Sonntag, 25. September 2016

ZOMBIE SHARK (2015 Misty Talley)


Als ein wissenschaftliches Army-Projekt schief geht, werden die Bewohner und Urlauber einer kleinen Insel von hartnäckigen und angriffslustigen Zombie-Haien bedroht...


Bruce und seine Gang...

Was wurde nicht schon alles mit Haien angestellt, um der Ur-Thematik von „Der weiße Hai“ mehr Pepp zu verleihen. In „Sand Sharks“ schwammen die Biester im Sand, in „Snow Sharks“ im Schnee, in „2-Headed Shark Attack“ gab es doppelte Bissfreudigkeit, in „Monster Shark" und „Sharktopus“ fraß sich ein Mutant aus Oktopus und Hai durch die Besetzung. Aus dem Jenseits kehrte der „Ghost Shark“ zurück, mit menschlichen Genen versehen war der „Sharkman“. In dem Kurzfilm „Shark Pool“ durfte eines der Bestien sogar einmal einen Swimmingpool unsicher machen, in „Bait -Haie im Supermarkt“ machte man sich George A. Romeros „Zombie“-Location zu Nutze, und in „Sharknado“ kamen die Angreifer gar aus der Luft.

Dass man im Zuge dieser wundervoll bizarren Aufzählung erst so spät auf die Idee eines „Zombie Shark“ kam, mag man kaum glauben, immerhin wurde mit „28 Days Later“ 2002 und „Dawn of the Dead" 2004 eine langjährige zweite Zombiefilm-Welle ausgelöst, die mit dem Serienerfolg „The Walking Dead“ 2010 ein erneutes Hoch erfuhr und in solch abgedrehten Ideen wie „Zombiber“ und „Paashaat“ (in welchem der Osterhase zum Zombie mutiert) mündete. Und wie so oft im Tier-Horror-Sektor war es der amerikanische TV-Sender SyFy, der sich einer solchen Idee annahm und sie, wie typisch für diesen Fernsehkanal, für den Schnellverzehr verwurstete. So innovativ die Idee halbwegs klingen mag, so durchschnittlich uninspiriert ist „Zombie Shark - The Swimming Dead“ schließlich ausgefallen.

Die letzten 20 Minuten, genau jene Phase in welcher selbst die besseren Schundfilme a la „Mega Piranha“ und „Mega Shark vs. Giant Octopus“ oft scheitern, da sie krampfhaft die 90 Minuten-Marke erreichen mussten, bieten all das was man den Rest über vermisst. Da fallen menschliche Zombies über noch Lebende her, überraschende Wendungen und unverhoffte Tote brechen das bisher so vorhersehbare Treiben, Schicksale wirken bei all dem plumpen Getue halbwegs heftig und kleine Gimmicks, wie ein vor sich her beißender Haikopf, peppen die Story noch einmal ein wenig auf.

Um so mittelmäßiger ist der Rest des Streifens ausgefallen, der zunächst mit einer extrem lahmen Computeranimation nervt, die sich meist damit begnügt den Zombiehaien weiße Augen zu bescheren und ihnen ansonsten kaum Zombieattribute zugesteht. Der Anfang wird unnötig in die Länge gezogen. Selbst nette Haiattacken werden optisch sowohl vom Schnitt her, als auch von der Computeranimation her schlecht eingefangen. Und da die Figuren völlig uninteressant ausgefallen sind, plätschert „Zombie Shark“ trotz nicht weniger Ereignisse eher lahm vor sich hin. Das ist zwar alles noch guckbar genug, quasi eine Station vor tatsächlicher Langeweile angesiedelt, mehr hatte ich mir aber schon erhofft, selbst von einem SyFy-Streifen.

Zumindest versucht man zwischendurch mit einer nachdenklichen Sexbombe und einer mitfühlenden Wissenschaftlerin die für diese Art Film typischen Stereotype zu durchbrechen, was das Ganze nicht all zu stur gucken lässt wie die üblichen Schnellschuss-Produktionen des amerikanischen Science Fiction-Senders. Da man sich aber an anderer Stelle in anderen Stereotypen suhlt und auch die vorhersehbare Geschichte lediglich ein Klischee nach dem nächsten abgrast, inklusive des mittlerweile zur Pflicht gewordenen Erwähnens der cineastischen Vorbilder, ist diese Veränderung jedoch nicht wirklich der Rede wert. Andererseits tut es gut die übliche Gut/Böse-Chose, das gegenseitige Zuschieben der Schuld und die Vorwurfshaltung der Helden einmal nicht miterleben zu müssen. Diese drei Faktoren, die eigentlich Stammgast in dieser Art Stoff sind, wurden ausgetauscht gegen das gegenseitige Verständnis füreinander und der Eigenschaft verzeihen und reflektieren zu können. Für eine geistlose SyFy-Produktion ist das fast schon erstaunlich zu nennen.


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