17.11.2019

FREDDY VS. JASON (2003 Ronny Yu)


Da Freddy in der Elm Street längst vergessen ist und er deswegen aufgrund mangelnder Kräfte den Kindern nicht mehr in ihren Träumen auflauern kann, beschließt er mit Hilfe des immer wiederkehrenden Jason Vorhees die Erinnerung an sich selbst in seinem Heimatort wach zu rütteln. Der Plan funktioniert. Doch als Freddy endlich kräftig genug ist um zu morden, sieht es Jason gar nicht ein von der Bildfläche zu verschwinden...


Traumunterdrücker...

Zwar war das Zusammentreffen der beiden kultigen Horrorfiguren Jason und Freddy bereits in "Jason Goes to Hell" angekündigt, es dauerte jedoch 10 Jahre bis zur Realisierung. Auf den Weg dorthin wurden viele kreative Szenarien mit reizvollen Ideen verworfen. Am Ende kam man inhaltlich mit einem schlichten Produkt daher. Aber so interessant einige verworfene Ansätze auch hätten sein können, ich persönlich glaube, dass es die richtige Entscheidung war die beiden eher in einem üblichen Plot aufeinander treffen zu lassen, so können sich die lieb gewonnenen Monster immerhin innerhalb ihres persönlichen Umfeldes austoben, ohne dass Störfaktoren kontraproduktiv wirken können, bzw. den Film überfrachten. "Freddy vs. Jason" mag keinen Innovationen-Wettbewerb gewinnen können, aber er besitzt genügend andere Stärken um zu funktionieren. Letztendlich ist aus ihm ein partytauglicher Slasher geworden, den ich alle Jahre wieder gern mit Gleichgesinnten konsumiere. Selten war ein auf Nummer Sicher gesetztes Szenario so wundervoll anzuschauen wie hier, wobei man freilich anmerken muss, dass die klassischen 80er Jahre Horror-Reihen ohnehin genau deshalb so viele Fortsetzungen lang so gut und zeitlos funktionierten, weil sie sich nicht stets neu erfanden.

Wie sicher man an ein Projekt heran ging, von welchem man von Zuschauerseite aus so oder so einen Gewinn an den Kinokassen prognostiziert hätte, beweist allein die Wahl der Regie, hatte Ronny Yu doch erst 5 Jahre zuvor die lahm gelegte Chucky-Reihe mit "Chucky und seine Braut" wiederbelebt. Und die Rechnung sollte aufgehen. Der kreative Umgang Yus mit dem Medium Film peppt den schlicht gestrickten Streifen ungemein auf. Das Tempo ist flott gesetzt, die Bilder schön anzuschauen, der Humor treffsicher eingestreut. Denn eines war man sich bewusst: "Freddy vs. Jason" musste eine Art Comicfilm werden, eben das Medium bedienen, aus dem die Idee entliehen war. Und da kümmern sich Yu und die Drehbuchautoren herzlich wenig um Logik, Sinn und Verstand, da wird basierend auf den Regeln der bedienten Horrorfilm-Reihen ordentlich in die Kacke gehauen, indem man die Killer herrlich bösartig und dümmlich zugleich agieren lässt, menschliche Stereotype auf satirische Art noch mehr ins Filmklischee drückt, als ohnehin schon und die ganze Chose mit einem durchgehend angenehmen schwarzen Humor untermalt. Der Horrorpart kommt deswegen glücklicher Weise nie zu kurz, und, von einer Wasserphobie einmal abgesehen, dürfen Freddy und Jason auf die von ihnen gewohnte Art innerhalb der bei ihnen üblichen Gesetzmäßigkeiten an jenen Orten auftreten, in die sie gehören.

Die menschlichen Figuren und ihre Erlebnisse sind glücklicher Weise interessant genug ausgefallen und wurden gut genug besetzt, damit das an sich plumpe Szenario ohne Leerlauf und ohne zu viel Wiederholungen funktionieren kann. Freilich ist die Geschichte um Jugendliche, die zum Schutz der anderen weg gesperrt werden und einen experimentellen Traumunterdrücker verabreicht bekommen, so sinnlos ausgefallen wie der Rest des hier zu Erlebenden, aber das muss in dieser Art Film auch so sein. Ebenso wenig jucken einen übersprungene Szenarien zur Tempoerhöhung, wie die Frage wie die Jugendlichen denn eigentlich scheinbar sehr leicht in die Klinik einbrechen konnten. Und warum ist Jason dort überhaupt vor Ort? Und wie weit ist die Elm Street eigentlich vom Crystal Lake entfernt? Das Tempo und der Spaß an der ganzen Sache geben den Verantwortlichen derartiger Entscheidungen recht. "Freddy vs. Jason" macht unglaublich Laune, geizt nicht mit Sehwerten und ist aufgrund seiner ehrlichen Orientierung gerade deswegen nicht dümmlich zu nennen, weil er sich der obligatorischen Dümmlichkeiten derartiger Werke bedient und sie ad absurdum führt. Freunde der Reihen werden bestens bedient, freilich mit einem mit Robert Englund besetzten Freddy. Lediglich auf Kane Hodder wurde aus mir unbekannten Gründen verzichtet. Allerdings spielt die Neubesetzung den mir etwas zu haarig aussehenden Jason ebenfalls gelungen. Gerade seine Auftritte werden in wundervollen Bildern präsentiert, an die sich ruhig mal wer orientieren sollte, der eine Wiederkehr Jasons auf die große Leinwand plant.


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Trailer,   OFDb

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