auf welchem das titelgebende Ungeheuer mit einem Motorrad in der Hand Menschen attackiert. Der Gedanke einen Film zu sichten, in welchem sich die legendäre Gestalt mit halbstarken Motorradfahrern anlegt, reizte mich, und dies selbst dann noch als sich jegliche anderen Bigfoot-Filme die ich sah (u.a. „Boggy Creek“, „Creature from Black Lake“) mit Ausnahme von „Abominable“ als äußerst schlecht herausstellten. Mittlerweile ist Slatzers Werk durch diverse DVD-Veröffentlichungen in Deutschland leicht zu erwerben, und so habe auch ich ihn endlich sichten können.

Glücklicher Weise habe ich trotzdem nicht all zu viel erwartet, schien es doch fast unmöglich allein durch eine Gruppe Motorradfahrer einen typischen Bigfoot-Film besser werden zu lassen. Hoffnung hatte ich nur in sofern, als dass sich durch mögliche weitere unsinnige Zutaten der Streifen als eine Art „The Ape“ herausstellen könnte, sprich dass sich der Streifen als großes Trash-Fest entpuppen könnte. Aber leider wurde „Big Foot - Das größte Monster aller Zeiten“ (Alternativtitel) das selbe Schicksal beschert wie den anderen mir bekannten Werken zu diesem Thema: es ist totlangweilig ausgefallen.

Nur selten passiert etwas. Und wenn etwas passiert, ist es nicht spannend erzählt. „Bigfoot“ (Originaltitel) zieht sich zäh wie Kaugummi dahin und schaut sich leider auch kaum wie ein Horrorfilm, allein schon weil der ohnehin schon ungruseligen Kreatur noch eine Familie und ein Hintergrund beschert wird, der ihr auch gleich jegliche Mystik raubt. Zumindest gestattet uns besagter Hintergrund in diesem ernst gedachten Film hin und wieder lachen zu dürfen. So ist z.B. von einer lang gesuchten Kreatur die Rede, welche das Bindeglied zwischen dem heutigen Menschen und dem Neandertaler bildet, was freilich Unfug ist, da die Wissenschaft nach dem Bindeglied zwischen Affe und Menschen sucht. Aber lustig ist der Gedanke allemal.

Die bescheuertste Ungereimtheit schenkt uns jedoch die Abteilung für Spezialeffekte, glaubt eine der vom Bigfoot-Clan gefangenen Frauen doch im Kinder-Bigfoot ein Mischwesen aus Mensch und Bigfoot zu erkennen. Nur sieht dieser bis auf seine Größe keineswegs anders aus als der Rest. Man sieht also, völlig frei von belustigendem Unsinn ist „Big Foot gegen die Rockerbande“ (Alternativtitel) nicht ausgefallen. Nur leider hilft das nicht die Langeweile zu kippen, die der Film in seiner lahmarschigen und uninteressanten Art pausenlos unterstützt.

Einzig John Carradine kann ein wenig dagegen lenken, ist er doch der freiwillige Humorpart des Streifens, und zusammen mit seinem Oliver Hardy-ähnlichen Partner weiß er zumindest seinen Part zu erfüllen. Selbst am Schluss, wenn der Film völlig vorhersehbar und ebenso öde wie der Rest des Streifens endet, weiß er einen noch zum Schmunzeln zu bringen, durch den Charakter den er für seine Rolle als Kaufmann kreiert hat. Nun gehört aber auch Carradine nicht zu jenen Schauspielern, die einen kompletten Film gestemmt bekommen, und in einer Nebenrolle schafft er das erst recht nicht. Von daher ist er ebenfalls kein Grund sich diesen Streifen anzusehen. „Big Foot - Das größte Monster seit King Kong“ (Alternativtitel) sollte man einfach ignorieren. Es gibt so viele bessere Filme aus den 70ern, als dass man hierfür 90 Minuten seines Lebens vergeuden sollte.


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