Samstag, 28. Mai 2016

SATURN CITY (Saturn 3 1980 Stanley Donen u.a.)


Alex und Adam wohnen auf einer Raumstation in der Nähe des Saturns und versuchen dort anhand von Forschungen das Welthungerproblem zu lösen. Eines Tages erscheint ein Vorgesetzter mit einem neuen Prototyp Roboter, der die Forschung beschleunigen soll und auf der Raumstation dafür erstmals getestet werden soll. Schon kurz nach seiner Aktivierung entwickelt die Maschine ein mörderisches Eigenleben...


Alter Mann gegen neue Technik...

Das Kind in mir geht jedes Mal mit mir durch wenn ich auf Filme mit Themen wie Killerroboter stoße. Solche Werke stehen nie lange ungesehen in meiner Sammlung herum, und wenn sie vor der computeranimierten Kinozeit entstanden sind, dann vergrößert das mein Interesse um so mehr. „Saturn City“ ist bislang unbemerkt an mir vorbei gegangen. Um so erstaunter war ich eines Tages die DVD in der Hand zu halten, die mir anhand ihrer Aufschrift mitteilte, dass es eine derartige Thematik mit Kirk Douglas in der Hauptrolle gibt. Und da auch noch Harvey Keitel mit an Bord ist, war die Neugierde endgültig geweckt, auch wenn ich kritisch blieb ob eine der auf dem Cover genannten Aspekte Augenwischerei sein könnte.

Unter dem reißerischen Titel „Mörder Roboter“ habe ich „Saturn City“ erstanden, und beim Sichten war ich erleichtert, dass besagter Maschinenmensch auch wirklich im Zentrum der Geschichte steht. Die ungewohnt lockerleichte Atmosphäre für einen erwachsenen Science Fiction-Film dieser Thematik hat mich schnell für sich eingenommen, und nun nach Beendigung des Streifens kann ich behaupten, dass das Interesse für den Film bis zu seinem Ende hin aufrecht erhalten wurde.

„Saturn 3“ (Originaltitel) ist flott inszeniert, konzentriert sich ohne große Umschweife für den Kampf Mensch gegen Maschine, verarbeitet damit etwas augenzwinkernd das Klischee des Alten der mit der modernen Technik nichts anzufangen weiß und weiß dies subtiler umzusetzen als der darin arg bemühte „Stirb langsam 4.0“. Und da sich Stanley Donen und sein Autor Martin Amis auch wirklich für die Charaktere der Protagonisten interessieren, wird aus dem schlichten Stück roter Faden ein intensives, spannendes und griffiges Filmerlebnis.

Das ungewöhnliche Design des Roboters weiß zu gefallen, und dass während der kompletten Geschichte stets der Geist eingeschaltet bleibt, sprich dass innerhalb der Story immer wieder darüber nachgedacht wird was man als nächstes tun könne und somit die Handlungen der Helden Sinn ergeben, sorgt ebenfalls für einen guten Gesamteindruck eines von mir zuvor unterschätzten Streifens.

Einzig dass Kirk Douglas nie wahr haben will wie alt er tatsächlich ist, macht einen kleinen Schwachpunkt von „The Helper“ (Alternativtitel) aus. Aber da der Rest in seiner kurzweiligen und leicht düsteren Umsetzung derart zu packen weiß, auch wenn das Metallvieh nie eine solch intensive Bedrohlichkeit auszustrahlen weiß wie vier Jahre später der „Terminator“, kann man „Saturn-City“ durchaus als kleinen Geheim-Tipp bezeichnen, der sich intensiver guckt als Norringtons „Death Machine“ oder der x-te „wir laufen im All in Lüftungsschächten und Fabrikkellern vor Aliens weg“-Streifen.

Donens Werk ist handgemachtes Old School-Kino, wahrscheinlich schon zu seiner Entstehungszeit nicht mehr modern zu nennen, aber er macht alles richtig und weiß den Zuschauer für seine Geschichte bis zum Schluss zu interessieren. Und darauf kommt es in einem Unterhaltungsfilm an. Dank gelungener Tricks, einem geistreichen Drehbuch und dem auf den Inhalt bezogenen „weniger ist mehr“-Prinzip kann man „Saturn Three“ (Alternativtitel) also durchaus dem Genre-Fan ohne Bedenken weiter empfehlen.


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