SLAUGHTERHOUSE RULEZ (2018 Crispian Mills)


Don stammt aus einfachen Verhältnissen und ist frisch an einem elitären Internat aufgenommen worden, da ereignen sich im Wald, dessen Betreten aufgrund kürzlich gestarteter Fracking-Aktionen für Schüler und Lehrer verboten ist, seltsame Dinge. Irgend etwas, das im Boden heimisch war, scheint aufgeschreckt worden zu sein und ist den Menschen nicht freundlich gesonnen...


Aus einer Familie von Kriegsverbrechern stammend...

Sie bekleiden nur halbwegs klein geratene Nebenrollen und spielen diese nicht einmal in gemeinsamen Szenen, und doch sind sie nicht nebensächlich für die schwarze Horor-Komödie "Slaughterhouse Rulez". Die Rede ist von Nick Frost, sowie Simon Peck, der bereits sechs Jahre zuvor mit Regisseur Crispian Mills in dessen bislang einzigen weiteren Film "Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen" zusammen gearbeitet hat. Beide sind die Hauptdarsteller der berühmten Cornetto-Trilogie, die mit "Shaun of the Dead" ihren Anfang nahm und mittlerweile, ebenso wie Ricky Gervais, Zugpferde der britischen Komik im Kino. Beide spielen für die Handlung entscheidende Rollen im hier besprochenen Film, trotz der geringen Größe dieser, beide sind aber auch Produzenten dieser Komödie. Dass es im einflussreichen Beisein dieser beiden nie geistlos zugeht, ist bekannt, und so steckt auch in "Slaughterhouse Rulez", wenn auch diesmal inhaltlich kaum von ihnen beeinflusst, mehr Gehalt, als dass man sich einzig an der Parodie eines gruseligen Stoffes heranwagt. Man spielt mit englischen Ständen und Traditionen, eine Zutat die für uns nicht immer leicht zugänglich ist. Ebenso wird der kapitalistische Aspekt des Frackings thematisiert, und damit auch der Umweltaspekt und der Bereich der Öko-Aktivisten, was jedoch alles nicht so tief greift, wie man vermuten könnte.

Beobachtet man die Charaktere des Streifens, so haben sie bis auf wenige Ausnahmen alle etwas gemein. Die Erwachsenen nutzen ihre jeweiligen Ideale als Vorwand, sei es der Direktor, der Lehrer, der so gerne Vorbild und Beschützer der Schüler wäre, die Eltern oder der Anführer der Umweltdemonstranten. Die Schüler hingegen imitieren ein Ideal, sich ihrer Familientradition dazu verpflichtet fühlend. Und aus diesem Dilemma der Kinder und Erwachsenen, entsteht der zentrale Humorschwerpunkt des Streifens, so dass sich die langsam anbahnende Geschichte um eine gefährliche Tiergattung, die durchs Fracking in ihrer Ruhe gestört wurde, für mich unnötig anfühlte. Dieses Gefühl verschwand auch nicht in jener Phase des Streifens, in welcher sie endgültig zum Zentrum wird und der Kampf Schüler gegen Bestien bevor steht. "Slaughterhouse Rulez" behält in diesem letzten Drittel als Randerscheinung noch besagten Humorschwerpunkt bei, konzentriert sich aber hauptsächlich nun um eine Horrorgeschichte, die nicht hätte sein müssen. Mag sie auch verwoben sein mit der Vergangenheit der Schule, und damit auch mit der Tradition und den Idealen dieser, also Teil besagtem Herzstück des Streifens darstellend, der Film lässt nach je mehr er sich dem Horror-Part zuwendet (auch wenn dieser nie außerhalb seines Komikbereichs präsentiert wird). Damit blieb der Aspekt um die aggressiven Viecher auch mit ihrer Ankunft im Zentrum der Geschehnisse ein Fremdkörper für mich, so als habe man zwei Themen miteinander kombinieren wollen, die nicht wirklich ineinander greifen wollen.

Das schränkt Crispian Mills zweite Komödie zwar in ihren Möglichkeiten unnötig ein, so als sei der Horror-Part ein pflichtmäßiges Zugeständnis an die beiden komödiantischen Berühmtheiten des Streifens, die es selbst in ihrer Actionfilm-Parodie "Hot Fuzz" nicht lassen konnten Horror-Elemente einfließen zu lassen, macht den Film aber nicht wirklich kaputt. Als sympathischer, kleiner Beitrag für zwischendurch ist "Slaughterhouse Rulez" durchaus unterhaltsam ausgefallen, zumal er einige wirklich gute Ideen parat hält, von denen man sich gewünscht hätte, sie wären in einem Film untergekommen, der ihrer wert wäre. Die Hauptdarsteller wissen den Film zu stemmen, die Maskerade Nick Frosts ist geglückt wie immer, an schwarzer und bissiger Gesellschaftskritik mangelt es nicht, gerade Freunde britischer Komik kommen nicht zu kurz. Insgesamt lebt der Streifen jedoch zu sehr von reizvollen Ansätzen, die nicht zu genüge beachtet wurden, sei es die Käuflichkeit des Direktors, der Reiz an der Gefahr des Verbotenen als Schüler im Wald, die Thematik rund ums Fracking, das Geheimnis um den Öko-Anführer, oder das komödiantische Spiel mit dem Bereich des Tier-Horrors. Mit Ausnahme des Zwangs, der Täuschung, der Missachtung und des Missverstehens von Traditionen und Idealen, sowie das Spiel um Wahrheiten hinter verehrten Erinnerungen (in diesem Falle hauptsächlich der Part um die Schullegende), wurde jeglicher Faktor nicht konsequent genug umgesetzt. Und besagter, der zu genüge beachtet und vertieft wurde, kann sich dem unwissenden, deutschen Zuschauer nicht in seiner Gänze offenbaren, da es an mancher Kenntnis darüber fehlt wie enorm Stände und Traditionen in der Gesellschaft Englands verankert sind und auf welche Arten sich dies dort äußert.


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Trailer,   OFDb

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