06.10.2019

IZOMBIE FOLGE 1 - 3 (iZombie 2015 Rob Thomas u.a.)


Nach einer Bootsparty wird Liv mit einem Zombievirus infiziert. Sich von allen ihres bisherigen Lebens abkapselnd, nimmt sie einen Job in der Pathologie an, wo sie unauffällig an Gehirne zu Nahrungszwecken gelangt. Ihr Chef entdeckt ihr Geheimnis und unterstützt sie, während er nach einem Gegenmittel sucht. Durch den Verzehr der Gehirne bekommt Liv Erinnerungsfetzen und Persönlichkeitsmerkmale der Opfer übertragen. Mit diesen Eigenschaften hilft sie einem befreundeten Polizisten Kriminalfälle zu lösen...


Deal mit dem Tod...

Das Konzept der Reihe ist nicht neu. Spätestens in Bezug auf "Dead Zone" sollten Erinnerungen hoch kommen. Aber auch Serien wie "Psych" arbeiten ihr Rezept auf ähnlicher Ebene ab. Dass eine Serie nicht sonderlich innovativ daher kommt, muss noch nicht heißen, dass sie zum Scheitern verurteilt ist. Also habe ich mir einen Blick auf "iZombie" gegönnt, wissentlich dass er plump auf den Erfolgszug der Zombiewelle aufspringt, die mit "The Walking Dead" und "Z Nation" auch im TV-Serienformat gut Geld eingebracht hat. Leider ist "iZombie" aber zu sehr kalkuliertes Konzept, als dass es funktionieren könnte. Die Serie stellt zwar keine Ansprüche an sich, die sie nicht erfüllt, und ist somit als simples TV-Produkt für junge Menschen und gelangweilte Hausfrauen konzipiert, die einen kleinen Hauch Morbides in ihrem Seifenoper- und Kriminal-Cocktail bevorzugen, reizvoll ist das Ergebnis somit nur für besonders schlichte Gemüter ausgefallen. Das zeigt sich bereits in der arg schlicht und vorhersehbar gehaltenen und zu schnell angegangenen Einführung in den Grundzustand, der von nun an herrschen soll. Auf interessante Charaktere wurde dabei nicht gesetzt. Auch ihre Mimen bleiben meiner Meinung nach blass, und Synchronsprecher werden in der Deutschfassung übertrieben zur Verdeutlichung der ohnehin schon unübersehbaren Stereotype eingesetzt, was den Sehwert nicht gerade erhöht.

Ein Gegenspieler der Heldin bietet zumindest einen kleinen Zusatzreiz und rückt das Zombiethema "The Addiction"-ähnlich in den Bereich der Sucht, wenn auch aus Dealersicht betrachtet, ohne mit all zu großen Komplikationen, ethischen Randerscheinungen oder greifbarer Dramaturgie zu arbeiten. Die Serie soll nun einmal leicht bekömmlich sein für einen vergnügten, anspruchslosen Feierabend. Mir ist das alles zu lasch angegangen und zu konzipiert. Es fühlt sich nichts echt genug an, die Thematik ist nie gruselig oder verspielt genug ausgefallen, die Kriminalfälle zu banal geschrieben. Da auch der halbwegs interessante Gegenspieler mau besetzt ist, weiß der in seiner fortführenden Randerscheinung, zunächst in zweiter Reihe agierend, ebenfalls nichts zu reißen. Und da die Zombiethematik extremst nichtig ins Alltagsgeschehen integriert wird, fast völlig frei von ihrem Ursprung, dem Horroraspekt, kann man den Titel schon fast als Etikettenschwindel betrachten, aber eben auch nur fast. Letztendlich geht es den Verantwortlichen des Stoffes darum die Hauptfiguren stets sympathisch erscheinen zu lassen, den zentralen Zombie darüber hinaus niedlich, jegliche tiefer greifenden Aspekte fehlen. Das höchste der Gefühle ist diesbezüglich das Zurücklassen eines Geliebten aus der menschlichen Zeit. Aber selbst das wird oberflächlich abgehandelt und lädt nicht zum schmerzhaften Mitempfinden ein. "iZombie" ist zu brav ausgefallen, zu oberflächlich in seiner Dramaturgie, Figurenzeichnung und in seinen Kriminalfällen, schwächelnd geschrieben und verkörpert und in seiner billig durchkalkulierten, sich auf ewig wiedergekäute Rezepte stützende, Art wirklich nur dem anspruchslosen Publikum zu empfehlen, welches geistfrei 45 Minuten abschalten will. Zumindest ist die Serie weder langweilig, noch peinlich ausgefallen.


Episodenführer,   OFDb

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