Freitag, 30. September 2016

BERKSHIRE COUNTY (2014 Audrey Cummings)


Eine Teenagerin nimmt einen Babysitter-Job in einer einsam gelegenen Villa an und wird von Fremden attackiert, die ins Haus eindringen...


Die drei kleinen Schweinchen...

Wenn ein Mediabook ohne deutschen Untertitel daher kommt, dann wird man bereits kritisch was da auf einen zu kommt, auch wenn der Filmschaffende zugegebener Maßen nichts mit der Veröffentlichung seines Werkes zu tun hat. Irgendwie bekommt man dennoch seine Zweifel, was mich als Vielseher des Genres Horror nicht davon abhielt trotzdem einen Blick zu riskieren. Nach den zwei Kurzfilmen „Burgeon and Fade“ und „The Games Children Play“ ist „Berkshire County“ das Langfilm-Debut der Kanadierin Audrey Cummings, und in diesem versucht sie die sich immer wiederholenden Mechanismen der Home Invasion-Filme zu durchbrechen, ohne dieses Sub-Genre dabei komplett aus den Augen zu verlieren.

Das ist lobenswert zu nennen und gelingt Cummings auch an einigen Stellen, eben weil man einen anderen Handlungsverlauf erwartet hätte als stattdessen überraschend einsetzt. Gelungen ist ihr Horror-Beitrag trotzdem nicht, ist „Bakshire County“ doch ein anstrengendes Stück Film, dessen schlichte Optik viele Chancen vergeigt die Geschehnisse in tolle Bilder zu kleiden, und dem es einfach an einem dichten Spannungsbogen und einer düsteren Atmosphäre mangelt. Cummings Werk dümpelt lahm vor sich hin, lässt einen das Grauen das über die Heldin hereinbericht kaum mitfühlen und kommt psychologisch gesehen ziemlich undurchdacht daher.

Ich musste schmunzeln über die Worte die ich nach dem Sichten im Beiheft zur DVD gelesen habe. Dort empfand der Autor die Entwicklung des Charakters der Heldin als großen Pluspunkt des Streifens. Tatsache ist jedoch dass er sprunghaft und fragwürdig daher kommt und in keinster Weise darauf achtet, dass die Hauptfigur ihr Verhalten reflektiert. Aus einer Unterdrückten wird eine unglaubwürdige Mörderin zum Selbstschutz. Und da dieser Wandel so unglaublich plump und aus den falschen Gründen daher kommt, schaut sich die Einführung der Geschichte lediglich wie ein reißerischer Aufhänger, der nie wieder richtig Bezug zum späteren Geschehen erhält.

„Berkshire County“ hat mir so gar nicht gefallen, kommt noch uninteressanter daher als solch arg gewöhnliche Streifen wie „Staunton Hill“, ist allerdings nicht so langweilig ausgefallen wie solche. Stumpfsinn hält nun einmal wacher als Uninteressantes, macht das Ergebnis in der Regel aber trotzdem schlechter als den lahmen Durchschnitt, eben weil undurchdachte Streifen wie der hier besprochene eine Beleidigung an die Intelligenz des Publikums sind.


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