06.10.2019

THE DINOSAUR PROJECT (2012 Sid Bennett)


Ein Forscherteam will im Dschungel nach Dinosauriern suchen, stürzt über ihm mittendrin ab und stößt schneller auf die Viecher als ihnen lieb ist...


Der Sohn im Schlepptau...

Während "Cloverfield" genau wusste, was er wollte, indem er "Godzilla" im Selbstdrehmodus präsentierte, tut sich "The Dinosaur Project" in seiner Orientierung schwieriger. Bereits der Titel und die Einblendung zu Beginn orientiert sich am Vorbild "The Blair Witch Project", deswegen beginnt der Streifen nach dem Absturz im Nirgendwo in seinem Found Footage-Format zunächst auch wie ein Gruselfilm. Autor und Regisseur Sid Bennett möchte aber auch den Abenteueraspekt integrieren, den der Dinofilm in seinen klassischen Zeiten erlebte, und zwischen diesen Zuständen hin und her schwankend ist etwas entstanden, das über kurzweiligen Unterhaltungswert nicht hinaus geht. Das ist zwar auch bereits ein sympathisches Ergebnis, gerade wenn man bedenkt welch schlechte Found Footage-Filme es spätestens seit der losgetretenen Welle von "Paranormal Activity" zu erleben gibt, es wäre jedoch so viel mehr drin gewesen, wenn man andere Schwerpunkte gesetzt hätte.

So ist es Bennett beispielsweise wichtig so viele Dinosaurierszenen wie möglich zu integrieren, anstatt auf das "weniger ist mehr"-Prinzip zu setzen. So stößt unser Forschertrupp somit nicht nur auf Dinosaurier, sondern gleich auch auf verschiedene Spezies. Familienfreundliche und realitätsferne Aspekte finden damit ebenso Einzug in ein Filmformat, das eigentlich auf Authentizität bauen sollte, wie diverse andere Filmkrankheiten, die ein gutes Werk dieser Art höchstens gestreift hätte. Zudem wird aufgrund der Dinothematik jeder weitere Aspekt, der mit der Geschichte einher geht, weg geblendet. Da baut man weder auf die weiteren Gefahren des Dschungels, noch auf Lebensmittelknappheit, die Angst des Verschollengehens, Durst und Hoffnungslosigkeit. Alles schaut sich wie ein Spaziergang durch einen Abenteuerpark und wird lediglich mit dem Zusatzaspekt, dass eines der Mitglieder der Crew eigennützige Pläne verfolgt, aufgewertet. Die parallel dazu laufende Vater-Sohn-Dramaturgie wirkt wie aus einem glatt gebügelten Kinofilm entlaufen, und so darf es verwundern, dass auf simplen Niveau "The Dinosaur Project" doch noch banal zu gefallen weiß. Zwar funktioniert seine erste Hälfte wesentlich besser als seine zweite, frei von Sympathie bin ich aber auch dieser nicht gesonnen. Wer nicht zu viel erwartet bekommt zumindest einen akzeptablen Found Footage-Film serviert.


Weitere Besprechungen zu The Dinosaur Project:


Trailer,   OFDb

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