THE PHONE (Pon 2002 Ahn Byeong-ki)


Todesfälle, die immer mit ein und derselben Telefonnummer zusammenhängen, mit der auch sie telefonisch bedroht wird, machen die Reporterin Ji-won neugierig. Als sich die Tochter einer Freundin nach dem Empfang eines solchen Anrufes höchst merkwürdig benimmt, wächst in Ji-won der Verdacht, dass eine übernatürliche Kraft hinter den Ereignissen steckt, die sie recherchiert...


Haarige Leitung...

Ein Jahr bevor das Thema spukendes Handy auf eher klassische Art passend zur „Ring“-Erfolgswelle mit „The Call“ verfilmt wurde, wandelt Ahn Byeong-ki mit seinem koreanischen Genre-Film auf ähnlichen Pfaden, setzt aber weit weniger auf die unheimliche, als viel mehr auf die dramatische Schiene. Sicherlich ist er sichtlich bemüht auch den Gruselaspekt nicht zu vernachlässigen, was nicht immer so gut gelingen will wie erhofft, aber allerspätestens das Finale mit seiner dramatischen Rückblick-Dominanz macht doch überdeutlich, wieviel mehr der menschliche Aspekt im Fokus steht, anstatt der übernatürliche.

Aufgrund der Erklärungsnot gegen Ende, welche der recht konfusten Geschichte nicht wirklich mehr Sinn hinter den Ereignissen verleiht, wird mancher Freund des Horrorgenres sicherlich eher verärgert auf „The Phone“ zurückblicken, eben weil der Horroraspekt in zweiter Reihe parkt. Mir hat das Finale in dieser Art jedoch gefallen, fand ich es doch konsequenter als den Restfilm, der mir ein wenig zu bemüht darin war Gruselmomente zu integrieren, und dabei Fehler, wie das zu kurze Einblenden von Geistererscheinungen, machte, die ein erfolgreiches Ergebnis dieser Versuche verhinderten. Man versteht in der Theorie was der Regisseur gewollt hat, funktionieren tut jedoch nur der atmosphärisch geglückte Grundton des Streifens, was aber immerhin erklärt warum „Voice“ (Alternativtitel) trotz all seiner Makel routiniert zu funktionieren weiß.

Die esoterisch orientierte Handlung ist fast inhaltlich mehr im Fantasy-Genre unterwegs als im Horrorfilm, die düstere und emotional beklemmende Atmosphäre des Streifens stärkt jedoch die Horrorherkunft. Mag die Geschichte in ihrer innereigenen Logik auch wenig Sinn ergeben, der Stil in welchen „The Phone“ gebettet ist und das erwachsene Agieren seiner Figuren sorgen dafür, dass man keinen verdummten Plot, wie im Esoterikbereich üblich, zu Gesicht bekommt, man fühlt sich als Zuschauer trotzdem ernst genommen. Großteils gute Mimen, der stimmige Grundton und eine überraschende Auflösung am Schluss wissen manch unausgegorene Stelle zu retten. Zwar wäre manche unglaubwürdige Grimassenschneiderei besser der Schere oder einer Neubesetzung zum Opfer gefallen, mit geringen Erwartungen weiß „Pon“ (Originaltitel) jedoch akzeptabel zu unterhalten.


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