Donnerstag, 16. August 2012

PARADRUNKEN ACTIVITY (2010 James Conant)


Da ungewöhnliche Sachen geschehen, filmt ein Paar nachts die Aktivitäten in seinem Schlafzimmer, im Glauben ein Geist treibe sein Unwesen. Aber spätestens eine Spur auf dem Dachboden verweist auf eine andere Wahrheit...


Auf Paranormal Activity einen Kurzen...

Der Horrorfilm „Paranormal Activity“, der spät im Fahrwasser der „Blair Witch Project“-Welle mitschwamm, war ein großer Erfolg und zog einige Nachahmer fast gleichen Namens nach sich. In den USA animierte er auch eine kleine Gruppe Hobbyfilmer tätig zu werden, und das Ergebnis ist der 5-Minüter „Paradrunken Activity“, der einen großen Fehler begeht: die Pointe wird bereits im Titel verraten.

Ob die Auflösung ansonsten der große Schenkelklopfer geworden wäre, bleibt sicherlich anzuzweifeln, aber der Sinn einer Sichtung geht mit dem filmeigenen Spoiler eigentlich komplett flöten, zumal das Ergebnis ohnehin recht simpler Natur ist. „Paradrunken Activity“ war mit Sicherheit schnell fertig gestellt und weiß nach seiner Hauptphase bestehend aus simpelsten Videoaufnahmen erst kurz vor dem Abspann optisch interessant zu werden, quasi wenn dem Schluss-Gag ein weiterer angehangen wird. Dies kann man auch gleich als den Höhepunkt des Streifens bezeichnen.

Es ist sicherlich richtig ansonsten komplett einen auf Amateurfilmaufnahmen zu machen, gerade wenn man einen Film parodiert, der sich stilistisch ähnlich gibt. Aber die Szenen, in welchen sich das Paar die nächtlichen Aufnahmen am Computer anguckt, kommen doch eine Spur zu billig herüber. Wohingegen die Bettszenen in direktem Vollbild schon eher zu wirken wissen, sind diese doch auch stark an der Originaloptik orientiert.

Ohnehin fällt auf, dass in dem eigentlich auf die Schnelle aus Blödsinn gedrehten Projekt vieles direkt auf „Paranormal Activity“ verweist. So gibt es neben der Optik beispielsweise zwei starke direkte Parallelen zum Original. Das ist zum einen die Szene mit der Speicherluke und das finale Schicksal des männlichen Parts.

Dennoch bleibt „Paradrunken Activity“ nur ein simpler Mitläufer, da er den Kern des Originals nicht parodiert. Das will er auch gar nicht, aber letztendlich reitet man doch nur auf der einen Idee herum, die, wie bereits erwähnt, schon im Titel verraten wird. Der Weg zur „Auflösung“ ist mir persönlich eine Spur zu albern ausgefallen, und außerdem weiß der männliche Part einfach nicht zu wirken. Zumindest hat der weibliche Part seine kurzen Momente, z.B. beim Griff zur Flasche nach der Aussprache der Auflösung.

Vielleicht liest sich manches für ein so simples Filmchen zu streng, aber „Paradrunken Activity“ ist einfach eine Spur zu banal. Vielleicht hätte man ihn trotz der simplen Grundidee doch ein wenig atmosphärischer umsetzen sollen.


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