Montag, 20. Februar 2017

DRACULA UND SEINE BRÄUTE (The Brides of Dracula 1960 Terence Fisher)


Auf ihrer Reise in ein Mädcheninternat landet die junge Lehrerin Marianne aufgrund veränderter Umstände im Schloss der Gräfin Meinster. Dort stößt sie nachts in einem anderen Teil des Schlosses auf den heimlich weggesperrten Sohn der Gräfin. Sie befreit ihn, ohne zu ahnen dass sie damit einen Vampir auf die Menschen in der Umgebung losgelassen hat. Denen kann nun nur noch Dr. van Helsing helfen, der seinerzeit bereits Dracula ins Jenseits befördert hat...


Graf Meinster und seine Bräute...

Die erste von insgesamt acht Fortsetzungen des legendären Hammer-Erfolges „Dracula“ mit Christopher Lee sollte ebenfalls wieder, ebenso wie die zweite Fortsetzung „Blut für Dracula“, von Terence Fisher umgesetzt werden, der bereits das Original von 1958 schuf. Auch wenn sowohl der deutsche, als auch der englische Originaltitel „The Brides of Dracula“ den getöteten Grafen des ersten Filmes im Titel erwähnen, so taucht dieser in der ersten Fortsetzung doch gar nicht auf. Er ist nicht einmal relevant für die weiblichen Nachkommen im Titel, werden diese doch durch den bereits viele Jahre als Vampir infizierten jungen Grafen Meinster zu Geschöpfen der Nacht, womit sie seine Bräute sind und nicht die seiner berühmteren Konkurrenz.

Ein wirklicher Konkurrent ist David Peel als Meinster freilich nicht, legt er seine Rolle doch weit weniger düster an als es Christopher Lee tat. Ob das eine Entscheidung von ihm oder von Terence Fisher war, lässt sich schwer feststellen, zumindest passt sein Stil der Darbietung zur Restinszenierung, die sich sehr dem klassischen, fast schon naiven, Vampirstoff hergibt. Modern ist es nicht, was man hier zu sehen bekommt. Wie die Vampire erwachen, mit ihren spitzen Zähnchen die Menschen anzischen, wie Meinster per Hypnose verführt, vor Kreuzen zurückschreckt und die Vampire in ihren Särgen hausen, „Dracula und seine Bräute“ ist höchst klassisch und harmlos ausgefallen, keinesfalls gruselig oder zumindest so düster ausgefallen wie der Vorgänger, zieht meiner Meinung nach aber gerade daraus seinen eigenen Reiz.

Einzig jene Szene ist etwas moderner ausgefallen, in welcher Dr. van Helsing völlig unerwartet selbst von einem Vampir gebissen wird, und er daraufhin zu drastischen Mitteln der Selbstheilung greift. Ohnehin hat es diese Phase kurz vor Schluss in sich, ist doch auch die Methode mit welcher es der gebildete Vampirjäger schließlich schafft Meinster endgültig ins Jenseits zu befördern eine sehr interessante, und besonders schön für unvorbereitete Menschen wie mich zu schauen, die sich bei dem Handlungsort einer Windmühle nichts weiter gedacht haben.

Wie auch immer, so naiv der Plot dieses wunderschönen Vampirfilmes auch ausgefallen ist, die Optik dieser etwas schlichter angegangenen Fortsetzung bietet das was man sich von einem Genrebeitrag der legendären Hammer-Studios grundsätzlich erhofft: stimmige Studioaufnahmen, reichhaltige Dekorationen, und klassische Handlungsorte wie Schloss, Friedhof, Kutschfahrt durch den Wald und final wie erwähnt eine Windmühle. Das kann sich alles sehen lassen, sorgt für eine stimmige Umsetzung, wie bereits betont zwar frei von Grusel, aber durchaus mit gothischem Charme umgesetzt. Wem das reicht und wer auf die Härte des Vorgängers verzichten kann, der wird auf klassische Art bestens unterhalten.


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