CULT OF CHUCKY (2017 Don Mancini)


Nica landet als einzige Überlebende des Massakers in ihrem Haus in einer Nervenheilanstalt. Auch Chucky ist vor Ort, eigentlich davon getrieben Nica zu töten. Doch als er sie fast tot nach einem Selbstmordversuch auffindet, nimmt er sich vor stattdessen ein übles Spiel mit ihr und den anderen Insassen zu spielen...


Was aus Andy wurde...

Chucky hat im Laufe seiner 1988 gestarteten Horrorkarriere manche Wandlung durchgemacht. Mit "Chucky - Die Mörderpuppe" als gruseliger Horrorfilm gestartet, folgte mit den ersten beiden Fortsetzung das Treten in die Fußstapfen von berühmten Slasher-Kollegen wie Freddy und Jason. Rehabilitiert als Komödie in "Chuckys Braut", mit inhaltlichen Änderungen der Gesetze um das Einnehmen eines Puppenkörpers, nahm die brach liegende Serie 1998 wieder an Fahrt auf, gefolgt von einer herrlich kranken Familienzusammenkunft in "Chucky's Baby", den Don Mancini, Autor aller Teile, erstmals selbst inszenierte. Der blieb von nun an Regisseur der "Chucky"-Reihe und kehrte 2013 mit dem Vorgänger des hier besprochenen siebten Teils um die Killerpuppe in den Grusel-Horror-Bereich zurück. Zwar schaute sich "Curse of Chucky" ein wenig zu bemüht darin ein bereits bekanntes Szenario rätselhaft erscheinen zu lassen und gegen Ende eine Verbindung zu allen recht lose nebeneinander existierenden Chucky-Filmen zu stricken, aber letztendlich wusste er zu unterhalten, so dass man sich eher über einen weiteren Teil der Reihe freute, anstatt über die vorhandenen Schwachpunkte zu klagen.

Mancini ist nun mit "Cult of Chucky" weiterhin darin bemüht die einzelnen Abenteuer des Killers in ihrer wirr erscheinenden Gemeinsamkeit zu einem Ganzen zusammenzudichten. Hierfür packt er erfreulicher Weise Andy wieder aus, dem wir zuletzt auf der Militärschule in "Chucky 3" begegnet sind, und der die Ereignisse von damals nicht wirklich gut verarbeitet hat. Es ist ein gekonnter Clou von Mancini für die geistig verwirrte Rolle den Ur-Andy der ersten beiden Teile wieder auszugraben, so dass die für den Zuschauer sprunghafte Verwandlung des niedlichen Kindes zum psychopathischen Erwachsenen um so mehr wirken kann. In einer herrlich kranken Eröffnungssequenz, in welcher sich Andy auf ganz spezielle Weise an Chucky rächt, findet "Cult of Chucky" leider auch bereits seinen Höhepunkt, denn was nun diesem kaputten Treiben folgt ist eine Wiederholung der Haunted-House-Thematik des Vorgängers, lediglich übertragen auf den Spielraum einer psychiatrischen Anstalt.

Dieser Ort könnte recht reizvoll sein mit all seinen verrückten Charakteren, Nica als Opfer mittendrin und Chucky als unsichtbare Gefahrenquelle, von welcher nur Nica weiß. Aber wie schon im Vorgänger, so verlässt Autor Mancini den unverkrampften Pfad der ersten fünf Chucky-Filme und geht auf Teufel komm raus einen anspruchsvoll scheinenden Versuch an alle bisherigen Teile miteinander zu verweben, und das will nicht wirklich funktionieren. Zu ungelenk kommt "Cult of Chucky" daher, zu überfrachtet im Bemühen um eine einheitliche Logik, und dafür einen überraschenden inhaltlichen Trick anwendend, der zwar durchaus reizvoll klingt, mangels genügend Erklärung aber eher wie eine Ausrede, als wie eine gute Methode erscheint. Erstmals gelingt es Mancini nicht einen unterhaltsamen Film zu zaubern, dafür guckt sich Teil 7 zu verkrampft und zu bemüht darin Anspruch anzugehen, den nie ein Fan gefordert hat.

Die wenigen guten Momente bauen stets auf bereits Bekanntem der Vorgänger auf, die gar nicht mal einfallslosen Tricks, die "Cult of Chucky" zu etwas Besonderem werden lassen sollen, wollen inmitten eines weder spannungs- noch stimmungsgeladenen Streifens nicht funktionieren. Aufgrund der vielen wieder auftauchenden bekannten Gesichter, manch herrlich grotesker Ideen und den sich wiederholenden Verhaltensmustern von Opfer, Täter und Unwissenden, die seit je her die Chucky-Reihe ausgemacht haben, wird auch dieser bislang letzte Teil der Reihe zu keinem komplett misslungenen Streifen, aber es nervt schon gewaltig Mancini bei seinem Schwanzvergleich mit sich selbst zuzusehen, der als geistiger Vater der Reihe einfach zu viel erreichen möchte, anstatt das zu bedienen, wofür die recht abwechslungsreichen bisherigen Filme stehen. Aber was soll man schon von einem Mann erwarten, der nicht einmal mehr zu seinen herrlich drolligen Anfängen als Autor wie im harmlos naiven "Underground Werewolf" steht? An dieser Haltung erkennt man bereits das verkrampfte Bemühen um zu viel Professionalität. 


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