DEADLY CHUCKY DOLLS (Dangerous Worry Dolls 2008 Charles Band)


Eva muss für sechs Monate in den Frauenknast. Hier wird sie unterdrückt von Mitgefangenen, Wärtern und der Direktorin. Als sie an einem Besuchstag von ihrer Tochter eine Schachtel voll mit kleinen Wunschpuppen geschenkt bekommt, offenbart sie diesen nachts ihre Probleme. Die Puppen dringen in ihren Kopf ein, und fremdkontrolliert von diesen krempelt die besessene Eva von diesem Tag an die Zustände im Gefängnis um...


Die Maus und das Heroin...
 
Was uns unter dem unglaublichen dämlichen "deutschen" Titel "Deadly Chucky Dolls" präsentiert wird, ist eine kranke Scheiße, die so auch nur wieder von Charles Band stammen kann, dem Billigfilmer und Billigproduzent von Horror- und Science Fictionfilmen seit vier Jahrzehnten. Mit krank ist nicht die Dimension einer extrem hochkochenden Gewaltschraube gemeint, oder das Verwenden besonders abartiger Ideen nahe der Würggrenze. Was typische Provokationen des Genres betrifft, so kommt der Streifen doch relativ harmlos daher, sieht man doch nur das Gebäude von außen, wenn die Direktorin durch Stromschläge dahinbrutzelt, und ihr lebloser Körper danach sieht wesentlich harmloser aus als jener Freddy Kruegers. Und auch in der blutigsten Szene, in welcher eine Hand durch einen Küchenhäcksler gejagt wird, gibt es lediglich Blutspritzer zu sehen, obwohl die Kamera bei besagter Prozedur knallhart drauf hält. Die zerstückelte Hand ist noch der ekligste Anblick in einem Genrebeitrag, der nicht viel mehr als die gerade aufgezählten Bluttaten zu bieten hat.

Ein Meer an Gore erwartet der Horrorfreund bei einem Charles Band-Film ohnehin nicht, so kostengünstig wie diese umgesetzt sind, was Band wieder einmal durch das Verwenden weniger Spielorte, weniger Schauspieler und einer Laufzeit von unter 70 Minuten beweist, auf über 70 getrimmt durch einen Abspann, der erst bei achtfacher Geschwindigkeit jenes Tempo besitzt, was ein typischer Abspann in anderen Filmen beschert bekommt - ein alter Trick des Billigfilmers.

Wer nun beim Namen Band aufgrund des deutschen Titels, oder des Originaltitels namens "Dangerous Worry Dolls" auf einen weiteren Puppenhorror a la "Demonic Toys", "Puppet Master", "Dolls" oder "Blood Dolls" hofft, der wurde wieder einmal vom Master of Zuschauer(ent)täuschung verarscht. Präsentiert werden uns zu Beginn der Handlung eine handvoll winziger 3cm-Püppchen, die kurz nach ihrer Erweckung durch das Ohr der Protagonistin in ihr Hirn steigen und diese den Rest des Filmes von nun an steuern. Zu sehen sind zwei von ihnen gelegentlich über eine Art übergroßen Mückenstich auf der Stirn der Hauptfigur, mehr Puppenszenen gibt es nicht zu sichten.

Warum die Puppen aufgrund des Hilferufs der einst zartbesaiteten Gangbitch tun was sie tun, erfahren wir nie, obwohl das alles so gar keinen Sinn ergeben will - womit wir beim kranken Scheiß wären, den ich eingangs erwähnte. Band inszeniert das grotesk plumpe Treiben als Selbstverständlichkeit, taucht damit zwar nicht in solche bizarre Welten ein wie mit "In Vitro" und manch anderer seiner Trash-Perlen, stößt insgesamt aber trotzdem noch mit einer völlig der Realität entzogenen Welt im Frauenknast vor den Kopf und kreiert damit eine plumpe, wie herrlich bescheuerte Hölle auf Erden, dass es Stammgästen seiner Filme wie mir Spaß macht dem wilden und gleichzeitig eigentlich recht drögen Treiben zuzusehen.

Man muss einen Zugang zu Charles Bands billig hingerotzten Groteskstreifen besitzen, um mit dem dünnen Plot und dem mickrigen Budget dieser hier aufgezeigten surrealen Welt etwas anfangen zu können. In dieser Welt steigen nicht nur Wunschpuppen ohne jedwede Erklärung in Hirne, in ihr dominiert zudem eine gewaltgeile Direktorin das Gefängnis, bestraft gerne nach Opas Stromstoßmethode, während sie im Keller von einem Sadistenaufseher Vergewaltigungspornos mit Insassen drehen lässt, um diese im Internet zu verhökern. Wenn es um Überraschungen oder dem Wunsch nach Aufklärung geht, interessiert sich Band weit mehr für die Frage warum besagter Aufseher mit Gummidildo anstatt mit seinem eigenen Schwanz fickt, anstatt nach den grundlegenderen Fragen der wundersamen Geschehnisse im Film. 

Sogar das Finalereignis Eves wird nicht sehr deutlich umgesetzt und überzeugt derart wenig, dass man zunächst nicht weiß ob sie geheilt ist oder diesen Zustand nur vortäuscht. Aufgrund der Anschlussszene ohne sie kann man das nur erahnen, eine wirkliche Antwort gibt es nicht, zumal auch ihre mögliche Heilung viele Fragen offen lässt. Mir persönlich ist das Wurscht, hat Band doch so ziemlich das abgeliefert, was ich mir von einem Bandfilm wünsche. Wer stattdessen dumm aus der Wäsche guckt, gehört halt nicht zum Zielpublikum, hat auch mein vollstes Verständnis mit diesem Schrott nichts anfangen zu können, aber eine Band-Produktion trumpft eben aufgrund seiner eigenen Handschrift, und mag sie auch noch so kostengünstig dreist daher kommen.


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