APEX (A.P.E.X. 1994 Phillip J. Roth)


Als bei einem Zeitreiseexperiment etwas schief läuft landet der Wissenschaftler Nicholas Sinclair in einem alternativen Zeitstreifen seiner ihm bekannten Gegenwart. Roboter die zum Schutz von Zeitabnormitäten genutzt wurden, führen in dieser zerstörten Welt einen Krieg gegen die letzten Menschen...


Wirres Späßchen...

Bereits gute Geschichtenerzähler tun sich damit schwer Zeitreisegeschichten frei von Logikfehlern zu erschaffen. Der "Terminator" besitzt welche, in der "Zurück in die Zukunft"-Reihe wimmelt es nur so vor ihnen, trotzdem sind das alles sehr gute Filme, die sich zumindest Mühe darin geben durch eine filmeigene Logik das Ganze nicht so katastrophal unsinnig wirken zu lassen wie es eigentlich der Fall ist. Ganz anders ist da "Apex" geartet, der hemmungslos naiv in eine hanebüchene Story springt und mit jeder erzählten Minute tiefer in Unsinnigkeiten von Zeitreiseparadoxen badet, dabei früher als der Zuschauer den Überblick verliert und darauf hofft, dass in einer immer wirrer werdenden Geschichte ohnehin niemand mehr den Überblick behält.

Das Mysterium beginnt mit einem ausgetauschten alternativen Ich in einer fremden Gegenwart, welches die Frage aufwirft, was aus dem Original der neu entstandenen Zeit geworden ist, dessen Existenz vor dem Einschreiten unserer Identifikationsfigur von der Story stets immer wieder bestätigt wird. Aber das ist noch der harmloseste Aspekt inmitten von solchen Unsinnigkeiten, wie dass in einer seit hundert Jahren veränderten Zeit, eine in der immerhin der Großteil der Menschheit ausgelöscht wurde, die meisten Menschen aus dem ursprünglichen Zeitstrahl trotzdem noch existieren. Ebenso verhält es sich mit dem Labor, durch welches die zerstörte Gesellschaft versehentlich entstanden ist. Eigentlich dürfte es in der neu existieren Welt nicht vorhanden sein, sein Dasein ergibt dort keinen Sinn, aber ohne das noch vorhandene Labor gäbe es keine Geschichte zu erzählen.

Und das wäre fast schon schade zu nennen, so charmant dämlich wie sich der um Action bemühte Streifen guckt, der selbst dann Unsinnigkeiten nicht umgeht, wenn dies durchaus auf einfachem Wege möglich gewesen wäre. Aber wenn er auf so etwas wie Logik achten könnte, hätte Regisseur und Mitautor Phillip J. Roth später nicht solche Ober-Trasher wie "Digital Man" und "New Alcatraz" inszeniert. Seine letzten drei Filme sind gar nie in Deutschland erschienen, und dies obwohl sich selbst der Hai-Horror "Dark Waters" darunter befindet, immerhin ein Streifen zu einem Sub-Genre des Tier-Horrors, welches sich damals wie heute großer Beliebtheit unter DVD-Sammlern erfreut. "A.P.E.X." (Alternativtitel) ist nach dem Cyborg-Film "Prototype" Roths zweiter Roboterfilm, und während der Vorgänger des hier besprochenen Streifens lediglich einen Menschen als Maschine bieten konnte, wird uns hier zumindest mittels "Schauspielern" in Roboteranzügen eine sympathisch aussehende Art Maschinenmensch geboten, deren Design trotz ihrer Preisgünstigkeit eine gewisse Faszination besitzt.

Mir gefallen sie zumindest gut, auch aufgrund der ungewöhnlichen Farbgebung. Sie sehen aus, als habe man dem Kopf des ein Jahr später entstandenen "Evolver" einen interessant gemusterten, menschlich orientierten Körper angehangen. Und scheinbar gab es nicht mehr als drei Kostüme, denn mehr Roboter sind gleichzeitig nie zu sichten, was nur eines von vielen Beispielen ist, warum der Untergang der Menschheit weit weniger glaubwürdig umgesetzt wurde, als es Roth lieb gewesen wäre. "Apex" ist eine Produktion in welcher jeder Pfennig dreimal umgedreht wurde, deswegen werden bei den vielen zu sichtenden Explosionen, für die man immerhin Geld hatte, auch nie Roboterkostüme zerstört. Das sieht man aufgrund der sehr schlechten Tricks immer dann wenn angeblich ein Roboter in die Luft gejagt wird.

Zunächst bereitet der Streifen aufgrund der Kurzweile die er ausstrahlt und aufgrund der vielen Szenen, in denen die so charmant anzuschauenden Roboter im Einsatz sind, komplett in unfreiwilliger Komik badend genügend Freude um vom zutiefst naiv ausgefallenen Ergebnis nett unterhalten zu werden. Allerdings lässt diese Trashbegeisterung inmitten von zu viel monotoner, sich wiederholender Handlung etwas zu sehr nach, um von einem sympathischen Ergebnis zu sprechen. Zwar sind die drei Ideengeber der Geschichte sichtlich um Abwechslung bemüht, z.B. durch das Eingeschlossensein im Labor, oder auch mit dem Hinzufügen einer weiteren Gefahr, den Menschenfressern, aber das hilft "Apex" aus seiner zu lang gestreckten Belanglosigkeit nicht wirklich heraus. Zumal letztgenannter Fakt ziemlich lieblos eingefangen wird, strahlen die Kannibalen doch in dem kurzen Zeitpunkt ihrer Beachtung keinerlei Gefahr aus und kommen sie doch nicht einmal ansatzweise dazu einen Menschen zu fangen, geschweige denn zu verspeisen.

Der Film ist trotz seiner zu monoton ausgefallen Art temporeich genug ausgefallen, um bis zum Schluss dran bleiben zu können, das kann nicht jeder Film mit derartigen Problemen von sich behaupten, letztendlich tut ihm seine Spielfilmlänge jedoch nicht gut. So oder so verwundert mich bei Werken wie diesem immer wieder der Gedanke, dass es auch Filmfreunde auf dieser Welt gibt, die Filme wie "Apex" kompromisslos mögen, ohne den Unsinn dahinter zu erkennen. Aber im Falle des hier besprochenen, mit herrlich dümmlichen Off-Kommentaren gesegneten, Science Fiction-Actioner werden das ohnehin nur sehr wenig Menschen sein, eben weil das Meer an Unsinn kaum zu übersehen ist, so extrem wie die Geschichte geradezu auf jede Unlogik zurennt, anstatt zu versuchen sie zu kaschieren oder gar ganz zu umgehen. Auf seine völlig dämliche Art hat mich der recht flott in Szene gesetzte Streifen zumindest nüchtern gesehen routiniert genug unterhalten, um kurz vor dem Eindösen doch immer interessiert genug wach zu bleiben. Den nett anzusehenden Robotern hätte ich jedoch einen Einsatz in einem wirklich unterhaltsamen Film gewünscht.


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