Samstag, 25. Februar 2017

DIE WÜSTENSÖHNE (Sons of the Desert 1933 William A. Seiter u.a.)


Laurel und Hardy wollen an einem landesweiten Treffen ihres Clubs „Die Wüstensöhne“ teilnehmen, aber Hardys Frau ist dagegen. Also stellt Hardy sich krank und lässt sich von einem bestochenen Arzt untersuchen, damit dieser ihm rät sich in Honululu auszukurieren. In Wirklichkeit reist er selbstverständlich mit seinem Kumpel zu besagtem Treffen, nichts ahnend dass es auf dem Schiff nach Honululu eine große Katastrophe gab und die Frauen nun vermuten, dass ihre Männer die Reise nicht überlebt haben...


Die Wahrheit währt am längsten...

Dass „Die Wüstensöhne“ zur Bestzeit des Komiker-Duos Stan Laurel und Oliver Hardy entstand, merkt man sofort. Die Geschichte und der in ihr zelebrierte Slapstick könnte klassischer kaum ausfallen, so professionell wie hier herumgealbert wird, so als würde man einem Best Of ihrer Kurzfilme beiwohnen. Direkt in der ersten Szene dürfen die beiden ein ernstes Szenario mit ihrem Chaos aufbrechen, so wie sie es in der Operettenverfilmung „Hände hoch - oder nicht" noch im selben Jahr perfektioniert haben. Danach folgt schließlich klassischer Slapstick mit fliegendem Geschirr, dem Hineinplumpsen in einen Behälter voll Wasser und ähnliches. Wenn die Heimat endlich verlassen wird dürfen sich noch andere Spaßmacher um das Duo herum gesellen und ebenfalls Lustigkeit verbreiten.

Wer die Filme, und somit auch das hier besprochene Werk, einzig auf seinen Klamaukgehalt reduziert, tut den Komikern Unrecht. Nicht nur dass wir hier gut einstudierte Choreographien präsentiert bekommen, auch das Spiel mit den Klischees um Männer und Frauen und der stets zeitgenössische Blick, diesmal zentral in der Parodie auf Geheimbünde vorzufinden, die zu besagter Zeit hoch modern waren, zeigen durchaus dass hier per Übertreibung das Leben reflektiert wird und man das Chaos in sehr überlegtem Rahmen ansiedelt, im Gegensatz zu geistlosen Konkurrenzprodukten. Dick und Doof werden ihren deutschen Kosenamen nicht gerecht, so vereinfacht wie durch sie dargestellt findet die Komik der beiden Filmstars eben nicht statt, auch wenn es oberflächlich zunächst so wirken mag.

Wie so ziemlich jeder Langfilm der Beiden, so kann auch „Sons of the Desert“ (Originaltitel) nicht verheimlichen, dass Laurel und Hardy ihre Karrieren im Kurzfilmbereich begonnen haben. Zwar wird hier im Vergleich zu „Die Klotzköpfe“ und Co noch relativ gekonnt eine längere, zusammenhängende Geschichte vorgetäuscht, aber letztendlich drittelt auch diese sich in einzelne Episoden, die eher dünn beieinander gehalten werden.

Schaden tut dies den Filmen nicht, die mit 50 - 60 Minuten stets leicht verdaulich bleiben, und da „Fraternally Yours“ (Alternativtitel) ein flottes Tempo mit nur wenigen winzigen Durchhängern bietet, ist für beste Stimmung gesorgt, so sehr wie die beiden Schauspieler in Hochform agieren. „Die Wüstensöhne“ gehört zu den Pflichtfilmen des Komiker-Duos, die man gesehen haben muss, um zum Thema Dick und Doof sinnvoll mitreden zu können.


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