08.07.2018

GAME OF WEREWOLVES - DIE JAGD BEGINNT (2011)

Spanien ist in Sachen Werwolf-Horror nicht gerade ein unangetastetes Land, sind doch allein die etlichen Filme in denen Paul Naschy seinen Wolfsmenschen Waldemar verkörperte fester Bestandteil der filmischen Historie des Landes und bis heute unter Genre-Fans beliebte Kultstreifen. Was die Tricktechnik dieser Filme angeht geht "Game of Werewolves" tatsächlich gleiche Wege, besticht er doch durch den Verzicht seine Kreaturen per Computeranimation zu kreieren. Wir bekommen Menschen in Wolfskostümen präsentiert und zudem noch in welchen, die geradezu klassisch gestilt sind wie in guten alten Gruselfilm-Zeiten, die heutzutage oftmals als zu naiv abgestempelt werden. Der Erfolg gibt den Entscheidungsträgern recht, die Menschen in den Anzügen wirken weit mehr als die meisten CGI-Kreaturen, zumal das Werwolf-Genre ohnehin stets Gefahr läuft durch das Zeigen der Kreatur ins Lächerliche abzurutschen. Ein wirksames Werwolfdesign bekommen nur die wenigsten hin.

Hilfreich kommt den Verantwortlichen der hier verwendeten Kostüme jedoch hinzu, und damit unterscheidet sich der Streifen nun entscheidend von den Naschy-Werken, dass "Attack of the Werewolves" (Alternativtitel) keineswegs ein ernster, geschweige denn ein gruseliger Beitrag seiner Gattung sein möchte, sondern das Hauptaugenmerk auf die Komik setzt. Dank fehlender Teenager und dem nicht vorhandenen krampfhaften Versuch einen Dauerregen an Komik auf den Zuschauer nieder rasseln zu lassen, geht dieser Ansatz auch in Ordnung, plätschert "Party of Wolves" (Alternativtitel) doch angenehm erzählt vor sich hin, immer wieder lustige Ideen einstreuend, sich aber hauptsächlich auf die bizarre Gesamtsituation konzentrierend, als auf einzelne spezielle Gags. Die Figurenzeichnung hätte ein wenig interessanter ausfallen können, spielt aber recht gut mit den vorhandenen Stereotypen, und immerhin ein kleiner Hauch Tiefgang ist den Charakteren anzumerken. Die Geschichte bleibt bis zum Schluss interessant erzählt, eben weil die leicht abstrusen Situationen den an sich überraschungsfreien Handlungsablauf aufpeppen. Dank spielfreudiger Mimen geht das Ergebnis somit in Ordnung.

Mehr jedoch auch nicht. Ein wenig mehr hatte ich mir schon von dem recht individuell klingenden Stoff versprochen. So wäre es mir beispielsweise lieber gewesen, wenn "Lobos de Arga" (Originaltitel) zumindest ansatzweise Spannungsmomente, sprich Horror-Feeling, ausgestrahlt hätte und den Bereich des zugrunde liegenden Genres nicht nur lediglich als Trittbrett für die Komik nutzen würde. Den anderen Ansatz akzeptiert kann sich der Film aber immer wieder aufgrund seiner Überraschungen retten, so z.B. mit der Thematisierung der Frage, ob Tomas überhaupt komplett geopfert werden müsse, oder ob ein Körperteil vielleicht reichen würde um den Fluch zu beenden. Oder mit der Frage welche Handlungsweise eines Polizisten am sinnvollsten ist, wenn er wehrlos von Werwölfen umzingelt ist. Allein der Aufhänger, dass ein mittelmäßiger Schriftsteller naiv genug ist zu glauben, dass er daheim gefeiert werden soll, einfach weil er Schriftsteller ist, ist derart sympathisch zu nennen, dass man dem zu routinierten Werk eher zugeneigt als abgeneigt ist. Warum der Hintergrund des Fluchs unnötiger Weise zwei Mal abgehandelt wird, ist jedoch ein Zustand an dem es ausnahmsweise nichts schön zu reden gibt.  OFDb

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