Donnerstag, 23. Februar 2017

DRACULA - NÄCHTE DES ENTSETZENS (Scars of Dracula 1970 Roy Ward Baker)


Auf der Suche nach seinem Bruder stößt der junge Simon gemeinsam mit seiner Herzensdame Sarah auf das Schloss des Grafen Dracula, der sogleich versucht Sarah in seinen Bann zu ziehen...


Der dritte Paul in Folge...

Noch im selben Jahr von „Wie schmeckt das Blut von Dracula“ entstand auch der sechste Teil der Hammer-“Dracula“-Reihe namens „Dracula - Nächte des Entsetzens“. Zwar versucht man auch hier anhand moderner Elemente sich des Staubs von einst zu entledigen, doch zum einen wäre dies nicht nötig gewesen, so gut wie sich die Klassiker, auf welche der Film basiert, noch heute gucken, und zum anderen guckt sich Christopher Lees fünfter Auftritt des legendären Vampirs trotzdem ziemlich altbacken. Da gibt es zu Beginn eine kleine harmlose Nackedeiaufnahme zu sehen, und auch Hauptdarstellerin Jenny Hanley füllt ihr Dekolleté besser aus als ihre Rolle, vor allem immer dann wenn sie die Kreuzkette zwischen ihren Brüsten hervorholt, von diesen modernen amourösen Anzüglichkeiten einmal abgesehen wird ansonsten aber eigentlich das immergleiche Szenario erzählt, wenn auch diesmal einfallsloser denn je.

Um Draculas Auferstehung wird diesmal kein großer Wirbel gemacht. Der findet direkt zu Beginn statt, verursacht durch eine Fledermaus. Das ist eine ziemlich lahme Idee, wird im weiteren Verlauf mit Vertiefung jener Thematik, dass Dracula Tiere der Nacht kontrollieren kann, trotzdem zu einem halbwegs reizvollen Tierhorror-Zusatzelement, bzw. das würde theoretisch so sein, wenn die albernen Fledermäuse nicht eher niedlich anstatt erschreckend wirken würden. Sieben Jahre nach Hitchcocks „Die Vögel“ wissen diese albernen Szenen nichts zu reißen. Und doch ist ihr Einbringen das einzig Einfallsreiche was „Draculas Blutrausch“ (Alternativtitel) zu bieten hat.

Dracula wird menschlicher verkörpert als eh und je, ist jetzt ein guter Gastgeber geworden, der das Tier in sich erst im entscheidenden Moment zum Vorschein bringt. Halb frustriert, zumindest überraschend und wenig wirkend von Christopher Lee recht melancholisch verkörpert, verbringt der Graf seinen Lebensabend auf dem vom Dorfvolk heruntergefackelten Schloss. Auf die Jagd scheint er nicht mehr zu gehen, dennoch verbarrikadieren die Dorfbewohner jede Nacht ihre Türen, auch wenn es seit der letzten großen Tragik, welche in der selben Nacht des Schlossanzündens stattfand, keinen Vorfall mehr gegeben zu haben scheint.

Ein Stubenhocker von Dracula - das wirkt nicht nur langweilig und einfallslos, es wirkt auch innerhalb des eigenen Dracula-Universums nicht sonderlich glaubwürdig. Die öde Geschichte reiht einen lahmen Charakter nach dem anderen um den müde wirkenden Grafen herum, einzig die tragische Rolle des Gehilfen Draculas versprüht ein wenig Charaktertiefe, zumindest tut der Sarah anbetende Lakaie dem Zuschauer leid, auch wenn man sich darüber wundern darf warum der olle Typ so viel eigenen Willen besitzt.

Wahrscheinlich hat es mit der Kraft der Liebe zu tun, was auch immer. Sinn macht hier ohnehin wenig, und damit habe ich dann wohl, zumindest den bisherigen, Tiefpunkt der Reihe erlebt, denn so anders die einzelnen Teile bislang auch immer ausgefallen sind, unterhaltsam waren sie noch immer. „Brutale Bisse“ (Alternativtitel) wird erst im letzten Drittel halbwegs interessanter, und selbst dann ist er nicht das Gelbe vom Ei bei solch einem blassen Gegenspieler und solch einer idiotischen Art wie Dracula diesmal das Zeitliche segnet.


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