UNDERGROUND WEREWOLF (Cellar Dweller 1988 John Carl Buechler)


Als Kind liebte Whitney die Gruselcomic-Reihe „Cellar Dweller“, nun 30 Jahre nach dem Tod ihres Zeichners will sie diese als Künstlerin selbst wieder aufleben lassen und kommt hierfür in einer Kunstschule unter, die in jenem Gebäude errichtet wurde, in welchem besagter Zeichner einst ums Leben kam. Was keiner weiß: er erweckte damals mit Hilfe eines magischen Buches beim Zeichnen seiner Comics versehentlich eine dämonische Kreatur. Whitney begeht nun den selben Fehler...


Die Comiczeichnung als Spiegelbild...

Mit „Underground Werewolf“ erwartet den Filmfreund ein für die 80er und 90er Jahre ganz typischer Horrorfilm, wie er in Deutschland stets nur in den Videotheken zu entdecken war. Man erzählte eine Monstergeschichte, setzte diese eher naiv und bunt um anstatt gruselig, sowie augenzwinkernd anstatt ernst gemeint. Im Prinzip drehte man auf Spielfilmlänge das, was andere als Kurzepisoden in „Twilight Zone“, „Unheimliche Geschichten“ oder in Comicform ablieferten. Einzig der Gewaltbereich wurde erhöht, eine Zutat die heute jedoch kaum noch ins Auge fällt, so zahm Werke dieser Art mit Genreproduktionen der Neuzeit verglichen aussehen. Häufig war Produzent Charles Band für Genre-Beiträge dieser Art verantwortlich, und so ist es auch hier bei „Cellar Dweller“ (Originaltitel), den der gute Mann kostengünstig gleich von dem Verantwortlichen der Kreatur und anderweitigen Spezialeffekte dieses Werkes herunterdrehen ließ.

Kostengünstigkeit stand halt schon immer vorne an in einer Band-Produktion, in den 80er Jahren aber noch in anderen Dimensionen angewandt als in den 90er Jahren bei den unter dem Full Moon-Label entstandenen Werken, die tatsächlich kaum noch günstiger fertigzustellen gewesen wären. Anhand des Beispieles „Underground Werewolf“ kann man die finanziell höher budgierte Billigproduktion im Vergleich zur völlig kostenbefreiten späteren Art Bands Filme zu produzieren zumindest auf das bekannte Gesicht von Jeffrey Combs verweisen und auf einen namhaften Effektkünstler John Carl Buechler. Zudem sind die im Film recht häufig gezeigten Comicstrips ebenfalls weitaus besser gezeichnet, als sie ein vollkommener Laie in diesem Gebiet hinbekommen hätte und werden somit auch teurer gewesen sein als die Zeichnungen eines Amateurs. Hier lohnt im Vergleich ein Blick auf Fred Olen Rays „Evil Toons“, dessen Comicmonster mit viel Augenzudrücken gerade eben noch als sympathischer Verweis auf das zu verarschende Genre durch geht, wohingegen die Zeichnungen im hier besprochenen Film tatsächlich nicht von schlechten Eltern sind.

Eine sinnvolle Geschichte darf man in einer Band-Produktion so wenig erwarten wie ein wahrlich engagiertes Team vor und hinter der Kamera. Man merkt, dass die Beteiligten Spaß am Set hatten, sich Mühe geben sieht jedoch anders aus, muss für ein Schnellschuss-Produkt wie dieses aber auch gar nicht sein. „Underground Werewolf“ ist für die schnelle Mark gedreht und trotzdem sympathisch für Schundfilm-Fans ausgefallen, immerhin wusste Buechler zumindest was dieser sich bei dieser Art Horrorfilm wünscht.

Sicherlich ist das titelgebende Monster, welches zwar tatsächlich ein wenig wie ein Werwolf aussieht, aber keinesfalls einer sein soll, etwas zu zahm ausgefallen. Erschreckend sieht es nicht einnmal theoretisch aus. Aber man erkennt wie liebevoll es mit simplen Mitteln geschaffen wurde, und der augenzwinkernde Grundton eines Filmes der sich zu keiner Zeit ernst nimmt, fängt die mangelnde unheimliche Wirkung der Kreatur ohnehin akzeptabel auf. Freilich hätte es auch einem Film wie diesem hier gut getan ein erschreckenderes Monster vorzuweisen, aber dessen Bravheit schadet dem Streifen zumindest nicht, der sich wie erwähnt treu an den simplen Horrorgeschichten aus Comicheftchen, Schmuddelromanen und Fernsehepisoden orientiert.

Harte Effekte gibt es nur gelegentlich zu sichten, aber zumindest wird das Monster von Beginn an recht häufig gezeigt und auch Freunde nackter Frauen bekommen von Anfang an Sehwerte geboten. Band wusste halt schon immer was dem Schmuddelfreund schmeckt. Dass einem mit diesem Rezept kein Meisterwerk gelingt und es auch innerhalb des Zielpublikums Leute geben wird, denen das was Buechler uns hier serviert nicht ausreicht, dürfte klar sein. Generell ist man mit „Underground Werewolf“ aber gut bedient wenn man Werke wie „Metal Beast“, „Das Gehirn“ oder eben Produktionen von Charles Band mag. Und eine gelungene Schlusspointe entlässt einen zudem gut gelaunt aus einem kurzweiligen, unter 80 Minuten laufenden Film.


Weitere Besprechungen zu Underground Werewolf: 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen