Sonntag, 15. Oktober 2017

MUTANT CITY (Yao Shou Du Shi 1992 Peter Mak Tai-Kit)


In der Zukunft leben die Menschen parallel mit den monströsen Reptoiden zusammen. Ein friedlicher Umgang miteinander ist schwierig. Dennoch wollen die Oberhäupter beider Spezies einen solchen versuchen. Diverse Reptoiden sind jedoch dagegen und möchten die Menschheit unterwerfen...


Blut im Pool verschwindet geschwind von selbst...

Nur fünf Jahre nach der Zeichentrickversion „Wicked City“ versuchte man sich in Hongkong an einer Realverfilmung des zugrunde liegenden Mangas. Zwar war ich von der Erstverfilmung nicht sonderlich begeistert, aufgrund der dort zu sehenden Mutationssequenzen war ich jedoch neugierig auf handgemachte Action diesbezüglich in einem frühen 90er Jahre-Film, in dem Schleim-, Tentakel- und Matschetechnisch bei Videopremieren schließlich alles möglich schien. Es war etwas naiv zu hoffen in „Mutant City“ tolle Tricks beschert zu bekommen, erweist sich Peter Mak Tai-Kits Werk doch als höchst billig produziertes, das mit schnellen Schnitten und hektischen Bildern, gerne auch mit comicartigen optischen Beschleunigungseffekten, versucht von seiner Kostengünstigkeit abzulenken.

Das wäre trotz der unangenehmen Methoden eventuell trotzdem möglich, müssten doch zumindest Story und/oder Charaktere den Stoff lediglich zugänglich und interessant gestalten. Und dass man sich nicht nur von der übertriebenen Sexorientierung des Animes distanzierte, sondern eigentlich auch komplett von dessen zu banal geratener Geschichte, klang zunächst immerhin nach einem Schritt in die richtige Richtung. Aber da sieht man mal wie schnell man sich irren kann. Die Charaktere bleiben oberflächlich und völlig uninteressant. Die Erotik wurde durch einen erhöhten Ereignispegel ausgetauscht, wohingegen die dünne Story gegen eine noch dünnere Story ausgetauscht wurde. Es ist schlichtweg egal worum es in „Yao Shou Du Shi“ (Alternativtitel) geht, es reihen sich ohnehin nur hirnlose Action- und billig getrickste Monsterszenen mit hauchdünnem roten Faden versehen aneinander, so dass man dies als Fan solcher Filme entweder verspielt durchsteht, oder sich gelangweilt wegwendet.

Leider war es bei mir Zweitgenanntes, konnte ich der zu monotonen, wirren Chose doch wenig abgewinnen. Ja, was ich da sah war typisch Asien-Fantastic-Kino schräg, wild, wirr und bizarr, aber nicht dauerhaft belustigend oder anderweitig unterhaltsam, so wie es ein sehenswerter „Zeiram“ war, ein bekloppter „Invasion aus dem Innern der Erde“ oder ein schräger „Das Blut der roten Python“. „The Wicked City“ (Alternativtitel) langweilte auf Dauer mit seinen ewigen übernatürlichen Keilereien in schlechter Choreographie, mit nur seltenen optischen Highlights versehen, die aber trotzdem immerhin (zumindest für Schundfilmfreunde) vorhanden sind.

Vielleicht kann man den Effekt, welchen der Film beim Zuschauer ausrichtet, mit der Neuverfilmung „Evil Dead“ vergleichen. Auch dort ging dauerhaft die Post ab. Wer auf blutige Bilder stand, liebte diesen Film. Aber wer mehr als das sehen wollte, langweilte sich aufgrund des dauerhaften Herumgemetzels. Und so ging es mir beim hier besprochenen Fantasy-Science Fiction-Horror-Action-Mix mit seinen Monster- und Handkantenszenen. Es gibt sicherlich öderes zu sichten, immerhin bietet der Film schlichten Gemütern passable Routine in monotoner Dauerschleife. Ich fühlte mich jedoch unterfordert von dem Bildermeer zu leerer Story, die krampfhaft irgendwie auf Spielfilmlänge getrimmt wurde. Insgeheim wünschte ich mir dann doch lieber die zumindest halbwegs vorhandene Handlung der Zeichentrickversion zurück. Die ist zumindest zwischenzeitlich nicht so nervig kitschig ausgefallen, wie die wenig ruhigen Momente dieser Zweitverfilmung.


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