Mittwoch, 27. Dezember 2017

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 6 (2017 Philipp Osthus u.a.)


Hubert und Staller sind Polizisten in Ober-Bayern und ermitteln recht unsensibel und gern mit beläufigen privaten Interessen Mordfälle...


Die Rückkehr einer Unbeliebten...

Zwar gibt es diesmal nicht mehr, wie bislang, eine Qualitätssteigerung von Staffel zu Staffel zu vermelden, aber das sechste Jahr „Hubert und Staller“ kann locker mit dem fünften mithalten, zumal sich stilistisch ohnehin so gut wie nichts verändert hat. Wie gehabt stehen lustige Situationen über dem zu ermittelnden Mordfall, was nur dann stört, wenn gerne Mal gegen Ende ein Fall zu schnell beendet ist, ohne dass man die Reaktionen von Hinterbliebenen und anderen Gastfiguren miterleben darf. Das geht aufgrund des hohen Unterhaltungswertes und des hoch anvisierten Niveaus der Reihe aber vollkommen in Ordnung, wann darf man schließlich im deutschen TV eine derartige Qualität in unseren heutigen Zeiten entdecken, wie sie hier serviert wird?

Von daher will ich auch gar nicht groß klagen, auch nicht darüber, dass Monike Gruber als Barbara Hansen zurückkehrt, jene Figur, mit der man bei ihrer damaligen ungenannten Verabschiedung den wichtigsten Störbalast der Reihe über Bord geworfen hatte. Nun ist ihre Rolle kleiner gehalten, und in einer Bäckerei tätig, anstatt als Reporterin (wenn der Wandel auch nicht glaubwürdig eingefangen wird) nervt sie weit weniger als in ihrer selbstüberschätzten Art als Schnüfflerin für die Presse. Teilweise darf sie gar positiven Einfluss auf die Handlung nehmen. Sympathisch sieht anders aus, aber zumindest findet die Figur sich endlich im Hubert und Staller-Universum ein. Damals wirkten ihre Auftritte wie ein Stilbruch in einem ansonsten gut geölten Laufwerk.

Positiv ist hervorzuheben, dass die Autoren es erneut geschafft haben sich beim Einbringen der festen Randfiguren zu verbessern. Noch nie fügten sich die Kollegen und Wegbegleiter der beiden Ermittler derart gut in die zu erzählte Geschichte ein wie es mittlerweile der Fall ist. Sonja darf mehr denn je mitermitteln, Yazid nervt immer weniger mit illegalen Taten, so dass der interessante Restcharakter der Figur wieder mehr in den Vordergrund treten kann, und Riedel wird endlich zur brauchbaren Randfigur, zumal die Schauspielleistung seines Darstellers gestiegen ist, so dass er vom Talent her nicht mehr so auffällig neben den professionellen Mimen abfällt. Girwidz ist nach wie vor die lustigste und am besten verkörperte Figur neben den Titelhelden und wird nach wie vor in wundervolle Situationen katapultiert.

Viel mehr gibt es aus Wolfratshausen nicht zu berichten. Die Autoren toben sich weiterhin gekonnt aus, beachten nach wie vor die Psychologie ihrer Figuren und bleiben sich somit ihrem hohen Niveau treu. Immer wieder schaffen sie es Staller neue Spinnereien anzudichten (so darf er diesmal beispielsweise eine Folge im Rollstuhl verbringen), mit angedeuteten Annäherungen zwischen Hubert und Anja ist auch für das nötige Kribbeln im Soap-Bereich gesorgt (was glücklicher Weise fast im Stillstand-Modus abläuft), und als kreativer Höhepunkt der Staffel darf wohl die letzte Folge gelten, in welcher man sich den Spaß erlaubte Hubert nach einem Unfall fünf Jahre in der Zukunft aus dem Koma erwachen zu lassen, wo ihn ein furchterregender neuer Alltag erwartet. Egal wieviel von dieser Serie gedreht wird, es ist immer zu wenig und stillt nicht meinen nimmersatten Hunger nach mehr. Somit freue ich mich jetzt schon auf die siebte Staffel, wissendlich dass ich wieder einmal ein Jahr ungeduldig auf ihre DVD-Veröffentlichung warten muss.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen