Samstag, 16. April 2016

DIE STIMME DES TODES (Il gatto dagli occhi di giada 1976 Antonio Bido)


Mara wird Zeugin eines Mordes als sie spät abends eine Apotheke aufsucht. Zwar hat sie nur die Stimme des Täters mitbekommen, aber das reicht diesem um auch einen Mordanschlag auf Mara zu verüben. Diese kommt bei ihrem Freund Luca unter, dessen Nachbar von wem Unbekanntes mit ominösen Telefonanrufen bedroht wird. Luca erkennt dass die Geschehnisse zusammengehören...


Der Tod des Apothekers...

Was Regisseur Antonio Bido mit „Die Stimme des Todes“ abliefert, ist ein für einen Giallo sehr bedacht vorgehender Thriller, der sich im höchsten Maße auf seine Geschichte konzentriert, ohne sich inhaltliche Ungereimtheiten oder Unsinnigkeiten zu erlauben. Wir erleben einen hochinteressanten Kriminalfall, in welchen interessant charakterisierte Personen verwickelt sind. Diese streifen Klischees nur sehr leicht, was die Realitätsnähe verstärkt die der gesamte Streifen ausstrahlt.

Es herrscht konstant ein hoher Spannungsbogen innerhalb eines sehr langsam und unaufgeregt erzählten Filmes, der eine Geschichte präsentiert welche den Zuschauer zum Mitraten einlädt und mit einer gelungenen Mörderaufdeckung belohnt. Mehr noch: das Motiv der Tat ist äußerst interessant und durchdacht ausgefallen und für sein Erscheinungsland Italien geradezu untypisch zu nennen, da man sich in der Regel in einem Giallo nicht mit derartiger Thematik befasst.

Zumindest erklärt die Auflösung indirekt dann auch, warum wir es mit einem solch sachlichen und souverän erzählten Film zu tun haben, der nie in irgendeiner Art augenzwinkernd verspielt daher kommt oder mit amourösen Provokationen arbeitet. „Watch Me When I Kill“ (Alternativtitel) ist sehr züchtig und ernsthaft geraten, streift nicht ansatzweise den Bereich des Pulps und entgeht damit der Gefahr im Finale geschmacklos zu wirken.

Leider ist „The Cat with the Jade Eyes“ (Alternativtitel) ziemlich simpel abgefilmt, da hätte es ruhig künstlerisch wertvollere Perspektiven geben können, ganz zu schweigen von Farben- und Schattenspielen. Aber zumindest ist der Film von ruhiger Hand abgefilmt im stimmigen 70er Jahre-Look, was zum nüchternen Inszenierungsstil passt, so dass „Stimme des Todes“ sowohl optisch als auch inhaltlich zueinander passt und ineinander greift, was für ein Regie-Debut eine lobenswerte Angelegenheit ist.

Es ist schade dass Regisseur Bido in seinem Leben nur vier Filme abgedreht hat. Sein hier besprochenes Werk ist das Paradebeispiel eines nicht mit Unnötigkeiten gestrecktes, auf sein Ziel konzentriertes Abfilmen einer interessanten Geschichte, ohne sich in irgendwelche inhaltlichen oder technischen Spielereien zu verwickeln. „Il gatto dagli occhi di giada“ (Originaltitel) erzählt was er erzählen muss um zum Ziel zu kommen, vernachlässigt dabei nicht die nötige düstere Grundstimmung und den Spannungsbogen, benötigt hierfür aber keinerlei reißerischen Elemente. Sein Folgewerk „Blutiger Schatten“ ist meiner Meinung nach sogar noch besser ausgefallen, aber bereits das in einem schlichten, aber stimmigen Soundtrack gekleidete Debut weiß gekonnt und für sein Genre überraschend anspruchsvoll zu unterhalten.


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