Donnerstag, 3. März 2016

TERROR CIRCUS (The Barn of the Naked Dead 1973 Alan Rudolph)


Drei Frauen sind für eine Show in Las Vegas gebucht, fahren in der Wüste eine Abkürzung und gelangen in die Fänge eines Wahnsinnigen, der sie und ein paar andere Frauen für eine angebliche Zirkusnummer dressiert...


Fesseln der Langeweile...

Wer sich daran aufgeilen kann dass Frauen gefangen gehalten werden, während ihr Entführer pausenlos vor sich hin quasselt und dabei höchst unsensibel eingebracht gleich die Auslöser der psychologischen Störung mit ausplaudert, der ist herzlich willkommen im langweiligsten Zirkus der Welt, dem sogenannten „Terror Circus“, der ursprünglich unter dem dämlichen Titel „Caged Women 2 - Gepeinigt und gequält“ erschienen ist. Alan Rudolph liefert mit seinem todöden Werk etwas ab was wohl so gar keinem Filmfan gefallen dürfte. Für Gorehounds ist der Film zu zahm, psychologischer Terror herrscht auch nur bedingt bei ständig angebundenen Frauen, die in der höchsten Phase inhaltlichem Einfallsreichtums auch mal ausgepeitscht werden, und ansonsten wird gelabert, gesucht und geflüchtet, aber hauptsächlich gelabert.

Da kommt es dem Zuschauer zumindest halbwegs entgegen, dass in der eher schlechten Synchronisation der Psychopath noch die erträglichste Stimme erhalten hat, der textet schließlich am meisten geistlos vor sich hin, während die Frauen nicht nur nervig und laut herumzicken dürfen, selbst dann wenn es besser wäre sich während eines Fluchtversuches eher ruhig zu verhalten, ihre Sprecherinnen tun sich zudem auch mit ihrer Betonung schwer und quasseln zu offensichtlich in ein Mikrofon.

„The Barn of the Naked Dead“ (Originaltitel) kann dies jedoch nicht kaputt machen, schließlich ist er bereits im erträglichen Originalton eine Nullnummer, ein Stück Langeweile, das sich nur an ein Publikum niedrigster Triebe orientiert, aber keinerlei Ahnung hat was man denen aufgrund der Ausgangslage eigentlich bieten könnte. Das mag schon ganz gut so sein, wer weiß wie abscheulich die Arbeit des „Der schleichende Tod“-Regisseurs sonst noch ausgefallen wäre, wo ihm trotz Anlehnung an „Psycho“ doch nichts besseres einfällt als lediglich gefangen gehaltene Frauen zu präsentieren, die angeschimpft und ausgepeitscht werden.

Eine Atmosphäre der Bedrohlichkeit baut sich gar nicht erst auf, die Frauen nerven so sehr wie ihr Peiniger, und einzig die Tatsache eine Idee aus „Freitag der 13. 2“ vorweg zu nehmen, die Idee dass sich eine der Gefangenen als die Mutter des Wahnsinnigen ausgibt, sticht als halbwegs einfallsreich hervor in einem Szenario, welches beginnt wie „Wolf Creek“, was auch nur dann von Bedeutung wäre, wenn nicht so viele Streifen wie dieser begonnen hätten.

Als Einschlafhilfe ist „Nightmare Circus“ (Alternativtitel) unbedingt empfehlenswert. Wer Terror, Horror oder Spannung sucht wird jedoch ebenso enttäuscht wie mögliche Sadisten, die sich am Elend ein paar gefangen gehaltener Frauen ergötzen wollten. Die bekommen zwar noch am ehesten geboten was sie erhoffen, dies jedoch derart zahm, dass man sich nicht einmal zur liebsten Zensurzeit Deutschlands Sorgen gemacht haben müsste, dass dieser Streifen einmal beschlagnahmt wird. Zumindest indiziert wurde er dann doch. Durch seine uninspiriert eingefangenen Bilder weiß er die Langeweile nicht einmal stilistisch ein wenig aufzuwerten, auch wenn die erste Kameraeinstellung nett anzusehen ist.


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