Montag, 18. März 2013

INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE (Jung-Gwok chiu-yan 1975 Hua Shan)


Eine böse Hexe, die Herrscherin einer uns bislang unbekannten Welt unter der Erde, beschließt die Oberwelt anzugreifen. An ihrer Seite Kämpfen Monster verschiedenster Art. Für die Menschheit gibt es nur eine Rettung: den Infra-Superman...


Wie ich zu meinem Gehirnschaden und Augenkrebs kam...

Der ferne Osten! Keiner außer Hongkong und Japan hat es so drauf einem einen grellen, kunterbunten Monsternonsens um die Ohren zu hauen bis zur völligen Gehirnverstrahlung. Wer schon die Kämpfe „Godzilla“s gegen seine Gegner für besonders kaputt hält, kennt den wahren Nonsens noch nicht, der uns u.a. in Form von „Invasion aus dem Innern der Erde“ präsentiert wird.

Alles ist gewollt billig, schräg und schrottig. Ein Rezept, das auf seine Art, wie hier präsentiert, sogar funktioniert, wenn auch nur für jene, die sich diesem Unsinn auch bereitwillig hergeben. Ich könnte es niemandem verübeln diesen Film Scheiße zu finden, immerhin gibt es wesentlich erträglicheren Trash, aber dieses Werk hat seinen ganz eigenen Reiz.

So ist es z.B. interessant zu sehen, dass zwar kaum Geld für die Produktion vorhanden war, man sich aber ordentlich Mühe gab, die billigen Tricks, die man anwenden konnte, gut wirken zu lassen. Ob das die graphischen Tricks sind, während der Herstellung des Superhelden, ob es die trashig blinkenden Apparaturen sind, die pappigen Settings oder das beste von allem: die liebevoll schundigen Kostüme. Die Monster sehen alle sympathisch aus, sind kunterbunt gewählt, von einer Spinne über einen „Octaman“-Klon bis hin zu einem Double des Tazmanischen Teufels ist allerhand phantasievolles Viechzeug dabei. Die Schauspieler laufen in diesen Kostümen herum als wäre Karneval, hüpfen und agieren anderweitig überdreht und prügeln aufeinander ein als befänden sie sich in der ollen TV-„Batman“-Serie.

Der Held ist optisch eine Art „Power Ranger“, kein helles Bürschchen, dafür ausgestattet mit allerhand Gimmicks. Um sie zu aktivieren muss er sie zuvor laut ausrufen, da fehlte lediglich nur noch die „Go-Go-Gadgeto“-Vorsilbe, um „Inspektor Gadget“ die Hand zu reichen.

Die Charaktere, Situationen und die komplette Story sind völlig bescheuert und an den Haaren herbeigezogen. Die Anführerin der Bösewichter, die Herrin der Unterwelt, sieht aus wie aus einem „Supermeier“-Comic entlaufen und verkörpert jedes Klischee der mächtigen Überfrau. Der Superheld wird der Gefahr wegen entwickelt, scheinbar wäre seine Erschaffung schon längst möglich gewesen. Und sein Anzug, der unzerstörbar ist, wurde zuvor auch nie gebraucht, nicht einmal in völlig anderen Anwendungsgebieten. Alles fern der Realität, aber besonders nah am comicartigen, geistfreien Geschehen, wie man es bei Filmen dieser Art sichten will.

Ich will auch gar nicht so viele Worte verlieren. Ich bin schließlich nicht so der große Asia-Experte und kann nicht viel vergleichen. Für mich als Trashfan war „Invasion aus dem Innern der Erde“ aber auf jeden Fall ein Heidenspaß, mit einem Berg an Unlogiken, die man den Machern allerdings nie ernsthaft vorwerfen würde. Diese wussten ja was für einen Mist sie produzieren. Freunde schräger Unterhaltung sollten unbedingt reinschalten, sie werden nicht enttäuscht. Filmfreunde, die bereits bei Helge Schneider, "Godzilla", "Toys", oder "Im Himmel ist die Hölle los" so ihre Probleme mit schrillen und bunten Elementen hatten, sollten einen weiten Bogen um Shans Werk machen. Selbst diese Vergleiche befinden sich nicht annähernd in der Nähe dieses Komplett-Trashs. Dieser Film ist stark verstrahlt und so knallbunt wie die üblen Computerspiele von Taito.


Trailer,   OFDb

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