Sonntag, 12. Juni 2016

DER GEHEIMNISVOLLE MÖNCH (Rùzový Hubert 1987 Zdenek Kubecek)


Eine Tote ruft einen Ermittler von Scottland Yard auf den Plan, der sich im Schloss von Lord Henry Chelford mit einem Familienfluch auseinandersetzen muss, der besagt dass ein Vorfahre Sir Henrys seit mehreren Jahrhunderten umher spukt. Während ein Mörder in Mönchskutte sein Unwesen treibt inmitten einer Zusammenkunft diverser Leute, die aufgrund einer bevorstehenden Hochzeit im Schloss hausen, interessiert sich manch einer für einen legendären Familienschatz, der bislang unentdeckt auf dem Grundstück versteckt sein soll. Bei all diesen Umständen wäre es von Vorteil gewesen wenn der Ermittler mehr Erfahrung zu bieten hätte als den ein oder anderen Taschendieb dingfest gemacht zu haben, aber darüber hinaus hat sein Lebenslauf leider nichts zu bieten...


Senile Zwangsheirat...

„Der geheimnisvolle Mönch“ ist ein tschechischer TV-Film nach Motiven von Edgar Wallace, und diese nicht aus dem Kino stammende Herkunft sieht man dem kostengünstig heruntergedrehten Streifen auch immerfort an. Gespielt, ausgestattet und ausgeleuchtet wie ein Theaterstück, schaut er sich eher wie ein TV-Spiel, wie es in den 50er und 60er Jahren in Deutschland mit Werken wie „Tagebuch eines Frauenmörders“ und „Das Halstuch“ zum Standard des TV-Programms gehörte, in den 80er Jahren aber bereits kaum noch denkbar gewesen wäre. Zumindest entschuldigt diese Herangehensweise die karge Innenkulisse des Schlosses im Vergleich zu den diesbezüglich charmanten Rialto-Wallace-Filmen. Enttäuschend ist die lieblose Ausstattung dennoch, zumal auch die Kostüme zu wünschen übrig lassen.

Gut tut dem von  Zdenek Kubecek inszenierten Streifen sein komödiantischer Anstrich, so dass diverse Unzulänglichkeiten dadurch ein wenig abgeschwächt werden. Leider kommt der Humor manches Mal zu überzogen daher, zwar auch auf typische Theaterart dargeboten durch verspieltes, augenzwinkerndes Überagieren so ziemlich aller Schauspieler, aber doch eine Spur zu albern geraten um „Rùzový Hubert“ (Originaltitel) dem Ganzen einen charmanten Anstrich zu verschaffen.

Verglichen mit all den seit der Stummfilmzeit gedrehten Grusel-Krimis nach Edgar Wallace, bereitet „Der geheimnisvolle Mönch“ zumindest teilweise Interesse, von einer Empfehlung kann man aber leider so gar nicht sprechen. Kubeceks Werk ist kein Geheim-Tipp, kein Liebhaberstück und hat auch nichts Außergewöhnliches zu bieten was seine Verfilmung unter all den vielen ähnlich thematisierten Beiträgen nach Wallace rechtfertigt. Da zumindest der ein oder andere Gag stimmt (ganz besonders die Schlusspointe), und der Film unter 70 Minuten läuft, langweilt er zumindest nicht. Aber aufregend sieht anders aus!

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