06.10.2019

THE SLEEPER (2012 Justin Russell)


Zwei Mädels nehmen an der Feier einer Studentenverbindung auf dem Campus teil, obwohl nur eine von ihnen interessiert ist beizutreten. Just zu dieser Zeit geht ein Wahnsinniger um, der einen nach dem anderen umbringt...


Eine alternative Zicke unter Zicken...

Ich betone immer wieder gern, dass ein Slasher von seinem Minimalismus lebt, dass er in den frühen 80er Jahren im schlichten Gewandt am effektivsten war und wie schön es wäre, wenn sich wieder mal wer auf diese Rezeptur besinnen würde. Da erfreut es, dass ein Werk wie "The Sleeper" daher kommt, der all diese Eigenschaften in ein 80er Jahre Retro-Flair zu packen weiß. Leider wurde dieser Beitrag des Horror-Regisseurs Justin Russell, dessen "Death Stop Holocaust" bislang nicht den Weg nach Deutschland gefunden hat, jedoch zu einem Lehrbeispiel dessen, dass aus dieser Grundlage nicht automatisch Gold zu ernten ist. Ganz im Gegenteil ist "College Killer" (Alternativtitel) ein besonders erbärmliches Stück Horror-Thriller geworden, der vormacht wie leicht ein solcher Film in die Kacke zu hauen ist. Das beginnt mit besonders mies besetzten "Schauspielern", lässt sich weiter in der erbärmlichen Umsetzung bemerken, die selbst in stillen Momenten keinen Hauch von Spannungsmoment aufgebaut bekommt, und das beobachtet man weiterhin in den Mordsequenzen, die relativ schlicht gehalten wurden, und weder den Stammzuschauer des Genres bei Laune halten, noch den Neuling solcher Werke zu schocken wüssten.

"Sorority House Nightmare" (Alternativtitel) ist derart uninspiriert billig heruntergerotzt, dass es einen verärgert solch ein Produkt überhaupt vorgesetzt zu bekommen. Wer glaubt irgendwem könne derartiges schmecken? Warum landet ausgerechnet solch ein Produkt in Deutschland (wenn auch nur in Österreich im deutschsprachigem Raum ungekürzt zu konsumieren), bei all den Produktionen, denen dieser Weg nicht beschert wird? Russells Werk guckt sich stumpf, nie hat man das Gefühl er wäre um wahren Spannungsaufbau bemüht. Trotz seines zunächst interessant erscheinenden 80er Jahre-Stils ist er billig hingeschludert. Örtlichkeiten wirken künstlich, die mies agierenden Darsteller sowieso, und der Killer wirkt weder mystisch, noch anderweitig interessant, darf meist nur schnaufen und ist nicht einmal nett/unheimlich anzusehen. Was nutzt der lobenswerteste Minimalismus, der wünschenswerte Schritt zurück, wenn jemand am Werk ist, der kein Gespür für knisternde Stimmung, düstere Atmosphäre und mystischem Unbehagen besitzt? Macht einen großen Bogen um dieses Werk, auch in der von mir gesichteten ungekürzten Fassung.


Weitere Besprechungen zu The Sleeper:


Trailer,   OFDb

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