Donnerstag, 7. Januar 2016

DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE (Blood from the Mummy's Tomb 1971 Seth Holt u.a.)


Margaret starb ebenso wie ihre Mutter bei der Geburt. Aber wenige Augenblicke später fing sie wieder an zu atmen, im selben Moment, in welchem ihr Vater bei einer Expedition auf die gut erhaltende Leiche von Tera stieß, einer Frau aus dem alten Ägypten mit okkultem Wissen. Als Margaret zur jungen Frau herangewachsen ist, findet sie heraus dass sie irgendet etwas mit Tera verbindet. Immer mehr damalige Expeditionsteilnehmer sterben, die wichtige Reliquien aus der Grabkammer einst in ihre Obhut nahmen...


Zeit des Erwachens...

Ich bin zwar mehr der Freund von bandagierten, wandelnden Mumien, aber der kleine Beitrag der Hammer-Studios zu dem oft verarbeiteten Themas eines ägyptischen Fluches kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn die Mumie unvermodert nur still da liegt, völlig frei von Bandagen. Eigentlich ist die Geschichte von „Das Grab der blutigen Mumie“ eine recht altbackene, aber Regisseur Seth Holt weiß aus dem Mix aus Esoterikmumpitz und Okkulthorror einige stimmige Momente herauszuzaubern, die aus dem Streifen zwar kein Highlight der berühmten englischen Horrorschmiede machen, aber zumindest einen kurzweiligen Genrebeitrag.

Der Film basiert auf einer Geschichte des „Dracula“-Autoren Bram Stroker und ist die erste von mindestens drei weiteren Verfilmungen. Wie überholt und unaufgeregt man den Stoff verfilmen kann bewies der in anderen Horrorbereichen so talentierte Lucio Fulci mit seinem „Amulett des Bösen“, der 11 Jahre nach der hier besprochenen Version entstand. „Blood from the Mummy‘s Tomb“ (Originaltitel) schrammt manches Mal mit einem blauen Auge an solch mittelmäßigem Ergebnis vorbei, kann sich inszenatorisch jedoch über Wasser halten, da die Geschichte wesentlich aufregender eingefangen wird als das italienische Remake.

Auch wenn kein besonders großes Ergebnis erzielt wurde, so zeigt uns der Film doch wie man mit recht wenigen Spezialeffekten allein durch das Andeuten dessen was geschieht einen ansprechenden Genrebeitrag zaubern kann. Da werden Gegenstände eingebaut die zum Leben erwachen sollen, ohne dies je wirklich zu zeigen. Stattdessen wird mit häufigen Schnitten gearbeitet, mit der Totale auf regungslose Gegenstände und seltenst auch mit Schattenaufnahmen. Dank eines stimmigen Soundtracks und überzeugender Mimen reicht das bereits völlig aus. An wahren Spezialeffekten gibt es nur einen blutenden Arm zu sehen und eine wandernde vom Rest des Körpers entfernte Hand. Zudem dürfen die Attackierten noch blutige Halsverletzungen vorweisen, der Rest spielt sich ohne optischen Hokuspokus ab - von Standartelementen wie Windstößen und Nebelschwaden einmal abgesehen.

Wie gesagt stört der reduzierte Umgang mit Effekten nicht weiter aufgrund der technisch überzeugenden, wenn auch nicht überragenden, Umsetzung. „Das Grab der blutigen Mumie“ ist eine schon oft in ähnlichen Variationen erzählte Geschichte, die keinerlei wahre Höhepunkte vorzuweisen hat, nicht einmal im Finale. Aber die teilweise recht atmosphärische Umsetzung besitzt einfach einen gewissen Charme, dem man sich als Freund alter Hammer-Filme nicht entziehen kann, auch wenn die Ausstattung diesmal etwas simpler ausgefallen ist und keiner der berühmten Schauspiel-Größen am Projekt beteiligt war.

Holts Werk ist ein unterhaltsames, unaufgeregtes und überholtes Stück Horror um Schicksal, Fluch und Wiedergeburt, der nicht genug aus der möglichen Mystik der zugrundeliegenden ausgestorbenen Kultur herauszuholen weiß. Zwar kann man den Stoff ernster nehmen als jenen um eine umherwandelnde Mumie, dennoch hat mir der etwas simplere „Der Fluch der Mumie“, der genau auf dieses Klischee setzt, im direkten Vergleich besser gefallen. Unterhaltsam sind aber ohnehin beide Werke.


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