19.05.2020

BATMAN BEGINS (2005 Christopher Nolan)


Seit dem Tod seiner Eltern versucht Bruce Wayne seinen Drang Verbrecher zu bekämpfen gezielt gegriffen zu bekommen. Er wird von einem Geheimbund kontaktiert, der ihn trainiert seine ohnehin schon guten Kampf-Fähigkeiten zu perfektionieren. Da ihm die Mentalität und die Ziele der Organisation nicht zusagen, kehrt er ihr zum Ende der Ausbildung den Rücken und geht mit den hier erlangten Fähigkeiten in seiner Heimat als Fledermaus maskiert auf Verbrecherjagd. Dort hat ein Mafiosi die Stadt fest im Griff. Aber selbst der ist nicht der wahre Fädenzieher in den geheimnisvollen kriminellen Verstrickungen Gothams...


Der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Rache...

Nach Burtons Fetisch-Versionen und Schumachers kunterbuntem Rückschritt in die 60er Jahre Version der Thematik war das Medium Kino 8 Jahre später soweit Batman endlich eine ernsthafte Umsetzung zu bescheren. Gewöhnungsbedürftig muten die ersten 30 Minuten an, wenn Bruce Wayne erst durch Ninja-ähnliche Geheimbündler in dem trainiert wird, was er als Fledermaus schließlich in Gotham City anwenden wird. Aber selbst in diesem so gar nicht traditionellen Part der Comicverfilmung stimmen Stimmung und Erzählwert, und eine Fortführung der dort angegangenen Ereignisse bishin zum Trilogie-Ende "The Dark Knight Rises" machen diesen Part sogar wichtig für Nolans Vision aller drei Filme, bei denen er auch jeweils am Drehbuch mitgewirkt hat. Ob der realistische Touch fern einer tatsächlichen Comic-Welt nun besser oder schlechter ist als die übliche Herangehensweise, sei einmal dahin gestellt, er ist aber auf jeden Fall eine interessante Alternative zu den üblichen "Batman"-Filmen und passt zum erwachsenen Grundton des Streifens, der sich auch tiefgründigerer Betrachtungen und politischer Thematiken nicht scheut. Mit diesem weniger verspielten Blick guckt sich "Batman Begins" vielleicht ein wenig zu starr auf ernst getrimmt, aber dieser Grundton ist letztendlich nichts ungewöhnliches im Gesamtwerk Nolans und braucht somit nicht überraschen.

Interessant ist die fast konsequente Verweigerung Batman gegen einen klassischen Gegner aus den Comics kämpfen zu lassen. Mit der Vogelscheuche wird nicht nur ein relativ unbekanntes Gesicht eingebaut, durch seine in der Realität verorteten Charakterisierung und seiner nur am Rande wichtigen Positionierung innerhalb einer vielschichtigen Gesamtgeschichte, fällt kaum auf dass überhaupt einer vorhanden ist. Derartiges verzeiht man Nolan jedoch all zu gerne, denn sein detaillierter Blick auf die Anfänge Batmans, der ohne zu entmystifizieren spannende Hintergrundfragen im Perfektionieren der Verbrecherjagd-Idee Waynes beantwortet, weiß in technisch makelloser Umsetzung bei rundum guter Besetzung zu überzeugen - zumal Nolan sein für Comic-Verhältnisse verkopftes Werk nicht in Sachen Action, Spannungsbogen und Schauwerte vernachlässigt. Ihm ist ein rundum sehenswerter Film gelungen, den man kaum noch dem Fantasy-Genre zuordnen kann, der aber nicht nur durch seine Andersartigkeit innerhalb des Batman-Universums fasziniert, sondern auch die Ur-Tragik der Figur gekonnt zu greifen und zu vertiefen weiß und in eine spannende Geschichte steckt, die inhaltliche Überraschungen ebenso bietet, wie kleine verschmitzte Momente und stille Anspielungen an die reichhaltige Comic-Welt Batmans. Mit "The Dark Knight" gelang es Nolan hinterher sogar, den bereits recht ausgereiften hier angewendeten Ansatz noch einmal zu perfektionieren. sehenswert


Trailer,   OFDb

1 Kommentar:

  1. Ja, der Nolan Batman unterliegt durchaus einer anderen visuellen als auch charakterlichen Inszenierung und ist wahrscheinlich gerade deshalb auch so gut schaubar. Wenig bunt, dafür düster-dunkel dräut das dreiteilige Gesamtwerk dahin. Sehr schöne Umsetzung.

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