07.12.2019

BLACK MOUNTAIN SIDE - DAS DING AUS DEM EIS (Black Mountain Side 2014 Nick Szostakiwskyj)


Am nördlichsten Forschungspunkt Kanadas fordert man einen wissenschaftlichen Experten an, da man im Eis auf ein altes Artefakt mit rätselhaften Schriftzeichen gestoßen ist. Während die Forscher versuchen das Geheimnis dieses Ortes zu erörtern, geht eine rätselhafte Krankheit um...


Gott ist ein Rentier...

Nick Szostakiwskyjs Debüt ist seine bislang einzige Regiearbeit. Er selbst hat die hier erzählte Geschichte geschrieben, und glücklicher Weise bekam er dafür Geldgeber. Zwar schaut sich seine Erzählung wie ein Mix aus "Shining", "Cabin Fever" und "Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All", was erst einmal nach einer munter zusammengeklauten Chose klingt, es ist aber der rational, fast schon nüchtern vorgetragenen Old School-Inszenierung zu verdanken, dass aus einem routiniert klingendem Stoff ein interessantes Stück Horrorfilm geworden ist. Stille Momente, längere, auch gerne mal ereignislose, Aufnahmen und ein unaufgeregt vorgetragener Plot bescheren den nötigen Charme. Überzeugende Darsteller agieren in glaubwürdigen Situationen. Rationales Denken und ein entspannt gedehntes Zeitfenster der Geschehnisse unterstützen die Authentizität des Stoffes. Man verweigert sich der hektischen Erzählweise heutiger Tage, setzt auf Qualitäten, anstatt auf Quantitäten, und es wäre schön gewesen, wenn die Verantwortlichen der deutschen DVD-Veröffentlichung es ebenso gesehen hätten. Die bescheren einem leider eine mäßige Synchronisation. Das Verweigern eines deutschen Untertitels, um in den Originalton flüchten zu können, und das Fehlen eines Trailers zum Film unter den Extras, wissen passend dazu ebenso zu enttäuschen.

Der Film selbst hingegen, ist atmosphärisch inszeniert, hätte vielleicht fotografisch eine Spur kunstvoller ausgefallen sein können, letztendlich weiß die lebensfeindliche Umgebung aber dennoch zu wirken, ohne auf großartige Bilder zu setzen. Während die Figuren rational vorgehen, nachvollziehbare Überlegungen äußern und ohnehin glaubwürdig wie Wissenschaftler wirken, verlässt "Black Mountain Side" in seiner Aufgabe als Horrorfilm irgendwann den rationalen Bereich und erlaubt sich gewagte Ideen, die manch einer sicherlich als zu schwachsinnig empfinden könnte. Es ist dem Talent des Autors zu verdanken, dass diese vollkommen ernst vorgetragenen "Idiotien" zu keiner unfreiwilligen Komik führen, oder zumindest zu einer Beendigung der bisher dargebotenen Glaubwürdigkeit. Bis einschließlich zum Schluss schwanken diese eingestreuten Horrorelemente zwischen möglicher Einbildung und personenübergreifender Wahrnehmung, so dass nie schlüssig enträstelt wird was Wahn und mystische Wirklichkeit ist. Uns wird nicht deutlich erklärt, auf was die Forschercrew gestoßen ist, eben weil wir nur das erfahren, was auch sie heraus finden, erleben und glauben zu erleben. "Black Mountain Side" wird somit zu jener Art Horror mit offenen Fragen, der den Stoff damit bereichert, anstatt damit lückenhaft zu wirken, oder gar dreist anzumuten. Ich kann dieses wundervolle Ausnahmeprodukt nur wärmstens empfehlen. Trotz des Handlungsortes und dem zentralen Einbringen einer Infektion, ist der im Beititel angedeutete Verweis auf "Das Ding aus einer anderen Welt" freilich irreführend und nicht zutreffend, was ein weiterer Beweis dafür ist, dass der deutsche Verleih nicht wirklich wusste, was er mit diesem starken Stoff, der sich angenehm sowohl dem Mainstream, als auch dem Arthouse verweigert, anfangen soll. sehenswert


Weitere Besprechungen zu Black Mountain Side:


Trailer,   OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen