Samstag, 14. Juli 2012

SKELETON MAN (2004 Johnny Martin)


Ein Skelett reitet zu Pferde umher und köpft mit seinem Schwert jeden, der ihm in die Quere kommt...


Skeletor ohne He-Man

„Skeleton Man“ bietet einige nette Goreszenen. Mit diesem Satz ist auch alles positive über diesen Film gesagt. Nun wissen die meisten, dass ein Film davon alleine nicht leben kann. Das haben die Verantwortlichen des Vertriebs dann auch bemerkt und ihn auf dem DVD-Cover einfach als Horror-Komödie betitelt. Dabei fehlt von freiwilligem Humor so ziemlich jede Spur. Der Mist ist einfach nur billig zusammengeschustert, öde inszeniert und trotz aller Schlechtigkeit nicht einmal zufällig nennenswert unfreiwillig komisch. Auf Letzteres hoffte der Vertrieb wohl, das wäre zumindest der einzige Sinn den man hinter ihrer Masche vermuten könnte. Wer will es ihnen verübeln, wo Trash doch zur Zeit so angesagt ist, dass sogar Werke wie „Waldile - Der schlimme Killer-Hund" oder „Black Sheep", ein Film über Killerschafe, auf die Menschheit zur Zeit des DVD-Booms losgelassen werden.

Doch schlecht ist nicht gleich schlecht. Ein gewisser Charme muss trotz alledem vorhanden sein, und allein die Maske des Bösewichts lässt diesen so wenig aufkommen wie Mystik. Wenn ein Monster nicht wirkt wird es schwierig, und in einer derartigen Billigproduktionen sind es ohnehin selten die menschlichen Darsteller, die derartige Mankos aufzufangen wissen. Wie könnten sie es auch, z.B. diese taffen Expertinnen, die mit hohlen Püppchen besetzt wurden. Ohne sie bleiben nur die Proleten des Militärs über und ein Bohnen mampfender Indianer.

Wenn nun noch jegliche Angriffe über angedeutete Zeitlupe gezeigt werden,  dann will gar nichts mehr wirken. Jegliche Form atmosphärischer Unterhaltung ist in diesem Zutatenmeer zerstört - Aufnahmen beendet, Film tot. Mit etwas Glück gab es zumindest auf dem Set etwas Fun. Und wenn das nicht haben hoffentlich die Bohnen des Indianers geschmeckt. Irgendetwas Positives muss „Skeleton Man" einfach mit sich gezogen haben, es wäre sonst zu traurig.

Produziert hat den Streifen, dessen Höhepunkt auf DVD zumindest das Special mit den Patzern beim Dreh war, Boaz Davidson, der sich in jungen Jahren seine Brötchen mit den bekannten „Eis am Stiel“-Filmen verdiente. Warum er Regisseur Johnny Martin engagierte weiß der Geier. Scheinbar vermutete er in ihm mehr Potential als vorhanden war. Und da Martin nie wieder einen Film fertig stellen durfte, war Davidson von Martins Arbeit wohl genauso begeistert wie ich. Eigentlich ist er jedoch Schauspieler, und da hat er neben berühmterer Gurken wie der Realverfilmung von „Fist Of The North Star“ und „Inspektor Gadget“ auch in besseren Werken wie „Space Invaders“ und James Camerons „Titanic“ mitgespielt. Merkwürdig dass The Asylum noch nicht bei ihm geklingelt hat für eine Rückkehr auf den Regiestuhl.


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